Zum Thema For Honor ab 34,99 € bei Amazon.de For Honor für 47,99 € bei GamesPlanet.com For Honor stellt sich mutig und entschlossen in die weite Spielelandschaft und posaunt in die Welt hinaus: Ich mache mal was Neues! Klar, Multiplayer-Schwertkampfspiele gibt's schon ein Weilchen - auf dem PC haben Vorreiter wie Chivalry, Mount & Blade und War of the Vikings das Subgenre salonfähig gemacht. Aber dass ein Riesenpublisher wie Ubisoft so viel Geld in die Hand nimmt, um der Nische zum Triple-A-Meilenstein zu verhelfen: Das ist neu!

Aber da hat sich das Spiel auch einiges vorgenommen. In der von Shootern und Mobas beherrschten Multiplayer-Landschaft Fuß zu fassen, dürfte sich für ein Mittelalter-Geprügel als ganz schön kniffliges Unterfangen entpuppen.

Grund genug also, sich in diesem Multiplayer-Test mal anzuschauen, was For Honor im Release-Umfang an der Multiplayer-Front bietet, und ob es genug Fleisch auf den Rippen hat, um die Leute langfristig bei der Stange halten zu können.

Zum Vergleich: Deshalb ist Chivalry so ein gutes Spiel

Achtung : Dieser Multiplayer-Test ist Teil unseres Review-Programms für For Honor. Den kompletten Test haben wir natürlich auch.

For Honor Multiplayer: Das verbirgt sich hinter den Spielmodi

Mit fünf Spielmodi will For Honor verschiedene Spielertypen bedienen, wobei sich natürlich alle Auseinandersetzungen um das ritterliche Draufhauen mit mittelalterlichen Waffen drehen. Das klassische Duell (1 vs. 1) richtet sich an »Skiller«, die ähnlich wie in einem Fighting Game (Street Fighter 5) das direkte Kräftemessen mit einem Kontrahenten suchen, Kombos ausprobieren und den Feind mit Finten austricksen wollen.

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For Honor
Spezielle Angriffe erkennt man immer an einem entsprechenden Effekt. Dieser nicht blockbare Stoß wird zum Beispiel mit einem orangefarbenen Schein angekündigt.

Am anderen Ende des Spektrums steht der Dominion-Modus (4 vs. 4), das Herzstück von For Honor, in dem zwei Teams um die Vorherrschaft auf einer Karte kämpfen, indem sie drei Kontrollpunkte erobern und Gegner ins Jenseits befördern. Besonderheit in diesem Modus: Es gibt KI-Fußsoldaten, die ähnlich wie Creeps in einem Moba unerbittlich an die Front drängen und durch unser Eingreifen unterstützt oder behindert werden können.

Zwei Varianten davon sind Skirmish und Elimination, gnadenlose Death Matches, einmal mit und einmal ohne Respawns.

Der Brawl (2 vs. 2) hängt ein bisschen zwischen den Stühlen, weil sich hier vier Leute in Zweier-Teams im Duell auf die Mütze geben, es prinzipiell aber keine Einschränkung gibt, ob das fair ablaufen muss - oder ob sich einfach zwei Kollegen verbünden, um schnell einen Einzelgegner zu überwältigen. Im Anschluss bleibt dann Zeit für den anderen verbliebenen Schurken.

Spielmodi in For Honor: Was hat Potenzial?

Dominion (4 vs. 4) bietet in puncto Teamplay die meiste taktische Rafinesse. Hier kalkulieren wir die Positionen der Gegner, umlaufen sie clever, schnappen Punkte weg oder legen gemeinsam mit Kumpels Hinterhalte. In einem gnadenlosen Duell sucht man nach einer Öffnung in der feindlichen Deckung, lockt den Gegner mit Finten aus der Reserve und bemüht sich, weniger Ausdauer zu verlieren als der andere Kerl. Den Nervenkitzel eines Duells setzt For Honor hervorragend um - dank des cleveren Kampfsystems.

For Honor spielt sich nicht intuitiv. Wer einfach in einen Gegnerpulk rennt und wild mit der Waffe rumwedelt, erntet damit trotz mächtiger Zweihänder-Klinge nichts als Schmerzen (außer er tritt gegen Neulinge an). Gerade im Dominion-Modus wechselt man im Prinzip permanent zwischen dem Aufschalten auf einzelne Gegner und dem »freien Rumlaufen« - während letzterem kann man aber nicht gezielt angreifen. Das Hin- und Herwechseln erfordert Eingewöhnung, genau wie das Kampfsystem selbst.

For Honor Multiplayer: Taugt das Kampfsystem?

Wie in einem Dark Souls kann man im Angriff mit leichten und schweren Schlägen zuhauen. Wenn hingegen der Gegner austeilt, blocken wir mit Schild oder Schwert in die Richtung der Attacke (es gibt drei mögliche Angriffsrichtungen). Wer nur blockt, riskiert aber einen sogenannten Guard Break, also einen Tritt des Gegners, der die Deckung durchbricht und uns auf die Bretter schickt.

Wenn wir den Guard Break allerdings bewusst provozieren und im richtigen Moment die Angriffstaste drücken, stolpert der Feind mitten in unser Schwert. Sie sehen: For Honor basiert auf einem sehr umfangreichen Schere-Stein-Papier-Prinzip, bei dem es auf jede Aktion eine clevere Reaktion gibt. For Honor punktet nicht mit epischen Schlachten, sondern mit knackigen Einzelduellen gegen menschliche Gegner in reger Scharmützelatmosphäre. Die Kämpfe gegen einfache KI-Fußsoldaten sind dagegen völlig belanglos.

Dass es darüber hinaus 12 verschiedene Heldenklassen gibt, aus denen man wählen kann, macht den Einstieg in all diese möglichen Manöver alles andere als leicht - zumindest wenn man schnell gut werden will. Die drei Fraktionen (Ritter, Samurai, Wikinger) bieten jeweils vier Charaktere, die sich recht symmetrisch den Kategorien Vorhut, Schwergewicht, Assassine und Hybrid zuordnen lassen.

Alle 12 Klassen gut spielen: For-Honor-Charaktere im Guide

Die flinke Friedenshüter-Assassine auf Seiten der Ritter hält beispielsweise nicht viel aus, läuft dafür schneller und sticht in rapiden Kombos mit giftigen Klingen zu. Ein langsamer Shugoki-Riese der Japaner sollte mit seinen trägen aber schmerzhaften Hieben also tunlichst treffen, sonst schickt ihn die Heldin schneller auf die Bretter, als ihm lieb ist.