Zum Thema » Hellraid: The Escape im Test Wie schlägt sich der Mobile-Ableger? Ursprünglich sollte Hellraid eine Mod für den in Deutschland indizierten Vorgänger von Dead Island 2 werden. Doch das Fantasy-Mittelalter-Szenario gefiel Entwickler Techland offenbar so gut, dass man sich entschied, einen eigenen Titel daraus zu machen. Hellraid war zunächst für den PC, die PlayStation 3 und die Xbox 360 geplant, doch nach dem Wechsel auf die neue Chrome Engine 6 (auf der auch Dying Light aus dem gleichen Hause basiert) war das technische Grundgerüst für die alten Konsolen schlicht nicht zu bewerkstelligen, weswegen Hellraid nun stattdessen auf PlayStation 4, Xbox One und PC veröffentlicht wird.

Die Geschichte von Hellraid ist schnell erzählt und typischer Fantasy-Einheitsbrei. Hauptcharakter Ayden muss sich mit den Horden der sogenannten »Infernal Forces« herumschlagen, die die Welt unterjochen wollen. Außerdem ist der Held auf der Suche nach seiner Schwester Maewynn, die spurlos verschwunden ist. Die Story dient aber lediglich als Aufhänger für den eigentlichen Spielkern - die Kämpfe.

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Hellraid - gamescom-Screenshots 2014
Die intensiven Nahkämpfe gegen die Infernal Forces sind die Quintessenz des Spiels.

Auf der Gamescom zeigt uns das Team von Techland die erste Mission aus der Kampagne. In dieser muss Ayden in sein Heimatdorf, um dort nach seiner Schwester zu suchen. Zu Beginn bewegen wir uns durch ein felsiges Gebiet und merken schnell: Der Look von Hellraid erinnert stark an den von Skyrim und sieht ziemlich gut aus. Das äußert sich vor allem in detaillierten und plastischen Texturen, sowie einer hübschen Beleuchtung.

Mit der Fantasy-Idylle ist es allerdings schnell vorbei, als die ersten Schergen der Infernal Forces auf uns losstürmen - ein paar Skelettkrieger. Für den Kampf stehen in Hellraid vor allem jede Menge Nahkampfwaffen wie Schwerter und Streitkolben zur Verfügung, allerdings gibt es auch Fernkampfwaffen wie einen Bogen oder Magieutensilien wie einen Eisstab, mit dem wir die Gegner kurzzeitig einfrieren können.

Hack and Slay par excellence

Wir führen entweder schnelle einfache Schläge aus oder laden mit gedrückter Taste einen härteren Schlag auf, sind in dieser Zeit aber ungeschützt. Auch Konter spielen eine wichtige Rolle, dank des schnell eingesammelten Schildes können wir auch Angriffe blocken. Das verbraucht wie fast alle Aktionen Ausdauerpunkte, die sich langsam wieder aufladen müssen. Alle Waffen verfügen über unterschiedliche Attribute, ein Zweihänder haut die Angreifer beispielsweise in Sekundenschnelle kaputt, dafür kann Ayden aber auch keinen Schild mehr tragen.

Insgesamt macht das Kampfsystem schon einen recht guten Eindruck und erinnert stark an Techlands indiziertes Zombiespiel. Viele Gegner erfordern bestimmte Taktiken, passen sich dem Spieler an oder blocken geschickt - das dürfte auch auf lange Sicht für Motivation sorgen.

Hellraid : Die großen Zwischenbosse erfordern eine spezielle Taktik. Dieses Exemplar frieren wir mit einem Eiszauber ein. Die großen Zwischenbosse erfordern eine spezielle Taktik. Dieses Exemplar frieren wir mit einem Eiszauber ein.

Auf dem Weg zu unserem Heimatdorf entdecken wir in Truhen etliche versteckte Gegenstände wie Ausrüstung oder Loot. Gefundene Rüstungsteile sind aber nicht optisches Beiwerk, sondern haben auch Auswirkungen auf Stärke oder Geschwindigkeit von Ayden. Und dabei bleibt es nicht. Denn Hellraid bietet zudem ein umfangreiches Crafting-System, bei dem gesammelte Gegenständen beliebig miteinander kombiniert werden können. Techland spricht in der Präsentation von weit über 100.000 Kombinationen.

Freie Entfaltung

Für erledigte Gegner und gesammelte Gegenstände gibt es Erfahrungspunkte, die uns ab einer gewissen Anzahl mit Skill-Punkten belohnen. Die lassen sich dann in einem konzentrischen Fähigkeitsbaum beliebig auf neue Fertigkeiten wie zum Beispiel Angriffe verteilen. Ein Klassensystem gibt es in Hellraid hingegen nicht, weswegen jeder Ayden so entwickeln kann, wie es ihm gefällt. Die Rollenspielelemente halten sich allerdings eher im Hintergrund, Hellraid ist kein RPG, sondern ein Hack and Slay im besten Sinne.

Hellraid : Schicke Grafik: Besonders die Lichteffekte und Beleuchtung in den Levels sorgen für Atmosphäre. Schicke Grafik: Besonders die Lichteffekte und Beleuchtung in den Levels sorgen für Atmosphäre. Im Ayden Heimatdorf kommt es am Ende der Präsentation zum Showdown mit einem riesigen maskierten Zwischenboss. Dessen Angriffe kann Ayden nicht blocken, sondern muss geschickt ausweichen und den Gegner in Verschnaufpausen aus der Nähe bearbeiten. Letztendlich triumphiert der Held, in dem er dem Vieh sein Schwert tief in den Hals rammt. Auch ansonsten ist Hellraid alles andere als zimperlich, regelmäßig fliegen abgeschlagene Gliedmaßen oder Köpfe durchs Bild. Eine Veröffentlichung in Deutschland sehen wir wegen des Fantasy-Szenarios allerdings nicht als gefährdet.

Die Entwickler verraten uns auf der Messe, dass die Kampagne in etwa die acht Stunden dauern soll. Danach ist aber noch lange nicht Schluss, denn es warten noch ein Arenamodus, in dem wir gegen immer stärker werdende Gegnerwellen antreten müssen, sowie ein Missionsmodus mit speziellen Aufgaben.

Achja, kooperativ lassen sich die Infernal Forces ebenfalls dezimieren, insgesamt dürfen bis zu vier Spieler in die Schlacht ziehen. Klingt so, als würde die Monster-Schnetzelei auch auf lange Sicht nicht langweilig werden. Ob das so ist, werden wir frühestens im nächsten Jahr erfahren - Techland hat für das 4. Quartal 2014 aber immerhin eine Early-Access-Version für den PC angekündigt.