Iron Front: Liberation 1944 - PC

Action  |  Release: 25. Mai 2012  |   Publisher: Deep Silver
Seite 1 2   Fazit Wertung

Iron Front: Liberation 1944 im Test

Realismus und Käfer im Zweiten Weltkrieg

Die Militärsimulation Iron Front: Liberation 1944 verspricht Anspruch, Realismus und großen Umfang im Stil der ArmA-Serie. Im Test kämpfen wir aber erstmal gegen Bugs und die mangelhafte KI.

Von Christian Fritz Schneider, Maximilian Gercke |

Datum: 30.05.2012


Zum Thema » Let's Try Iron Front Kommentierte Beta-Spielszenen » Patch 1.01 zum Download Iron-Front-Update mit neuen Inhalten Mit Iron Front: Liberation 1944 geht’s in den Zweiten Weltkrieg – Russen gegen Deutsche, soweit so bekannt. In der Militärsimulation von X1 Software und Deep Silver dürfen wir aber auch auf Seiten der Wehrmacht spielen, das ist ungewöhnlicher. Normalerweise machen Weltkriegs-Shooter einen hohen Bogen um die moralischen Zwickmühlen, die bei Geschichten rund um deutsche Soldaten auftauchen können.

Aber mit Charakterentwicklung, Story oder gar historischem Statement hat Iron Front nichts am Hut, hier stehen authentisch wirkende, manchmal aber etwas staksig daherkommende Schlachten im Mittelpunkt. Die erleben wir ähnlich wie in den ARMA-Spielen als einfacher Infanterie-Soldat, Panzerfahrer, Pilot oder Oberbefehlshabender über ganze Einsatzverbände.

Die Ähnlichkeit zu ARMA 2 kommt nicht von Ungefähr, Iron Front nutzt das Technikgerüst aus dem Standalone-Addon ARMA 2: Operation Arrowhead . Die Menüs, die Optionen, die Bedienung sind größtenteils identisch. Nur sind wir hier eben im Polen des Jahres 1944 unterwegs statt im Gegenwarts-Krieg mit deutlichen Afghanistan-Parallelen. Das klingt erstmal spannend und ist es auch zuweilen. Nur eben nicht immer.

Drei Fäuste für kein Hallelujah

Solo-Spieler erwarten bei Iron Front: Liberation 1944 zwei Kampagnen mit je acht teils sehr umfangreichen Missionen. Zudem gibt’s eine überschaubare Auswahl an Einzelszenarien. Nach einem kurzen, für Neueinsteiger viel zu knappen Tutorial reiben wir gegnerische Patrouillen auf, kämpfen uns vorsichtig durch Dörfer und führen Panzerzüge hinter feindliche Linien. Oder auch nicht, denn beim Test sorgten drei große Störfaktoren für Frust.

Iron Front: Liberation 1944
Gegen den T-34 Panzer können wir mit unserem Karabiner nichts ausrichten.

Erstens: Die KI ist wie in der ARMA-Reihe von sehr vielen Aufgaben überfordert. Besonders die Fahrqualitäten der Computermannen lassen zu wünschen übrig. Das geht so weit, dass wir in einer Mission auch nach zehn Minuten Irrfahrt nicht zu der angepeilten Windmühle 100 Meter weiter gekommen sind – und unseren Kameraden heimtückisch ermorden müssen, um selbst das Steuer zu übernehmen.

Iron Front: Liberation 1944 : In der Luft sind die Computergegner relativ geschickt und verfolgen Gegner in Schwärmen. Am Boden gibt es zu oft Probleme. In der Luft sind die Computergegner relativ geschickt und verfolgen Gegner in Schwärmen. Am Boden gibt es zu oft Probleme. In Kämpfen sind Freund und Feind oft unentschlossen, rennen mal hierhin, mal dorthin, legen sich hin und stehen wieder auf, nur um dann von unserem Karabiner umgenietet zu werden. Feindfeuer wird nur teilweise erwidert, oft rennen die Gegner lieber planlos durch die Gegend und legen sich schließlich irgendwo ins Gras. Dann wieder zielen Gegner teilweise übernatürlich gut. Alles Probleme, die ARMA-Veteranen kennen und wahrscheinlich ertragen gelernt haben. Wer hier aber neu ist, braucht ein dickes Fell.

Besonders ärgerlich sind die KI-Ausfälle, weil der Spieler sich auf seine Kameraden verlassen muss, wie in kaum einem anderen Spiel. Denn kaum ein anderes Spiel verzeiht Fehler so wenig wie Iron Front: Liberation 1944. Ein bis zwei Treffer bedeuten hier fast immer den sicheren Tod. Der eine frei wählbare Speicherpunkt ist da nur ein geringer Trost, wenn es mal wieder nicht unsere Schuld war, dass der Einsatz kurz vor dem Ende missglückt.

Zweitens: Die Steuerung ist nicht mehr zeitgemäß, war sie schon in ARMA 2 nicht mehr. Anfänger können zwar auf das ordentliche Handbuch zurückgreifen und ARMA-Veteranen sollte die Bedienung gewohnt von der Hand gehen. Von zugänglich oder komfortabel kann hier aber nicht die Rede sein, die Kommando-Menüs sind sperrig, die Tastaturbelegung fordert fast jede Taste, manche sogar in Fingerbrecher-Kombinationen. Auch die Funksprüche und Rückmeldungen, die Iron Front liefert, lassen uns oft fragend zurück. Modernes Feedback muss anders aussehen.

Iron Front: Liberation 1944 : Einer der harmloseren Bugs in Iron Front. Einer der harmloseren Bugs in Iron Front. Drittens: Wie ARMA 2 kommt auch Iron Front mit nervigen Bugs daher. Die reichen von Grafikfehlern über Systemabstürze bis zu Skriptaussetzern. Letztere sind dabei oft die nervigsten, denn immer wieder werden bestimmte Missionsfortschritte nicht ausgelöst und wir rennen ohne Plan herum. Nach einem Neustart funktioniert der Einsatz dann zwar oft wieder. Da die Missionsziele aber oft eher ungenau gehalten sind, können wir nie ganz sicher sein, ob der Fehler nun bei uns oder beim Spiel liegt – frustrierend.

Der perfekte Einsatz

Trotz all dieser Fehler und Probleme kann Iron Front: Liberation 1944 auch faszinieren, sehr sogar. Die weiten, stimmungsvoll umgesetzten Landschaften in denen wir uns frei bewegen können, die Auswahl an detaillierten Fahr- und Flugzeugen und die einzigartige spielerische Herausforderung können Frustmomente oft vergessen machen.

Wenn wir Teil eines großangelegten Angriffs sind, über uns die Bomber zu Stürzflügen ansetzen und um uns herum Panzer-Kompanien feindliche Stellungen unter Beschuss nehmen, kommt echte Mittendrin-Stimmung auf. Da vergisst man für einige Augenblicke auch mal die hakelige Steuerung, die Performance-Einbrüche und was sonst noch so nerven kann.

Iron Front: Liberation 1944 : Im Editor können wir uns eigene, spannende Schlachten zusammenstellen. Im Editor können wir uns eigene, spannende Schlachten zusammenstellen. Und wem der mitgelieferte Umfang zu spärlich ist, der baut sich im Missions-Editor neue Einsätze oder Kampagnen. Der Umgang mit dem Werkzeug will allerdings gelernt sein, eine Anleitung für den Editor liegt nicht bei. Hier helfen nur Online-Tutorials zum ARMA-Editor weiter, denn der funktioniert genauso. Und wie ARMA unterstützt auch Iron Front Mods. Es hängt also auch von der Community ab, wie sehr sich das Spiel in den kommenden Monaten und Jahren vielleicht weiterentwickelt. Auf unsere Wertung können Mods freilich keinen Einfluss haben, den wir testen, was der Entwickler für bares Geld anbietet.

Ein kleiner Wermutstropfen: Die Waffenkammer aus den ARMA-Spielen taucht zwar auch im Menü von Iron Front auf, ist aber ausgegraut und inaktiv. Wer die Waffen und Fahr- oder Flugzeuge in zufallsgenerierten Miniherausforderungen testen will, geht vorerst leer aus.

INHALTSVERZEICHNIS

Seite 1
Seite 2
Fazit
Wertung
Diesen Artikel:   Kommentieren (40) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Notchoable
Notchoable
#1 | 30. Mai 2012, 16:27
Das Spiel könnte doch glatt Arma 1944 heissen
rate (10)  |  rate (1)
Avatar bleonard
bleonard
#2 | 30. Mai 2012, 16:32
Ohne großkotzig zu erscheinen: Als ArmA-Veteran habe ich genau mit so einer Wertung gerechnet. Schade dass das Spiel es nicht geschafft hat diese Erwartung mit einigen Überraschungen zu durchbrechen. Andererseits bin ich zuversichtlich dass Iron Front genauso wie ArmA auch mit der Zeit "reift" und immer besser wird. ArmA II ist ja mit allen Addons und Patches mittlerweile auch auf 80-Wertungspunkte Niveau, mit entsprechender Pflege seitens des Entwicklers sehe ich diese Möglichkeit bei Iron Front genauso.

Ich werd's mir auf jeden Fall ansehen.
rate (21)  |  rate (1)
Avatar DerDoktory
DerDoktory
#3 | 30. Mai 2012, 16:57
Schade, dass es es Bohemia Interactive immer noch nicht hinrkriegt, eine vernünftige Militärsimulation zu entwickeln, die der heutigen Zeit entspricht. Vor allem finde ich es frech, für so ein unfertiges Spiel fast den vollen Preis zu verlangen. ( Bei amazon kostet es 37 Euro)
rate (6)  |  rate (13)
Avatar Psycho69
Psycho69
#4 | 30. Mai 2012, 17:02
Ein test Video wäre nett,
(zumal es einige schöne bugs gibt..)
rate (5)  |  rate (2)
Avatar bleonard
bleonard
#5 | 30. Mai 2012, 17:13
Zitat von DerDoktor:
Schade, dass es es Bohemia Interactive immer noch nicht hinrkriegt, eine vernünftige Militärsimulation zu entwickeln, die der heutigen Zeit entspricht. Vor allem finde ich es frech, für so ein unfertiges Spiel fast den vollen Preis zu verlangen. ( Bei amazon kostet es 37 Euro)

Bei Steam ist das Spiel übrigens für zur Zeit 27 € zu haben... (nicht dass ich Werbung machen will, aber vielleicht spart damit ja jemand zehn Euro...)
rate (7)  |  rate (1)
Avatar Unregistriert
Unregistriert
#6 | 30. Mai 2012, 17:25
Zitat von DerDoktor:
Schade, dass es es Bohemia Interactive immer noch nicht hinrkriegt, eine vernünftige Militärsimulation zu entwickeln, die der heutigen Zeit entspricht. Vor allem finde ich es frech, für so ein unfertiges Spiel fast den vollen Preis zu verlangen. ( Bei amazon kostet es 37 Euro)


Und was soll Iron Front mit Bohemia zu tun haben? Das ist von Deep Silver und baut nur auf die Engine auf. Mein ArmA2 läuft rund und die KI agiert mittlerweile recht gut. Mir ist Hupe was mit Iron Front passiert denn das Spiel kann man sich dank zahlreicher Mods auch selber zusammenfrickeln. Und das umsonst mit zahlreichen, teilweise besseren Elemented.
rate (9)  |  rate (3)
Avatar die_PaPPe
die_PaPPe
#7 | 30. Mai 2012, 17:29
Zitat von bleonard:

Bei Steam ist das Spiel übrigens für zur Zeit 27 € zu haben... (nicht dass ich Werbung machen will, aber vielleicht spart damit ja jemand zehn Euro...)

genau das gleiche wollte ich auch schreiben. dazu muss man sagens das es schon -10% rabatt hat bei steam. sonst kostet es 30€
rate (3)  |  rate (0)
Avatar Kraußer
Kraußer
#8 | 30. Mai 2012, 17:33
Freu mich schon auf den Arma 3 Test
rate (9)  |  rate (1)
Avatar LordMDB
LordMDB
#9 | 30. Mai 2012, 18:38
Also ein besser Test als zu Arma2 damals,objektiver und sachlicher.
Einige Dinge stimmen und sind Ärgerlich.
Aber verschiedene Dinge werde ich wolle nie verstehen warum die Negativ sind und zur Abwertung führen.

bsp.

-Knallerbsen-Karabiner

Was soll daran das Problem sein,der Sound ist nun mal so eines Karabiners,wie kann man da abwerten.

-... aber für Einsteiger zu knapp

In dem Tutorials mach alles was geht,Vom Gewehr schießen bis zum Panzerbedienung,sehr ausgiebig in über 3 Missionen,wenn das zu wenig ist dann weiss ich auch nicht.

-Keine Waffenkammer

Auch hier das Selbe,da gibt überhaupt keine Begründung dafür.
Die Waffenkammer ist nicht da und deshalb ist das schlecht,lol.

-Genrestandards werden ignoriert

Sorry,nur weil andere Spiele Dinge mache die ihr gut haltet,ist das noch lange kein Standard.Denn Standard setzt Arma weil nix anderes in dem Bereich gibt!

Ich hoffe auch einen Nachtest in ein paar Wochen der die Wertung noch etwas noch oben schiebt,75% hat das einfach Spiel verdient.
rate (18)  |  rate (0)
Avatar Sarnar
Sarnar
#10 | 30. Mai 2012, 18:50
Ich habs mir geholt und finde es ganz ok. Es erinnert halt stark an das "Vanilla" Arma 2.

Die KI und vor allem deren Wegfindung in Fahrzeugen war schon immer grauenhaft.

Die Sprachausgabe im Gefecht sucht vermutlich auch ihresgleichen und war schon in jedem ARMA bzw OFP so.

"Neun.
Uhr.
Hundert.
Undfünfzig.
Meter.
Unbekannt.
Mann."

Aber es macht schon Spaß, außerdem ist es nett, mal die deutschen in einem Militär-FPS-Shooter zu spielen.

Der Realismus des Spiels ist, verglichen mit anderen Spielen *hust*COD*hust**BF3*hust* natürlich so wie das Leben selbst.

Ich habe meinen Spaß damit und ich denke, dass jeder ARMA-fan auch seinen Spaß dran haben wird, denn im Auge zudrücken sind wir ja schon geübt ;)

Allerdings muss ich trotzdem sagen, dass mich DayZ besser unterhält als Iron Front. Naja, Zombie-Survival eben :D
rate (11)  |  rate (0)

The Elder Scrolls V: Skyrim [Software Pyramide] - [PC]
8,61 €
zzgl. 3,00 € Versand
bei Amazon Marketplace Videogames
The Forest - Steam Geschenk Key
12,99 €
zzgl. 0,00 € Versand
bei MMOGA
ANGEBOTE
PROMOTION

Details zu Iron Front: Liberation 1944

Plattform: PC
Genre Action
Untergenre: -
Release D: 25. Mai 2012
Publisher: Deep Silver
Entwickler: X1 Software
Webseite: http://ironfront.deepsilver.com
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 727 von 5693 in: PC-Spiele
Platz 485 von 9426 in: PC-Spiele | Action
 
Lesertests: 1 Einträge
Spielesammlung: 8 User   hinzufügen
Wunschliste: 5 User   hinzufügen
Spiel empfehlen:
Iron Front im Preisvergleich: 5 Angebote ab 4,99 €  Iron Front im Preisvergleich: 5 Angebote ab 4,99 €
 
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten