Der Koop-Shooter Killing Floor 2 hat die lange Early Access-Phase endlich hinter sich gebracht, am 18. November ist das Spiel offiziell für den PC und für die PlayStation 4 (Pro) erschienen. Basis ist die in die Jahre gekommene, aber weit verbreitete Unreal Engine 3, hohe Hardware-Anforderungen stellt Killing Floor 2 dementsprechend nicht (siehe auch die offiziellen Systemvoraussetzungen weiter unten).

Zum Thema » Die besten Actionspiele: Killing Floor 2 Warum der Koop-Shooter in 2015 dazugehört » Killing Floor 2 Ungeschnitten in Deutschland: USK-Freigabe ab 18 Jahren Killing Floor 2 ab 35,48 € bei Amazon.de Killing Floor 2 für 26,99 € bei GamesPlanet.com Eine technische Besonderheit hat das Spiel dennoch zu bieten: Es unterstützt Nvidias Flex-Technologie, die quasi eine Erweiterung von Nvidia Physx ist. Flex soll nicht nur die (CUDA- und Partikel-basierte) Darstellung und Berechnung von sich physikalisch möglichst korrekt verhaltenden Objekten wie Stoffen oder Flüssigkeiten ermöglichen, sondern auch eine physikalische korrekte Interaktion zwischen diesen Objekten.

Es gibt allerdings zwei Haken. Einerseits funktioniert Flex nur mit Nvidia-Grafikkarten ab der Kepler-Generation (mindestens Geforce GTX 650), Besitzer von AMD-Grafikkarten bleiben ganz außen vor. Andererseits wirkt sich Flex auf die Performance aus. Wir klären, wie groß diese Auswirkungen sind und welche optischen Unterschiede Flex in Killing Floor 2 mit sich bringt.

Killing Floor 2: Offizielle Systemanforderungen

Minimale Systemvoraussetzungen:

Betriebssystem

Windows 7 / Windows 8/8.1 (64 Bit)

Prozessor

Intel Core 2 Duo E8200 (2,66 GHz) oder Phenom II X2 545

Arbeitsspeicher

3,0 GByte RAM

Grafikkarte

Geforce GTS 250 oder Radeon HD 4830

DirectX

Version 10

Speicherplatz

20,0 GByte

Nicht unterstützt

Intel HD Graphics

Empfohlene Systemvoraussetzungen:

Betriebssystem

Windows 10 (64 Bit)

Prozessor

Core 2 Quad Q9550 (2,83 GHz) oder Phenom II X4 955

Arbeitsspeicher

4,0 GByte RAM

Grafikkarte

Geforce GTX 560 oder Radeon HD 6950

DirectX

Version 10

Speicherplatz

20,0 GByte

Nicht unterstützt

Intel HD Graphics

Nvidia Flex: Grafikvergleich

Killing Floor 2 mit Nvidia Flex : Es ist auch ohne Nvidia Flex möglich, den Gegnern ihre Köpfe abzutrennen...

Nvidia Flex deaktiviert
Es ist auch ohne Nvidia Flex möglich, den Gegnern ihre Köpfe abzutrennen...

Gewalt wurde bereits im ersten Teil von Killing Floor vergleichsweise explizit dargestellt. Das ist auch im zweiten Teil immer noch so selbst - ohne aktiviertes Nvidia Flex. Wir können den Gegnern die Köpfe abtrennen (sowohl mit Schusswaffen als auch mit Nahkampfwaffen), gleiches gilt für ihre Gliedmaßen, außerdem sind umkämpfte Gebiete schnell voller Blut. Teilweise läuft die explizite Gewaltdarstellung automatisch in Zeitlupe ab, wobei das auch ein spielerisches Element ist, um unsere Chance zu erhöhen, der Zombie-Übermacht mit gezielten Schüssen Herr zu werden.

Besitzer von Nvidia-Grafikkarten haben neben dem Regler für die Blut-Intensität im Gameplay-Menü außerdem die Wahl zwischen zwei Nvidia Flex-Einstellungen (zu finden im Video-Menü). Die Stufe »Gibs« (zu Deutsch »Innereien«), sorgt dafür, dass manche Gegnern nach dem Ableben Gedärme verlieren, während die Stufe »Gibs and Fluids« (zu Deutsch »Innereien und Flüssigkeiten«) außerdem mehr oder weniger große Blutfontänen ergänzt.

Optisch wirken vor allem die Blutfontänen für unseren Geschmack stark übertrieben und durch die vielen einzelnen Blut-»Kugeln« auch nicht gerade realistisch, während man die Innereien der Gegner im hektischen Spielgeschehen kaum wahrnimmt. Spieler mit AMD-Grafikkarten verpassen deshalb aus unserer Sicht nicht viel.

Benchmarks

Um den Einfluss von Nvidia Flex auf die Performance einschätzen zu können, haben wir uns für Messungen mit der Geforce GTX 770 entschieden, die die Entwickler Tripwire Interactive mindestens für die Nutzung von Flex empfehlen. Auf der höchsten Stufe soll es sogar eine GTX 980 sein, wie unsere Benchmarks unten zeigen, ist das allerdings eine zu hoch gegriffene Forderung.

Die GTX 770 schafft selbst in Kombination mit einem eher langsamen AMD-Prozessor (FX 6300) und 8,0 GByte RAM auf der maximalen Flex-Stufe und bei Ultra-Details gut spielbare 60 fps (gemessen auf der Karte »Loderndes Paris«, Durchschnitt beim Bekämpfen einer Zombie-Welle auf der schwersten Stufe). Da Flex GPU-basiert berechnet wird, spielt die CPU in diesem Zusammenhang eine weniger wichtige Rolle. Die sehr ähnlichen Ergebnisse mit einem Core i7 4790K zeigen gleichzeitig, dass die fps in Killing Floor 2 generell deutlich stärker von der Leistung der Grafikkarte als von der Prozessorleistung abhängig sind.

Das ändert aber nichts daran, dass Flex vergleichsweise großen Einfluss auf die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde hat: Ist die Technik ganz deaktiviert, liegen die fps ungefähr 30 Prozent höher als auf der maximalen Stufe, der Unterschied zu der niedrigeren Stufe beträgt immerhin noch etwa 15 Prozent.

Ein potenziell größeres Problem stellen in diesem Fall allerdings die minimalen Bilder pro Sekunde dar: Mit aktivierten Flex ist es auf unseren Testsystemen auch auf der niedrigeren Flex-Stufe teilweise vorgekommen, dass die fps für paar Sekunden deutlich abgesunken sind.

Dieses Phänomen haben wir nur in Kämpfen beobachtet, und das nicht reproduzierbar. Es ist also nicht nur dann aufgetreten, wenn wir einen der größeren Gegner getötet haben. Außerdem ist es gefühlt mit dem AMD-System häufiger vorgekommen. Sollten Sie also mit aktivierten Flex ähnliche Probleme haben, deaktivieren Sie die Technik am besten wieder. Im schnellen und hektischen Spielgeschehen fallen die optischen Unterschiede unserer Meinung nach ohnehin kaum auf.

Killing Floor 2 Karte »Loderndes Paris«, Full HD, maximale Details
Nvidia Flex aus
Flex-Stufe »Gibs«
Flex-Stufe »Gibs und Flüssigkeiten«
GTX 770 @ Core i7 4790K durchschnittliche fps
94
80
63
GTX 770 @ FX 6300 durchschnittliche fps
89
77
60
80
43
38
GTX 770 @ FX 6300 minimale fps
69
32
6
0
20
40
60
80
100
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 45 fps ruckelt es.