Zum Thema » Test-Video zu NFS: World Kommentierte Spielszenen und Fazit » NFS: World - Kontrollbesuch 2. Test vom August 2012 Die Straßenkreuzung bietet ein Bild des Grauens: Dutzende Autos haben sich kreuz und quer ineinander verkeilt, überall liegen abgerissen Straßenschilder und die Trümmer einer über den Haufen gefahrenen Bushaltestelle. Ein Unfall? Ja, aber nur ein spielerischer. Denn die Wagen bilden lediglich deshalb einen großen unförmigen Blechhaufen, weil in der frei befahrbaren Online-Welt des so genannten »MMO-Rennspiels« Need for Speed: World kein Kollisionsmodell für die Spielerautos existiert. Blechkontakt gibt’s ausschließlich während der Rennen. Und weil die Spielwelt außer den Multiplayer-Rennen keinerlei Anreiz bietet, sich vom Fleck zu bewegen, wartet man eben hier im Auto-Knäuel auf den nächsten freien Startplatz. Unter einem MMO-Rennspiel haben wir uns jedenfalls etwas völlig anderes vorgestellt.

ACHTUNG: Kontrollbesuch!
Wir haben Need for Speed: World nach unserem ersten Test erneut gespielt und zeigen im Kontrollbesuch, was sich seitdem im Free2Play-Raser getan hat. Deshalb haben wir auch die Wertung von 54 auf 56 Punkte aktualisiert.

Bugs im Getriebe
Im Test kam es immer wieder zu plötzlichen Lags und Synchronisierungs-Problemen. Mal hüpften Gegnerautos wild durch die Gegend, mal wurden Rennen minutenlang geladen, nur um uns dann zurück in die Spielwelt zu befördern. Dafür ziehen wir einen Punkt in der Bedienungswertung ab.

Die Kostenfalle

Genau wie beim EA-Kollegen Tiger Woods Online ist die Grundversion von Need for Speed: World kostenlos. Nachdem Sie sich den rund 700 Megabyte großen Client aus dem Internet geladen haben, brauchen Sie nur einen Account anzulegen sowie Ihr erstes Auto zu kaufen und können anschließend sofort losdüsen.

Need for Speed: World : Dank dem vielseitigen optischen Tuning sieht jedes Spielerauto anders aus. Dank dem vielseitigen optischen Tuning sieht jedes Spielerauto anders aus.

Need for Speed-Veteranen wird die Spielwelt schon auf den ersten Metern verdächtig bekannt vorkommen. Kein Wunder: Die Entwickler haben keinen Meter Straße neu entworfen, sondern einige Regionen aus den Serienvorgängern Most Wanted und Carbon aneinandergeklebt.

Die 20.000 Dollar Startkapital für Ihren ersten Wagen reichen freilich nur für lahme Enten wie Mazda Speed 3, Mitsubishi Eclipse oder Toyota Corolla. Um »richtige« Autos vom Schlage eines Audi R8 oder Lamborghini Gallardo in die Garage zu stellen, müssen Sie nicht nur das nötige Kleingeld zusammenhamstern, sondern auch wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte sammeln. Den R8 gibt’s zum Beispiel erst auf Level 30 und für 600.000 Dollar. Durchschnittlich begabte Fahrer können dafür locker 500 bis 600 Rennen einplanen, bis sie das beisammen haben.

Wer echtes Geld einsetzt, kann den Prozess jedoch beschleunigen. Um 25 Prozent gesteigerter Erfahrungspunkte- oder (!) Preisgeld-Bonus für drei Tage kosten dabei unverschämte fünf Euro. Ungeduldige dürfen R8 und Gallardo auch drei Tage lang mieten, was sich EA mit rund 4,50 Euro ebenfalls fürstlich entlohnen lässt.

Das Level-System

Diese horrenden Preise wären vielleicht noch legitim, wenn auch nichtzahlende Spieler nach 600 Rennen in ihren hart erarbeiteten Spitzenflitzer steigen könnten. Denkste! Denn ab Level 10 ist Schluss mit Erfahrungspunktesammeln.

Need for Speed World
Platz da! Wer den Rempeleien zu Rennbeginn aus dem Weg geht, hat bessere Chancen auf den Sieg.

Es sei denn, Sie kaufen für 20 Euro ein so genanntes Starterpaket. Damit lösen Sie die künstliche Levelsperre, bekommen den Gegenwert der 20 Euro als Spielwährung gutgeschrieben und erhalten zusätzlich einen hübsch aufgebrezelten, aber langsamen Mazda Speed 3 als Bonus. Immerhin: Bis zur Level-10-Barriere haben Kostenlos-Raser rund fünf bis sieben Stunden lang keinerlei Nachteile gegenüber den zahlenden Spielern, vom optionalen Erfahrungspunkte-Boost einmal abgesehen. Dennoch ist die Levelgrenze von Need for Speed: World eine echte Motivationsbremse. Entsprechend sind auf den Straßen fast nur Standardautos und so gut wie keine Schmuckstücke unterwegs, was wiederum der Atmosphäre schadet.