Nach und nach setzt Valve seine erfolgreichen Spiele für Mac OS X um - darunter auch populäre Titel wie Counter-Strike: Source , Half-Life 2 oder Portal . Aber wie gut lässt sich auf dem Mac wirklich spielen? Welche Spiele gibt es überhaupt? Und wird Apple demnächst auch dem PC auf den Leib rücken? Mit iPhone und iPad macht Apple schließlich schon den etablierten mobilen Konsolen wie Nintendo DS und Playstation Portable (PSP) Konkurrenz.

Spielen mit Steam unter Mac OS X : Wie gut kann man auf Apple´s Rechnern spielen? Wie gut kann man auf Apple´s Rechnern spielen?

Im Vergleich zu früher sind sich PC und Mac heute deutlich ähnlicher. Lange Zeit verbaute Apple die mit IBM zusammen produzierten Power-PC-Prozessoren, die mit den x86-Befehlssätzen von Intel- oder AMD-CPUs nicht kompatibel waren. Eine Portierung von Programmen oder Spielen vom Windows-PCs auf den Mac war also nicht nur schwierig wegen der unterschiedlichen Betriebssysteme, sondern auch wegen der völlig andere Hardware. Erst seit 2006 setzt Apple auf aktuelle PC-Prozessoren wie den Core 2 oder den Core i, womit PC und Mac derzeit so viel gemein haben wie noch nie.

Zum Thema » Video: Spielen mit Mac StarCraft 2 & Co ausprobiert » Tipps & Tricks für Steam Spieleplattform komplett im Griff » Spielen auf dem Macbook Apple-Notebook im Spiele-Check Portal 2 ab 5,93 € bei Amazon.de Portal 2 für 9,99 € bei GamesPlanet.com Der zurzeit größte Unterschied zwischen Mac-Rechnern und PCs ist das Betriebssystem. Nach einer Auswertung auf der englischen Seite von Wikipedia setzen 85 Prozent aller Internet-Surfer auf Windows, nur 6 Prozent nutzen Apples Mac OS X. Ein ähnliches Bild zeigt die Hardware-Umfrage von Steam (Stand: Juli 2010), laut der nur 6,5 Prozent aller Nutzer auf einem Mac spielen.

Mac OS geht in vielen Bereichen andere Wege als Windows, sei es beim Design, der Funktionalität oder der Bedienung. Doch der für Spieler ausschlaggebende Punkt, warum sich ein Mac nur bedingt zum Spielen eignet: Mac OS basiert auf einer Unix-Abwandlung und unterstützt daher kein DirectX. Die meisten Windows-Spiele setzen aber Microsofts DirectX als Grafikschnittstelle zwingend voraus. Statt DirectX verwendet Mac OS den offenen Grafikstandard Open GL, die gleiche Schnittstelle, die Sony mit der Playstation, Linux und viele andere Systeme (auch Windows) unterstützen.

Spielen mit Steam unter Mac OS X : Mac OS sieht nicht nur anders aus als Windows, es unterstützt auch kein DirectX. Mac OS sieht nicht nur anders aus als Windows, es unterstützt auch kein DirectX. Die unterschiedlichen Grafikschnittstellen bedeuten für Entwickler: Nahezu alle Spiele beziehungsweise Engines müssen aufwändig für Mac OS angepasst werden. Je nach Spiel kostet die Umsetzung mal mehr, mal weniger Zeit. Während Blizzard alle seine Titel direkt für beide Plattformen entwickelt, meiden die meisten anderen Studios den Aufwand.

Da ein Großteil der Spiele sowohl für den PC als auch die Konsolen Xbox 360 und Playstation 3 erscheinen, ist eine weitere Umsetzung für den Mac eigentlich naheliegend. Denn die Playstation 3 nutzt ebenfalls Open GL, was den Aufwand für eine Mac-Portierung eigentlich in Grenzen halten sollte.
Allerdings scheuen viele Publisher und Entwickler dennoch die Kosten einer Portierung, weil Mac OS mit knapp sechs Prozent Marktanteil unter Spielern kaum verbreitet ist.

Welche Hardware gibt es?

Apple bietet eine überschaubare Bandbreite an Produkten an, die Sie aber in begrenztem Umfang selbst konfigurieren können. Im Kasten »Apples Produktlinie« führen wir exemplarisch einige Modelle der jeweiligen Kategorie auf. Während stationäre Rechner einfach Mac oder iMac heißen, tragen alle Notebooks ein Macbook als Bezeichnung.

Prozessor

Grafikkarte

Grafikkarte

Besonderheit

Preis

Mac Mini

Core 2 Duo 2,66 GHz

4,0 GByte DDR2

NVIDIA GeForce 320M

Extrem klein

1.125 Euro

iMac

Core i7 2,93 GHz

8,0 GByte DDR3

Radeon HD 5750

Inklusive 27 Zoll-Display

2.540 Euro

Mac Pro

Intel Xeon 2,66 GHz

6,0 GByte DDR3

Radeon HD 4870

Bis zu acht Rechenkerne

2.615 Euro

Macbook

Core 2 Duo 2,4 GHz

4,0 GByte DDR2

NVIDIA GeForce 320M

13,3-Zoll-Display

1.100 Euro

Macbook Pro

Core i5 2,53 GHz

4,0 GByte DDR3

NVIDIA GeForce GT 330M

15-Zoll-Display

1.970 Euro

Macbook Air

Core 2 Duo 2,13 GHz

2,0 GByte DDR2

NVIDIA GeForce 9400M

13,3-Zoll-Display

1.715 Euro

Während die Prozessoren aller Modelle mit aktuellen Spielen locker fertig werden, sind Grafikkarte oder Grafikchip meist unterdimensioniert. Als schnellste Platine für den über 2.000 Euro teuren Mac Pro bietet Apple maximal eine Radeon HD 4870 an. Die neuen iMac-Modelle besitzen zwar moderne DirectX-11-Grafikkarten, aber maximal die Einstiegsvariante Radeon HD 5750. Geforce GTX 400 und Radeon HD 5800 gibt es überhaupt nicht.

Das Aufrüsten mit normalen Grafikkarten funktioniert beim Mac zudem nicht so einfach, denn das Bios einer PC-Karte unterscheidet sich deutlich von dem einer Mac-Karte. Nach dem Einschalten des Rechners sucht der Mac in der Firmware der Grafikkarte nach Startanweisungen. Wenn eine normale PC-Grafikkarte im Mac steckt, findet der Rechner diese nicht und bleibt hängen. Einzig speziell angepasste Mac-Grafikkarten enthalten den nötigen Boot-Code. Allerdings gibt es kaum leistungsfähige Grafikkarten zum Nachrüsten. Neben der direkt bei Apple erhältlichen Radeon HD 4870 bietet nur noch EVGA eine Geforce GTX 285 an - zum horrenden Preis von 360 Euro! Zum Vergleich: Eine rund 25 Prozent schnellere Geforce GTX 470 kostet nur 300 Euro.

Auch in den Macbooks sitzen keine High-End-Grafikkarten, sondern Mittelklasse-Chips vom Typ Geforce 320M und 330M. Damit spielen Sie zwar nicht in höchsten Einstellungen oder mit Kantenglättung, weniger anspruchsvolle Titel wie World of Warcraft , Torchlight oder Half-Life 2 laufen aber problemlos.