Star Wars: The Old Republic - Free2Play

Online-Rollenspiel  |  Release: 20. Dezember 2011  |   Publisher: Electronic Arts

Kolumne: Star Wars: The Old Republic wird Free2Play

Das Ende eines Irrtums

Weniger als ein Jahr nach Release zieht EA die Notbremse und ergänzt den vermeintlichen WoW-Killer um ein Free2Play-Modell. Das Ende eines Irrtums, sagt Jochen Gebauer.

Von Jochen Gebauer |

Datum: 02.08.2012


Star Wars: The Old Republic wird Free2Play :

Zum Thema » SWTOR wird Free2Play Infos zur F2P-Umstellung » MMO-Vergleich 2012 Duell der Online-Rollenspiele Star Wars: The Old Republic ab 7,49 € bei Amazon.de Am Ende einer Katastrophe steht immer die Frage: Wie konnte das bloß passieren? Star Wars: The Old Republic ist so eine Katastrophe– selbst wenn es mit dem angekündigten Hybrid-Modell seinen zweiten Frühling erlebt. Es ist eine Katastrophe für EA, das der New York Times zufolge 125 bis 200 Millionen US-Dollar in ein kurzlebiges Prestige-Objekt versenkte und dafür nun kübelweise Häme erntet, es ist eine Katastrophe für Bioware, das vor den Trümmern seines ehemals makellosen Rufs steht, und es ist eine Katastrophe für das Abo-Modell im Allgemeinen.

Wer sich heute schadenfroh die Hände reibt und »Ich hab’s ja gleich gesag!t« zwitschert, der möge sich bitte nicht beklagen, wenn er für sein Schwert in The Elder Scrolls Online mit Echtgeld-Cents bezahlen muss. Die fette Lady hat den Abgesang auf Abo-MMOs vielleicht noch nicht gesungen, aber sie macht sich gerade für ihren großen Auftritt bereit.

Wie also konnte das passieren? Wie brachte Bioware das Kunststück fertig, nur sieben Monate nach dem erfolgreichsten MMO-Launch der Spielegeschichte vor einem Scherbenhaufen zu stehen? Es ist eine verständliche Frage – aber es ist die falsche. Das Problem von The Old Republic war nie die Fallhöhe; es war die Messlatte. Wenn man sich mit World of Warcraft anlegen will, dann muss man sich mit dem World of Warcraft des Jahres 2012 anlegen – und nicht mit dem von 2005.

The Old Republic allerdings orientierte sich in nahezu allen relevanten Aspekten am Original-WoW: Die Maximalstufe war in ein paar Wochen erreicht, der Endgame-Content überschaubar, das Quest-Design aus der Steinzeit und der Service eine Frechheit.

Star Wars: The Old Republic wird Free2Play : Jochen Gebauer hatte Spaß an The Old Republic - aber nicht lange. Jochen Gebauer hatte Spaß an The Old Republic - aber nicht lange. »Bei WoW war das noch viel schlimmer«, lese ich zum SWTOR-Launch immer wieder. Die Server sind down? »Waren sie beim WoW-Start auch dauernd.« Absurd lange Warteschlangen? »Du Noob hast bestimmt nie WoW gespielt!« Gepatcht wird konsequent zur europäischen Hauptspielzeit? »Ach, als wir damals barfuß mit dem Bollerwagen nach Azeroth gelaufen sind …« Die Sache ist bloß die: World of Warcraft konnte sich das erlauben – es hatte bei Erscheinen schlicht keine Konkurrenz.

The Old Republic hingegen machte in Las Vegas ein Kasino auf und tat anschließend so, als habe man die einzigen Pokertische der Stadt. Mein ganz persönliches Highlight war ein unangekündigter Patch an einem Freitagabend, der potenzielle Probleme mit dem kostenlosen Test-Zugang am Samstag beheben sollte. Brutaler kann mir ein Spiel nicht stecken, dass es mich lediglich als Brieftasche begreift.

Das klingt jetzt vielleicht wie eine emotionale Abrechnung – aber das soll es gar nicht sein. Ich mag The Old Republic, und ich habe zwei großartige Monate mit meinem Imperialen Agenten verbracht. Dann allerdings hatte ich alles gesehen und alles erlebt, und mir war langweilig. Also habe ich einen Jedi-Botschafter gelevelt und festgestellt, dass vollvertonte Dialoge nur dann Spaß machen, wenn es spannende Dialoge sind. Und dass ich auf viele dieser vollvertonten Dialoge auch prima verzichten kann, weil sie mir ohnehin bloß in epischer, aber belangloser Breite erzählen, warum ich jetzt dringend zwölf Droiden-Sensoren einsammeln muss.

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Paradoxerweise hatte ich durch die Vollvertonung nicht mehr Spaß am Twinken – sondern weniger. »Bitte nicht noch ein republikanischer Hanswurst, der mir ein Ohr abkaut und am Ende doch bloß will, dass ich acht Rak-Ghoule töte«, würde ich denken und prompt sieben republikanischen Hanswürsten über den Weg laufen, die mir alle ein Ohr abkauten und am Ende doch bloß wollten, dass ich acht Rakghoule töte. Und irgendwann ging mir auf, dass ich auch bei The Old Republic genau den gleichen Stiefel mache wie bei jedem anderen MMO – bloß viel weniger davon.

Und darin liegt dann auch der fatale Irrtum von The Old Republic: Vollvertonung und Star-Wars-Flair können eben nicht kaschieren, dass es einfach zu wenig Spiel liefert, um mich länger als zwei oder drei Monate zum Bezahlen zu animieren. Das Problem ist nicht das Abo-Modell; sondern der Umstand, dass ich für den gleichen (oder sogar einen geringeren) Preis bei der Konkurrenz viel mehr Spiel für mein Geld bekomme. Natürlich kann man nun argumentieren, dass es unfair sei, ein junges MMO mit alten und mehrfach erweiterten Hüten zu vergleichen, aber das ist es nicht. Es ist die Marktrealität.

Wenn ein Autohersteller morgen einen Mittelklassewagen produziert, der einem VW-Golf in Sachen Ausstattung und Komfort hoffnungslos unterlegen ist, aber genau das gleiche kostet, dann hilft auch ein sprechendes Navigationssystem nicht. Mit einer schnell erreichten Maximalstufe und ein paar Endgame-Raids gewinnt man heute eben keinen Blumentopf, ganz egal, wie viel Spaß das Spiel bis dahin macht. Der nomadenhaften MMO-Sippe wird langweilig, die Karawane zieht weiter. The Old Republic wollte einen Thron erobern und ist daran spektakulär gescheitert. Das kann man schade finden oder verdient, man kann es bedauern oder belächeln, aber es ist nicht tragisch. Tragisch ist, dass es in der veröffentlichten Form nie eine Chance hatte.

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Avatar Xentor
Xentor
#1 | 02. Aug 2012, 17:25
Mann. Das ging aber Fix *grins*.
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Avatar weedhunter
weedhunter
#2 | 02. Aug 2012, 17:31
ich habe grundsätzlich nichts gegen abo modelle aber dann muss man dafür auch dementsprechend content und support geboten bekommen ! und natürlich muss das spiel dementsprechend gut sein was bei swtor nicht der fall ist ...
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Avatar SubSeven
SubSeven
#3 | 02. Aug 2012, 17:32
Zitat von :
Wer sich heute schadenfroh die Hände reibt und »Ich hab’s ja gleich gesag!t« zwitschert, der möge sich bitte nicht beklagen, wenn er für sein Schwert in The Elder Scrolls Online mit Echtgeld-Cents bezahlen muss.


Nur wenn man die falschen Schlüsse zieht. Das Problem an TOR war ja nicht das Abo Modell, sondern das Spiel ansich welches nach der "Level Phase" einfach null Content bot. Gerade auch als PvP Spieler stand man vor dem epischen Nichts. Dabei bietet das Szenario so viel Potential dafür.

Weiter warten auf DAOC 2..
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Avatar firestarter111
firestarter111
#4 | 02. Aug 2012, 17:32
erst hypen und wenns offensichtlich nix mehr zu verlieren gibt (z.b. von ea), dann plötzlich kritsch sein. erbärmlich ist das allmälich.

stimmt ja alles was da geschrieben steht, aber traut euch doch mal von anfang an, fragen zu stellen, die evtl. dem publisher weh tun. aber dem kunden vielleicht gut tun.
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Avatar Kehool
Kehool
#5 | 02. Aug 2012, 17:33
der ruf von bioware war bereits vor TOR nicht mehr makellos

ich sehe nicht wo das große problem liegen soll in zukunft hybriden aus abo modell und f2p zu veröffentlichen

solange das gut und fair umgesetzt wird kann es eigentlich nur eine bereicherung für das MMO genre werden

jene spiele die den spagat nicht richtig schaffen werden vermutlich untergehen
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Avatar Feschpa-Willi
Feschpa-Willi
#6 | 02. Aug 2012, 17:35
echt traurig dass sooo viel geld reingesteckt worden ist, aber am ende das spielerische total vernachlässigt worden ist. Vertonungen sind ja schön und gut, aber das spiel ist nun mal dsa wichtigste.
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Avatar Rettungsschirm
Rettungsschirm
#7 | 02. Aug 2012, 17:36
Abwertung?

ich mein...eine "Katastrophe" solte keine 86% nebst GoldAward bekommen...da passt igendwas nicht zusammen.

Klar...bei D III konnte man noch kräftig den Shitstorm für massig Klicks nutzen...bei SWTOR dürfte das Intresse nicht mehr so hoch sein und dementsprechend weniger Klicks...wenn ihr das jetzt mit dem Abwerten ernst meint, dann muss das hier jetzt durchgezogen werden.

edit:
"The Old Republic allerdings orientierte sich in nahezu allen relevanten Aspekten am Original-WoW: Die Maximalstufe war in ein paar Wochen erreicht"

bei WoW hatte ich bei classic /played 24 Tage bis zur Maximalstufe, bei SWTOR waren es 5 Tage...das nur eben am Rande.
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Avatar Wahnsinn
Wahnsinn
#8 | 02. Aug 2012, 17:36
Wie das Projekt soviel Geld verschlingen konnte kann ich nicht nachvollziehen, die Spielqualität rechtfertigt die Summe jedenfalls überhaupt nicht.
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Avatar Kuwabara
Kuwabara
#9 | 02. Aug 2012, 17:37
Das Bild + Jochen Gebauer hatte Spaß an The Old Republic - aber nicht lange.

Sieht aus wie das Ende einer scripted-reality-hartz-tv sendung xDD
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Avatar Tim13332
Tim13332
#10 | 02. Aug 2012, 17:39
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Kategorie: Free2Play Genre: Rollenspiel Release: 20.12.2011
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Details zu Star Wars: The Old Republic

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: Online-Rollenspiel
Release D: 20. Dezember 2011
Publisher: Electronic Arts
Entwickler: BioWare
Webseite: http://www.swtor.com/de
USK: Freigegeben ab 12 Jahren
Spiele-Logo: Download
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