Sword of the Stars: The Pit - PC

Action-Rollenspiel  |  Release: 21. Februar 2013  |   Publisher: -
Seite 1 2   Fazit Wertung

Sword of the Stars: The Pit im Test

Überleben im Untergrund

Sword of the Stars: The Pit sieht aus wie ein mundgerechter Retro-Happen für zwischendurch, entpuppt sich im Test aber als Monstrum mit 30 Stockwerken Tiefgang - in denen hinter jeder Ecke der permanente Tod lauert.

Von Christian Weigel |

Datum: 09.04.2013


Zum Thema » Sword of the Stars 2: Enhanced Edition Test zur Weltraumstrategie Was kommt heraus, wenn das Erbgut von Diablo und der innovativen Weltraum-Odyssee Faster Than Light im gleichen Reagenzglas landen und kurz aufgebrüht werden? Aus Diablo stammen die Monster, die Höhle und der Sammelwahn; FTL steuert die zweckmäßige Cartoon-Grafik und das Zufallselement bei, das jede Partie anders verlaufen lässt. Heraus kommt Sword of the Stars: The Pit , ein knallhart-fieses »Roguelike« mit Science-Fiction-Szenario, das von Kerberos, den Machern der Sword-of-the-Stars -Spiele als Spinoff beziehungsweise Nebenprodukt zu ihren Weltraumstrategie-Titeln entwickelt wurde. Mit gewaltigen Schlachten zwischen behäbigen Raumschiffen hat The Pit nichts zu tun - es geht um den verzweifelten Überlebenskampf eines einzelnen Abenteurers.

Zur Erklärung: Ein sogenanntes »Roguelike« ist ein Rollenspiel-Untergenre für Masochisten. Die meisten Spiele dieser Art zeichnen sich dadurch aus, dass der Spielcharakter in einem mehrstöckigen Untergrundkomplex - also in Höhlen, Kerkern oder in allem auf einmal - die tiefste Ebene erreichen muss, um dort ein sagenumwobenes Dingsbums zu finden oder einem besonders gemeinen Oberdämonen eine Tracht Prügel zu verpassen. Die wichtigste Eigenschaft eines solchen Roguelike ist der permanente Tod.

Abspeichern ist ein Luxus, den sich nur Spiele für Weichlinge leisten. Tot ist tot, zweite Chancen gibt es nicht. Stirbt die Spielfigur, heißt es: Neustart. Dieses unerbittliche, auch »Permadeath« genannte Spielelement brachte schon so manchen Spieler dazu, das nächstbeste greifbare Objekt unter Wutgebrüll aus dem Fenster zu pfeffern - es sorgt aber auch für einen unbeschreiblichen Nervenkitzel, der umso stärker wird, je länger ein Abenteuer andauert, da auch für gut ausgerüstete und entsprechend mächtige Spielfiguren hinter jeder Ecke ein unschönes Ende warten kann.

Wo kaufen?
Sword of the Stars: The Pit ist nur über Valves Onlineplattform Steam erhältlich und kostet dort 9,99 Euro. Nach dem Kauf ist das Spiel an Ihren Account gebunden. Ein Weiterverkauf ist daher nicht möglich.

Sword of the Stars: The Pit
Der schwarze Keil hinter der Spielfigur ist der tote Winkel. Selbst Weltraumingenieure haben nämlich hinten keine Augen.

Sword of the Stars: The Pit folgt dieser Tradition. Die Hintergrundgeschichte ist schnell erzählt: Auf einem abgelegenen Provinzplaneten hat sich eine Seuche ausgebreitet. Die einzige Hoffnung besteht darin, einen Abenteurer in eine sagenumwobene, von Aliens errichtete unterirdische Bunkeranlage namens »The Pit« zu schicken, da dort vielleicht ein Heilmittel zu finden ist. Das Gefühl, das uns in den Katakomben von The Pit beschleicht, erinnert stark an das erste Fallout und die (erfolglose) Suche nach dem Wasserchip in der verlassenen Vault 15.

Betreten auf eigene Gefahr

Zahllose Expeditionen haben bereits versucht, die Geheimnisse von »The Pit« zu ergründen - Es hat allerdings seinen Grund, dass keine von ihnen je zurückkehrte. Der Bunkerkomplex ist gespickt mit Fallen und Sicherheitssystemen. Mutierte Kreaturen, durchgegangene Sicherheitsbots und noch weitaus schlimmere Wesen haben sich auf allen 30 Stockwerken eingenistet, und zu allem Überfluss sind weite Teile der Anlage verstrahlt, vermint oder vergiftet.

Zu Beginn stehen drei Charaktere zur Auswahl: Marine, Scout und Engineer, die ihr Abenteuer mit jeweils unterschiedlicher Startausrüstung und verschiedenen Talenten antreten.

Wie zu erwarten ist der Marine ein zähes Frontschwein, das mit Sturmgewehr und Kampfmesser gleichermaßen gut umgehen kann. Schlösser knacken, Computer manipulieren und kaputte Apparaturen wie Computerarbeitsplätze und Sanitätsstationen wieder in Gang setzen ist nicht seine Stärke - schon eine verkeilte Spindtür treibt ihn zur Verzweiflung. Der Ingenieur ist bei solchen Tätigkeiten hingegen voll in seinem Element, dafür ist er nicht von so unverwüstlicher Natur wie der Marine und hat weniger Trefferpunkte. Die Scout-Lady und ihre Fähigkeiten sind ein Kompromiss zwischen den beiden Gegenpolen Marine und Engineer. Sie hat grundlegende technische Fähigkeiten, weiß sich aber auch zu wehren.

Sword of the Stars: The Pit : Der zähe Veteran verfügt über das beste Start-Arsenal, hat aber in Sachen Technik zwei linke Hände. Das macht aber nichts - wer braucht schon Feingefühl, wenn er auch mit dem Sturmgewehr versiert ist?

Der Marine
Der zähe Veteran verfügt über das beste Start-Arsenal, hat aber in Sachen Technik zwei linke Hände. Das macht aber nichts - wer braucht schon Feingefühl, wenn er auch mit dem Sturmgewehr versiert ist?

Apropos wehren: Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab; Spielfigur und Gegner agieren abwechselnd. Nach jeder Aktion des Helden dürfen sich auch die Monster bewegen oder angreifen. Solange wir uns nicht bewegen, in ein Sandwich beißen oder schießen und damit den nächsten Zug einleiten, können wir in aller Seelenruhe über unsere Taktik nachdenken und seelenruhig im Inventar nach der passenden Waffe wühlen. Gegen kleinere Gegner funktioniert das recht gut.

Da es aber keinerlei Deckungssystem gibt und keine Möglichkeit, aus einer geschützten Position heraus auf größere, gefährlichere Bedrohungen zu schießen, enden alle Kämpfe als simpler Schlagabtausch, bei denen derjenige gewinnt, der den meisten Schaden in der kürzesten Zeit anrichten kann. Das ist besonders bei Fernkampf-Gegnern frustrierend, da wir nach einem abgegebenen Schuss nicht in Deckung hechten können, sondern das Gegenfeuer aushalten müssen.

Diesen Artikel:   Kommentieren (24) | Drucken | E-Mail
Sagen Sie Ihre Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Sie sind noch nicht in der GameStar-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
Avatar Count-Zero
Count-Zero
#1 | 09. Apr 2013, 17:00
Ich mag solche kleinen Spielchen ja, aber dann doch eher Nethack. Ist im Prinzip ja eh das selbe und kostet nichts.
rate (6)  |  rate (1)
Avatar Droppi
Droppi
#2 | 09. Apr 2013, 17:53
gibt es in dem spiel grosse unterschiede zu dungeons of dredmor(nethack) ?
ist ja fast 1:1 das selbe :D
rate (6)  |  rate (0)
Avatar rickyfitts
rickyfitts
#3 | 09. Apr 2013, 18:18
Naja für unterwegs auf dem Tablet finde ich sowas ja ganz charmant und spaßig. Vor dem Heimrechner frage ich mich aber doch, warum ich bei der riesigen Auswahl an starken Spielen in meinem Steam-Sale-Rückstau mit so etwas meine Grafikkarte und Surroundanlage unterfordern soll
rate (5)  |  rate (8)
Avatar Hackt0r3
Hackt0r3
#4 | 09. Apr 2013, 18:29
Zitat von rickyfitts:
Naja für unterwegs auf dem Tablet finde ich sowas ja ganz charmant und spaßig. Vor dem Heimrechner frage ich mich aber doch, warum ich bei der riesigen Auswahl an starken Spielen in meinem Steam-Sale-Rückstau mit so etwas meine Grafikkarte und Surroundanlage unterfordern soll


Weil Spielspaß natürlich nur dank Technik kommt. :yes:
rate (17)  |  rate (2)
Avatar klink1980
klink1980
#5 | 09. Apr 2013, 19:04
Hm, grad die Grafik fand ich ja recht schnuckelig. Warum die nun grad als sooo unterirdisch angesehen wird.. Naja.
Ich werde nie diesen Rouge-like permadeath Spielen etwas abgewinnen können. Ich habe nämlich vor einem Spiel noch keine Ahnung davon, ob ich jetzt 30 min oder 3h am Stück spielen werde.
Was ist so schwer daran, das Permadeath "Feature" optional zu aktivieren bzw. zu deaktivieren zu können?
rate (2)  |  rate (6)
Avatar DrProof
DrProof
#6 | 09. Apr 2013, 19:37
Wirkt irgendwie wie das Doom RPG... Halt nur mit besserer Grafik... ^^
oder Dungeons of Dreadmore
rate (0)  |  rate (1)
Avatar Ixal
Ixal
#7 | 09. Apr 2013, 19:38
Zitat von klink1980:
Hm, grad die Grafik fand ich ja recht schnuckelig. Warum die nun grad als sooo unterirdisch angesehen wird.. Naja.


Kein großer Publisher, deshalb holt die GS die Keule raus um einen Gegenpol zu ihren Hypewertungen zu haben. Man muss ja zeigen das man kritisch ist.
rate (9)  |  rate (4)
Avatar Silverhawk170485
Silverhawk170485
#8 | 09. Apr 2013, 20:09
Das Spiel gibt es auch auf Gamersgate DRM-free + Steam Code. Es steht zwar nur DRM-free da, es ist aber auch ein Steam Code mit enthalten.

http://www.gamersgate.com/DD-SOTSPIT/sword -of-the-stars-the-pit
rate (2)  |  rate (0)
Avatar starliner78
starliner78
#9 | 09. Apr 2013, 20:13
aber jetzt mal ehrlich leute. heute brauchen die publisher ob groß oder klein nur retro draufzuschreiben und ne 8 oder 16bit grafik reinmachen und alles ist supertoll und innovativ. diese entwicklung ist doch bescheuert. ich meine nicht damit das das spiel schlecht ist aber ich kann diesen ganzen neo retro mist echt ncht mehr sehen. sicher gibt es schöne ausnahmen(to the moon,evoland) aber oft ist es nur schnelle geldmacherei. für retrofeeling muss ich kein spiel aus dem jahr 2013 mit hd support spielen sondern kram das mega drive oder snes raus und meinetwegen nem ich nen emulator. und ja damlas gab es auch schon bescheidene spiele wie rise of the robots und ähnliches. achja und nur weil alle anfangen space invader und pac man shirts tragen heisst das noch lange nicht das sie dieses lebensgefühl haben. das ist meine sicht der dinge. kleinschreibung ftw :)
rate (0)  |  rate (5)
Avatar rickyfitts
rickyfitts
#10 | 09. Apr 2013, 20:26
Zitat von Ixal:


Kein großer Publisher, deshalb holt die GS die Keule raus um einen Gegenpol zu ihren Hypewertungen zu haben. Man muss ja zeigen das man kritisch ist.


Sorry, das ist bullshit.
Trine 2 hat als Indi-Game eine 10/10 bei der Grafik bekommen.
Es muss aber auch einfach im Verhältnis bleiben. Sollen wir jetzt bei einem Indi-Spiel ultraveraltete Pixelgrafik, die noch nicht mal durch ein schickes Art Design beeindruckt, beklatschen?

DAS wäre in meinen Augen doch die pure Herablassung auf die Indi-Games. Das fiele so in die Kategorie: Lob für die Schulaufführung. Es klang zwar ganz furchtbar und die Bühnendeko ist auf halber Strecke umgefallen, aber die Kleinen haben sich so hübsch viel Mühe gegeben, dass wir sie jetzt trotzdem ganz doll loben und ein Eis mit ihnen essen gehen.
Nö. Muss ein Indi-Game nicht haben. GameStar ist da in vielen Fällen schon relativ gnädig und wertet auch oft das künstlerische Design höher als die Technik der Grafik (was ihnen bei jedem WoW Addon dann wieder zum Vorwurf gemacht wird). Dennoch sollte nicht verlangt werden, da mit zweierlei Maß zu messen. FTL habe ich auch gerne gespielt. Aber die Grafik fand ich scheiße. Da gab es vor 20 Jahren schon Spiele, die mit ihren 16 Bit Farben und 320x200er Auflösung schöneres gezeigt haben. Und das muss man auch offen sagen dürfen, ohne, dass die Indi-Polizei vorbeikommt und artenschutzmäßig ein Kritikverbot erteilt.
rate (5)  |  rate (4)

PROMOTION

Details zu Sword of the Stars: The Pit

Plattform: PC
Genre Rollenspiel
Untergenre: Action-Rollenspiel
Release D: 21. Februar 2013
Publisher: -
Entwickler: Kerberos Productions
Webseite: http://sots-thepit.com/
USK: keine Angabe
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 1947 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 155 von 327 in: PC-Spiele | Rollenspiel | Action-Rollenspiel
 
Lesertests: eigene Wertung abgeben
Spielesammlung: 5 User   hinzufügen
Wunschliste: 0 User   hinzufügen
The Pit bei GOG.com downloaden  The Pit bei GOG.com downloaden
 
top Top
Werde Fan von GameStar auf FacebookFacebook Aboniere den YouTube-Kanal von GamestarYouTube Besuche Gamestar auf Google+Google+ GameStar auf Twitter folgenTwitter Alle RSS-Feeds von GameStar.deRSS-Feeds Jetzt GameStar-Newsletter bestellenNewsletter
© IDG Entertainment Media GmbH - alle Rechte vorbehalten