Für viele Entwickler und Publisher sind gebrauchte Spiele ein großer Dorn im Auge, durch den sie ihre Gewinne geschmälert sehen. Michael Schmalz, Chef des kanadischen Studios Digital Extremes, zeigt im Gespräch mit GameStar ebenfalls wenig Verständnis für den Second-Hand-Markt.

Digital Extremes : Michael Schmalz von Digital Extremes. Michael Schmalz von Digital Extremes. »Der Handel mit gebrauchten Spielen ist im Grunde genommen legaler Diebstahl. Wir Entwickler sehen da keinen Cent mehr von unserem Produkten. Es kann nicht angehen, dass ein Call of Duty bei GameStop teilweise bis zu zehnmal getauscht wird. Die Händler verdienen so an unserer Arbeit, und das zu 100% Prozent.«

Damit, so Schmalz weiter, schaden sich Spieler auch selbst, denn die sinkenden Verkaufszahlen erhöhen den Druck auf die Studios. »Experimente sind so kaum noch möglich, weil man gezwungen wird, einen Hit zu landen - sonst kann das Studio zumachen.«

Daher schlägt Schmalz einen Kompromiss vor: »Ich weiß durchaus, dass viele Spieler mit dem Geld neue Spiele kaufen oder nur 60 Dollar ausgeben, weil sie wissen, dass sie bei Gamestop wieder 40 dafür bekommen. Mein Vorschlag ist daher, nach dem Release eine Art Schutzzeit einzuführen: Neue Titel könnten dann beispielsweise erst nach sechs Monaten zurückgetauscht werden.«

Michael Schmalz und Digital Extremes sind Veteranen der Spielebranche. Sie veröffentlichten 1993 ihr erstes Spiel Epic Pinball. 1998 landet sie zusammen mit Epic einen Welthit: Unreal definierte Standards im Shooter-Genre und zog etliche Fortsetzungen nach sich. Der Multiplayer-Modus erfreut sich nach wie vor einer großen Fangemeinde.

Zuletzt zeichnete Digital Extremes für die PC-Portierung von Homefront verantwortlich. Im Moment arbeitet das Team an The Darkness 2 .

Beachten Sie auch unsere aktuelle Umfrage zum Thema: Kaufen oder verkaufen Sie gebrauchte PC bzw. Konsolen-Spiele?