Urban Empire : Urban Empire macht uns zum Bürgermeister. Statt Stadtbau steht aber eher das Politische im Mittelpunkt. Urban Empire macht uns zum Bürgermeister. Statt Stadtbau steht aber eher das Politische im Mittelpunkt.

Auf der Game Developers Conference hat uns Kalypso das just angekündigte Urban Empire vorgeführt. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Städtebauspiel à la Cities: Skylines und SimCity. Allerdings wird hinter den vermeintlich friedlichen Stadtkulissen mit harten Bandagen gekämpft. Politik spielt hier nämlich eine zentrale Rolle, als Bürgermeister können wir nicht einfach frei schalten und walten, sondern müssen unsere politischen Rivalen im Zaum halten und mit Parteien schachern. Deshalb nennt Kalypso Urban Empire auch nicht »Citybuilder«, sondern »Cityruler«.

Das Konzept klingt durchaus interessant, auch wenn der eigentliche Städtebauaspekt weniger ausgefeilt als bei Cities: Skylines: Um neue Viertel anzulegen, »malen« wir beispielsweise einfach eine Fläche, die Urban Empire nach unseren Schieberegler-Vorgaben automatisch mit Straßen und unterschiedlichen Bauzonen (Wohnungen, Industrie, Gewerbe oder Mischformen) füllt. Der (durchaus lebhafte) Straßenverkehr ist kosmetisch, Staus und das Verkehrsmanagement spielen keine Rolle.

Politik statt Aufbau

Spannend wird's dann eben bei der Politik. Einerseits müssen wir uns als Bürgermeister bei den Bewohnern einschleimen, indem wir ihre Bedürfnisse erfüllen (Sicherheit, Gesundheit, Bildung, etc.), andererseits möchte bei allen politischen Entscheidungen - etwa der Einführung einer Tabaksteuer - der Stadtrat eingebunden werden: Hier sitzen unterschiedliche Parteien, die mal mehr, mal weniger bereit sind, für unser Vorhaben zu stimmen. Auch der Bau neuer Viertel kostet nicht nur Geld (je größer, desto mehr), sondern benötigt auch politische Zustimmung.

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Da wir eine Mehrheit brauchen, müssen wir versuchen, Kritiker umzustimmen - indem wir sie sanft bitten oder unsanft bedrohen. Letzteres ist im Regelfall recht effektiv, verringert aber die zukünftige Kooperationsbereitschaft spürbar. Alternativ greifen wir in die politische Trickkiste und wühlen etwa in der Vergangenheit eines Parteichefs. Mit schmutzige Geheimnissen können wir ihn erpressen - oder wir veröffentlichen sie und schaden seinem Ansehen in der Bevölkerung. Das ist besonders praktisch vor Wahlen, falls eine unliebsame Partei zur stärksten Kraft zu werden droht.

Aus der Vergangenheit in die Zukunft

Dabei überspannt Urban Empire mehrere Generationen, wir lenken die Stadt von der industriellen Revolution bis in die nahe Zukunft, gründen also gewissermaßen eine Bürgermeister-Dynastie. Außerdem erforschen wir Technologien, die neue Gebäude und Elemente freischalten - etwa Gaslaternen oder Computerspiele, die unsere Bewohner zufriedener machen. Das sieht derzeit allerdings noch simpel aus: Wir warten einfach, bis der gewünschte Fortschritt »fertig« ist, dann wählen wir den nächsten, und so weiter. Bleibt abzuwarten, ob die Forschung auch strategische Tiefe entwickelt.

Größe entwickeln zumindest die Karten, der präsentierte Landstrich bietet genügend Raum für zahlreiche Viertel und große Metropolen. Politik und Epochenwechsel sind interessante Konzepte, Urban Empire ist eben nicht der x-te Citybuilder - und damit auch kein direkter Konkurrent zum erfolgreichen Cities: Skylines. Sobald es etwas Spielbares gibt, stürzen wir uns in ein Video.

Urban Empire