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Auf geht's

Urban Empire im Test - Politische Wirrungen

Urban Empire entpuppt sich im Test als ambitionierte Städte-Sim, die ausgerechnet an der Informationspolitik scheitert.

von Benjamin Danneberg,
20.01.2017 12:00 Uhr

Urban Empire - Die Bürgermeister-Simulation im Video-Test 7:28 Urban Empire - Die Bürgermeister-Simulation im Video-Test

Die erste Frage in Urban Empire: Ist unser Bürgermeister ein Mitglied des aristokratischen Landadels? Ein technikaffiner Denker, ein irischer Arbeiter oder gar ein russischer Immigrant. Unsere Wahl definiert unterschiedliche Boni für unsere spätere Stadt. Der Russe Vasiliy Shuysky etwa hat die Eigenschaft »Elitär«, was sich positiv auf Wachstum und soziales Leben von Elite und Mittelschicht auswirkt, Arbeiter und Unterschicht aber benachteiligt.

Im fiktiven Land Swarelia gründen wir die Stadt Kaisershafen. Ein Popup-Tutorial bringt uns die ersten Schritte bei, dann ziehen wir das Rathaus hoch. Die Aufbau-Animationen der Gebäude sind simpel, die Häuser selbst weisen dafür einige hübsche Details auf. Wenn die Stadt allerdings gewachsen ist, macht sich nicht nur eine gewisse Eintönigkeit in der Optik breit, Urban Empire ruckelt dann auch auf starken Rechnern.

Neue Bezirke planen wir über ein einfaches Tool, bestehende Bezirke können wir jederzeit (die Zustimmung des Rats vorausgesetzt) verändern und mit neuen Dienstleistungen erweitern. Neue Bezirke planen wir über ein einfaches Tool, bestehende Bezirke können wir jederzeit (die Zustimmung des Rats vorausgesetzt) verändern und mit neuen Dienstleistungen erweitern.

Aber noch ist unsere Stadt klein, die ersten Leute ziehen ein und wir müssen ab sofort ihre Bedürfnisse befriedigen. Die lesen wir am sogenannten Rad des Lebens ab, einer Anzeigeleiste am oberen Bildschirmrand. Soziales Leben (kommunale Dienstleistungen und Verordnungen), Sicherheit (Polizei, Feuerwehr), physisches Umfeld (Parks), Gesundheit (Kliniken), persönliches Wachstum (Bildung) und Spaß (Theater, Sport, Unterhaltung) sind die sechs Grundpfeiler, die über die Zufriedenheit der Bürger entscheiden.

Nichts ohne den Stadtrat

Ob es die Bürgermeisterwahl ist, eine Bezirksänderung, Steuern oder neue Verordnungen: Alles muss vom Rat abgenickt (oder abgelehnt) werden. Ob es die Bürgermeisterwahl ist, eine Bezirksänderung, Steuern oder neue Verordnungen: Alles muss vom Rat abgenickt (oder abgelehnt) werden.

Zufriedenheit bestimmt das Wahlverhalten, das wiederum die Parteien im Stadtrat beeinflusst. Als unabhängiger Bürgermeister sind wir nämlich vom Wohlwollen der Parteien und ihren Stimmen abhängig. Sämtliche Änderungen an der Stadt (neue Bezirke, Veränderung von Zonen, neuer Straßenbelag oder der Bau von Dienstleistungsgebäuden) müssen allesamt vom Rat abgenickt werden. Erst planen wir und danach geht dieses Vorhaben als Antrag an den Stadtrat. Nur wenn der Antrag angenommen wird, werden unsere Planungen umgesetzt.

Ein politischer Kompass gibt vorab an, wie die Parteien zu unserem Vorhaben stehen. Das ist wichtig, denn sobald wir den Antrag eingereicht haben, gibt es kein Zurück mehr. Das jeweils aktuelle Stimmungsbild sehen wir im Stadtrat anhand eines Abstimmungsbalkens, in dem die Parteien in ihrem voraussichtlichen Wahlbereich dargestellt sind.

Parteien und Wahlen

Ob die Ratsmitglieder für einen Antrag stimmen, hängt von der Ausrichtung der Partei und den kommunalen Umständen ab. Ist die Stadt pleite, kommt eine Steuererhöhung in der Regel ohne den Wiederstand der Konservativen durch. Linke Parteien lieben Steuererhöhungen sowieso. Wir müssen also darauf achten, welche Anträge wir wann vorbringen.

Mit Bitten, Fordern, Drohen und sogar Erpressung versuchen wir, die Ratsmitglieder zu beeinflussen. Mit Bitten, Fordern, Drohen und sogar Erpressung versuchen wir, die Ratsmitglieder zu beeinflussen.

Haben wir starke linke Parteien, können wir die Eliten ordentlich besteuern, mit starken Rechts-Konservativen bringen wir eher Maßnahmen gegen die Unterschicht durch. Das schafft theoretisch die gewünschte Spieltiefe, praktisch leidet das Konzept aber daran, dass uns das Spiel zu wenig Informationen zur Verfügung stellt. Wie wählen die Bürger ihre Parteien und warum? Wir bekommen nur durch Zeitungsmeldungen die Ergebnisse einer Wahl um die Ohren gehauen, wie es dazu kam, erfahren wir nicht.

Mit ein bisschen Spionieren können wir Wahlen auch anders gewinnen, nämlich indem wir belastendes Material gegen eine Partei verwenden. Doch dafür müssen wir zunächst Forschung betreiben.

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