Zum Thema » Die Siedler auf Abwegen Preview zu Königreiche von Anteria Valhalla Hills ab 17,97 € bei Amazon.de Valhalla Hills für 23,99 € bei GamesPlanet.com Die Entwickler bei Funatics kehren mit Valhalla Hills zurück zu ihrer Spezialität: Klassische Aufbauspiele mit Wikingern. Das ging damals mit Cultures los, ihrem neuen Werk merkt man aber noch ein zweites Erbe an. Bei Funatics sitzen nämlich auch einige Veteranen von BlueByte, die seinerzeit unter anderem an Die Siedler 2 beteiligt waren. Valhalla Hills will entsprechend gezielt den Geist dieses Aufbauklassikers einfangen - und könnte damit genau in die Lücke stoßen, die das von vielen Fans (und uns) scharf kritisierte und mittlerweile auf unbestimmte Zeit verschobene Die Siedler 8 frei gelassen hat. Am 24. August soll das Spiel in den Early Access gehen, wir haben aber bereits mit einer Vorabversion drauflos gesiedelt.

Bauen wie früher

Kaum, dass wir unser erstes Dorf hochziehen, fühlen wir uns auch gleich heimisch: Holzfäller und Steinmetz für die Grundversorgung bauen, die Gebäude mit Straßen verbinden, dann stetig in komplexere Produktionsketten expandieren - eben wie wir es von früher kennen. Unsere Wikinger verrichten ihre Arbeit automatisch und lassen sich nicht direkt steuern. Wir müssen unsere Gebäude also geschickt platzieren, um Laufwege zu minimieren und Ressourcen möglichst effizient abzubauen und weiterzuverarbeiten.

Wobei die Produktionsketten insgesamt nicht allzu umfangreich ausfallen. Zwar gibt es etwa die klassische Progression von der Getreidefarm in die Mühle in die Bäckerei, aber es fehlt beispielsweise die Möglichkeit aus Siedler 2, das Getreide auch an Zuchtschweine oder Packesel zu verfüttern.

Dafür haben unsere Wikinger wie beim Klassiker Cultures diverse Grundbedürfnisse: Sie werden regelmäßig hungrig, müssen schlafen und treffen sich gern am Lagerfeuer zum angeregten Gespräch. Um genügend Schlafplätze bereitzustellen, ziehen wir Wohnhäuser hoch. Sonst ratzen die Wikinger einfach unterm nächsten Baum und brauchen entsprechend länger, bis sie wieder putzmunter an die Arbeit gehen. Das Spiel folgt einem echten Tag-Nacht-Rhythmus, wenn im Dunkeln in jedem Gebäude ein Feuer brennt, sehen unsere Dörfchen besonders idyllisch aus. Valhalla Hills entfaltet mit seinem Comiclook einigen Charme, auch wenn es aus der Nähe doch etwas detailarm wirkt - dass die Unreal Engine 4 dahintersteckt, sieht man ihm nicht unbedingt an.

Valhalla Hills : Steht die Sonne am Himmel, arbeiten unsere Wikinger fleißig.

Tag
Steht die Sonne am Himmel, arbeiten unsere Wikinger fleißig.

Die Reise nach Valhalla

Eine echte Storykampagne gibt es in Valhalla Hills nicht, stattdessen bietet es endlosen Nachschub an prozedural generierten Insellevels. Unser Ziel ist dabei immer das gleiche: Auf dem höchsten Punkt der Insel wartet ein Portal, das unsere Wikinger auf ihrer Reise zu Odins Götter-Festtafel in Valhalla weiterbringt und somit uns ins nächste Level. Die Pforte wird allerdings von Monstern bewacht, mit denen wir auf zwei Arten fertig werden können.

Entweder auf die kriegerische: Wir ziehen Armeelager hoch, berufen dort Wikinger als Kämpfer ein und platzieren das Lager dann neben dem Portal, damit unsere Jungs die Monster ordentlich abwatschen. Anfangs geht das noch deutlich zu einfach, unsere Wikinger können sich nämlich aus Ästen und Steinen primitive Äxte basteln und das reicht dann oft schon, wenn wir nur genügend Leute schicken - so rushen wir die ersten Maps in Minuten durch, ohne überhaupt einen Waffenschmied bauen zu müssen.

Valhalla Hills : Unser Ziel ist immer, dieses Portal am Gipfel einer jeden Karte zu öffnen.

Auf zum Portal
Unser Ziel ist immer, dieses Portal am Gipfel einer jeden Karte zu öffnen.

Später werden die Monster aber gefährlicher. Dann wollen Minen und Schmieden für bessere Waffen errichtet werden und die Krieger mit Gold und Bier bei Laune gehalten werden. Außerdem wird die Route zum Portal selbst kniffliger, weil die Karten wachsen. Dann müssen wir Zwischenstopps errichten, damit unsere Jungs und Mädels auf dem Weg ein paar Rationen einwerfen können und nicht gnadenlos verhungern. Das Essen will aber auch erstmal hochgebracht werden, denn in den verschneiten Gipfeln wächst kein Getreide mehr. Das sorgt für angenehm knifflige Logistik-Herausforderungen.

Und wir können unseren Kriegern die Arbeit noch auf eine andere Weise erleichtern: Die Monster lassen sich nämlich auch durch Opfergaben beschwichtigen. Dazu müssen wir einen Altar errichten und dort etwa 20 Brotlaibe deponieren, um eine Gruppe Monster verpuffen zu lassen. Wir können so auch ganz ohne Kampf das Portal freilegen, müssen es aber trotzdem noch erreichen. So gelingt Valhalla Hills auf einfache und elegante Art der Spagat zwischen militärischem oder wirtschaftlichem Sieg, oder einer Mischung aus beidem, ganz nach unserem Geschmack.