Wer mich kennt, der weiß, dass ich Ambilight trotz anfänglicher Skepsis sehr gerne mag, wie ich auch schon auf GameStar.de wiederholt erzählt habe.
Was ist Ambilight? Im Kern geht es darum, dass LEDs auf der Rückseite eines TVs oder eines Monitors in der Farbe leuchten, die an der entsprechenden Stelle des Bildschirms aktuell zu sehen ist. Das sorgt für eine gewisse indirekte Erweiterung des Sichtfeldes und kann sehr stimmungsvoll sein.
Unter dem Namen Ambilight hat der Hersteller Philips ein Patent darauf. Bei PC-Monitoren kommt es aber nur für die abgespeckte Variante Amibglow mit vergleichsweise wenigen LEDs zum Einsatz.
Das führt dazu, dass mein alter Full-HD-Fernseher 46PFL7605H aus dem Jahr 2011 diese Form der Beleuchtung den allermeisten PC-Monitoren bis heute voraus hat. Doch inzwischen gibt es immer mehr alternative Lösungen.
Eine ganz andere TV-Besonderheit: Der transparente Fernseher von LG, den Kollege Patrick sich anschauen konnte
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Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert
Um das nochmal zu betonen: Ich empfinde es als sehr angenehm, mit Ambilight fernzusehen.
Am Anfang empfand ich die schnellen Farbwechsel zwar als etwas irritierend. Nach einer Justierung der passenden Einstellung am TV und einer kurzen Eingewöhnungszeit habe ich das aber im Handumdrehen überhaupt nicht mehr wahr genommen.
Stattdessen wirkt es auf mich sehr immersiv, dass das Bild auf dem TV gewissermaßen in den Raum weitergetragen wird. Ein subtiler, aber cooler Effekt, den ich längst nicht mehr missen möchte!
Wie ihr selbst Ambilight Nachrüsten könnt
Es gibt einige Hersteller wie Govee, Philips selbst oder Nanoleaf, die LED-Streifen zum Selbst-Aufkleben und passende Ergänzungslösungen anbieten, über die das Bild auf dem Monitor (oder TV) zur korrekten Farbwiedergabe analysiert wird.
Die folgenden Lösungen sind dabei aktuell gängig:
- Kamerabasiert (z.B. Govee TV LED Backlight): Ihr bringt eine zusätzliche Kamera an dem gewünschten Gerät an, die das Bild analysiert. Die Installation ist recht simpel, aber die Genauigkeit nicht so hoch und die Farbwiedergabe kann durch das Umgebungslicht beeinflusst werden.
- HDMI-Boxen (z.B. Philips Hue Sync Box): Zwischen die Bildquelle wie etwa eine Grafikkarte und den Monitor wird eine HDMI-Box geschaltet. Das sorgt für eine besonders hohe Genauigkeit und geringe Latenz, aber solche Boxen stellen auch meist die teuerste Nachrüst-Variante dar.
- Software-Lösungen (z.B. Goovee Gaming LED Strip G1): Der LED-Streifen verbindet sich per WLAN mit einer App und kann per Desktop-Software auf einem PC im gleichen Netzwerk die Bildinhalte analysieren. Eher günstig, aber es kann zu gewissen Latenzen und einer leichten Belastung der CPU kommen. Außerdem funktioniert es nicht mit TVs.
- Verbindung per USB (z.B. Nanoleaf PC Screen Mirror Lightstrip): Hier werden die LED-Streifen per USB mit dem Rechner verbunden. Erneut kommt eine Software zum Einsatz, die die LEDs steuert (TVs sind hier deshalb ebenfalls außen vor). Auch das ist recht günstig, aber die Latenz kann ebenfalls ein gewisses Problem sein.
- Bastellösung mit Raspberry Pi oder Arduino: Erfordert am meisten Einarbeitung, ist dafür aber auch potenziell am günstigsten.
Auch ihr seid übrigens sehr von Amiblight angetan, wie ihr uns in der Umfrage von Maxes Hintergrundartikel zu der Technik vor etwa einem Jahr mitgeteilt habt:
Zwei Haken im Vergleich zum TV bleiben für mich
Doch auch, wenn mein alter Fernseher den meisten PC-Monitoren das Ambilight-Feature voraus hat, funktioniert es am Rechner meiner Erfahrung nach nicht ganz so gut wie am TV.
Das liegt vor allem an drei Gründen:
- Mein PC-Monitor steht weiter weg von der Wand als mein Fernseher, was die Intensität des farblich angepassten Lichts potenziell mindert.
- Ich selbst bin gleichzeitig viel näher am PC-Monitor dran als am Fernseher, wodurch weniger von dem Licht in meinem peripheren Sichtfeld für mich wahrnehmbar ist als am TV.
- In meinem Büro beziehungsweise am Rechner ist mein Umgebungslicht heller als im Wohnzimmer beim Fernsehen. Auch das mindert die Intensität des wahrgenommenen Ambilight-Lichts.
Letztlich ist das aber auch eine Frage der subjektiven Wahrnehmung und des genauen Setups, sowohl im Wohnzimmer als auch im Arbeitszimmer.
Ist ein 8K-TV sinnvoll? Ich habe den Selbsttest gemacht
So oder so gilt: Mein Ambilight gebe ich nicht mehr her! Mein alter Full-HD-Fernseher darf dann aber doch irgendwann mal die Segel streichen, wenn auch nicht im Tausch gegen ein 8K-Modell (siehe den Link oben).
Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch Guides zum Nachrüsten von Ambilight auf GameStar.de wünschen würdet und wie eure Erfahrungen mit dem Thema sind, insbesondere bei PC-Monitoren. Ich freue mich auf euren Input dazu!

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