Laut Psychologie haben diejenigen, die in den 60er- und 70er-Jahren aufgewachsen sind, mentale Stärken entwickelt, die durch heutige Technik verloren gehen

In den letzten 60 Jahren hat sich die Welt stark verändert, und mit ihnen die Art und Weise, wie Menschen mit verschiedenen Herausforderungen umgehen.

Wie heißt es doch so schön? Wir sind alle Kinder unserer Zeit. (Bild: genbeta.com) Wie heißt es doch so schön? Wir sind alle Kinder unserer Zeit. (Bild: genbeta.com)

Wenn man auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen schaut, spielt das persönliche und gesellschaftliche Umfeld eine wichtige Rolle. Es beeinflusst in großem Maß, welche Stärken und Schwächen man ausbaut.

Das Psychologie-Portal Cottonwood Psychology (via genbeta.com) hat in diesem Zusammenhang einen interessanten Blick auf typische Eigenschaften von Menschen geworfen, die in den 1960ern und 1970ern aufgewachsen sind.

So manche Stärke, die man damals entwickelt hat, ist demnach heute deutlich weniger ausgeprägt aufgrund des technologischen Fortschritts, der eben sowohl Vor- als auch Nachteile hat. Einige dieser Stärken schauen wir uns in diesem Artikel kurz näher an.


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1. Mit Langeweile umgehen können

Oder wie es bei Cottonwood Psychology heißt: Du hast gelernt, dich selbst ohne Bildschirme zu bespaßen. Da es in den 60ern und 70er keine Abkürzung über das Handy, Spiele-PCs oder Konsolen gab und Fernseher längst nicht so weit verbreitet waren wie heute, musste man kreativ werden.

Aus Stöcken werden Schwerter, aus einem Haufen Decken und Kissen eine Höhle und aus Bürgersteigen Kreidestädte.

Das kann Jahrzehnte später immer noch von Vorteil sein, wie die Webseite folgendermaßen beschreibt:

Heute zeigt sich das darin, dass man sich mit einer Tasse Kaffee hinsetzen und sich wirklich zufrieden fühlen kann. Man braucht nicht jede Sekunde einen Bildschirm in der Hand. Man weiß, wie man seine Gedanken schweifen lässt. Natürlich war nicht immer alles rosig. Manchmal fühlte sich Langeweile einsam an. Doch selbst das hat einem beigebracht, mit Leere umzugehen – etwas, das vielen Menschen heute sehr schwerfällt.

Das ist nicht wenigen längst bewusst, nicht umsonst gibt es beispielsweise Apps, die dabei helfen sollen, die persönliche Bildschirmzeit zu verringern.

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2. Probleme selbst lösen

Heutzutage haben wir praktisch immer die Möglichkeit, auf dem Handy nach der Lösung eines Problems zu suchen. Wir können googeln, ChatGPT fragen und den Weg mit Google Maps finden.

Das ist ohne Frage äußerst praktisch, aber möglicherweise wieder eine Abkürzung, die verhindert, dass wir unsere Kreativität fördern. Und wenn dann mal kein Handy zur Hand ist oder kein Netz, dann fällt es uns möglicherweise schwer, mit einer bestimmten Herausforderung umzugehen.

Die positive Kehrseite in Bezug auf Menschen, die in den 60er und 70ern aufgewachsen sind, formuliert Cottonwood Psychology so:

Man hat gelernt, Probleme spontan zu lösen. Eine falsche Abzweigung war keine Katastrophe. Es war eine Herausforderung. Man hat nach Orientierungspunkten gesucht, einen Fremden gefragt und es so lange versucht, bis man ans Ziel gekommen ist. Heute zeigt sich das darin, wie man mit Verwirrung umgeht. Wenn das Leben einen mit etwas Unbekanntem konfrontiert, ist der erste Impuls, herumzuprobieren und zu testen. Man gerät nicht in Panik, nur weil man die Antwort noch nicht kennt.


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3. Unruhe und Chaos souverän aushalten

Privatsphäre war früher oft schwerer zu bekommen als heute, auch in Bezug auf Technologie. Telefone gab es etwa auch in den 60er und 70ern schon, aber oft nur eines für die ganze Familie. Und wenn man es benutzt hat, konnte jeder zuhören.

Sich ein Zimmer mit einem Geschwisterkind teilen müssen, dürfte heute ebenfalls seltener gegeben sein als früher, allein aufgrund der sinkenden Geburtszahlen. Lagen sie Mitte der 1960er noch im Bereich von 2,5 Kindern pro Frau, sind es heute nur noch etwa 1,3 Kinder pro Frau (Quelle: Tagesschau.de).

Was erstmal negativ klingt, kann den positiven Nebeneffekt haben, dass man besser mit unruhigen Situationen umgeht, wie Cottonwood Psychology folgendermaßen beschreibt:

Vielleicht ist das auch der Grund, warum man ein bisschen Chaos gut wegsteckt. Ein lautes Büro oder ein geschäftiges Zuhause bringen einen nicht so sehr aus der Fassung. Das Nervensystem hat gelernt, in ständiger Bewegung zu funktionieren.

Eine Frage des Blickwinkels

Der Artikel geht auf viele weitere Punkte ein (insgesamt sind es zwölf), oft ohne direkten Bezug zu Technologie. Die gerade angesprochene Ambivalenz der möglichen Auswirkungen des privaten und gesellschaftlichen Umfelds findet sich dabei oft wieder.

Ein Beispiel ist der Punkt Du bist durch die „Komm drüber hinweg“-Erziehung abgehärtet worden. Gemeint ist eine Art der Erziehung, die wenig Schwäche zulässt und die davon ausgeht, dass man sich meistens nur nicht so anstellen müsse, um weiter oder wieder besser klarzukommen.

An der Oberfläche, so Cottonwood Psychology, habe man dadurch gelernt, Schmerz wegzustecken und echtes Durchhaltevermögen entwickelt. Die Kehrseite sei aber gleichzeitig, dass man dadurch dazu neigt, seine Gefühle zu verstecken, was gerade auf Dauer seelisch sehr ungesund sein kann.

Doch selbst das lässt sich noch positiv betrachten:

Diese Geschichte kann auch dazu inspirieren, seine Rolle als Elternteil oder Großelternteil auf eine neue Art und Weise zu gestalten. Man weißt ja, wie es sich anfühlte, als niemand fragte: „Wie geht es dir wirklich?“. Vielleicht ist man dann derjenige, der einem Kind in die Augen schaut und ein bisschen länger zuhört.

Oder man hört genau so wenig zu und fragt genau so wenig nach wie seine Eltern.


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Welche Variante davon es wird, hängt von vielen verschiedenen und sehr individuellen Faktoren ab. Selbstredend gehören das Jahr unserer Geburt und die Umstände unseres Lebens dazu, insbesondere des frühen Lebens in jungen Jahren.

Am Ende zählt aber immer das, was wir daraus machen. Doch manchen legt das Leben dabei mehr Steine in den Weg als anderen.

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