2012 stürzten Wissenschaftler absichtlich eine Boeing mit über 200 km/h ab und das aus gutem Grund

Crashtest mit einem Flugzeug? 2012 haben Forscher so einen in der Wüste Mexiko ausgeführt, um wichtige Erkenntnisse für die Flugsicherheit zu sammeln.

2012 wurde absichtlich ein Passagierflugzeug des Typs Boing 727-200 zum Absturz gebracht. 2012 wurde absichtlich ein Passagierflugzeug des Typs Boing 727-200 zum Absturz gebracht.

Im April 2012 wurde in der Laguna Salada-Wüste in Mexiko ein bemerkenswertes Experiment durchgeführt, das Erkenntnisse über Flugzeugunglücke liefern sollte. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen wurde eine Boeing 727-200 in den Wüstensand gestürzt, wobei das Flugzeug komplett zerstört wurde. Doch dieser Absturz war kein Unfall, sondern Teil eines Experiments.

Besatzung sprang kurz vor Absturz ab

Das Experiment wurde von Dragonfly Film and TV Productions für eine Folge der TV-Serie »Curiosity« des Discovery Channels durchgeführt. Die echte Boeing 727-200 wurde mit Sensoren, Kameras und 15 Testpuppen ausgestattet, um die Auswirkungen eines Flugzeugabsturzes auf die Passagiere zu analysieren.

Die Vorbereitungen für das Experiment dauerten mehrere Monate und schließlich wurde der 27. April als Absturzdatum festgelegt. Die Laguna Salada-Wüste in der Region Sonora diente als Aufprallort.

Das Maneuver könnte glatt aus einem Action-Film stammen: Pilot Jim Bob Slocum führte das Flugzeug bis kurz vor dem Aufprall, als er und 5 weitere Besatzungsmitglieder mit Fallschirmen absprangen und Chip Shanle, ein ehemaliger Marinepilot, die Fernsteuerung übernahm.

Der extravagante Crashtest war äußerst anspruchsvoll und kostspielig. Das Team erwarb eine gebrauchte Boeing 727-200 zu einem Preis von rund 450.000 US-Dollar. Das Flugzeug hatte eine lange Geschichte und wurde bereits von verschiedenen Fluggesellschaften genutzt. 

Mehrere Kameras dokumentierten den Moment des Aufpralls, bei dem die Boeing mit einer Geschwindigkeit von 225 km/h flog und mit einer Sinkrate von 460 m pro Minute auf den Wüstenboden traf. Die vordere Sektion des Flugzeugs zerbrach, während der Rumpf über den Sand glitt. Ihr könnt euch mit dem folgenden Ausschnitt einer Dokumentation den Moment des Absturzes selber ansehen:

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Die Untersuchung der Ergebnisse ergab, dass bei einem tatsächlichen Flugzeugunglück keiner der Passagiere, die sich hinter Sitzreihe sieben befanden, überlebt hätte.  Insbesondere der Sitz 7A wurde 152 Meter weit weggeschleudert. 

Diejenigen, die sich in der Nähe der Tragflächen befanden, hätten einige Verletzungen erlitten, während diejenigen im hinteren Teil des Flugzeugs, nahe dem Heck, die besten Überlebenschancen gehabt hätten.

Das Experiment lieferte auch Erkenntnisse über das Verhalten von Handgepäck während eines Absturzes sowie die Bedeutung von Sicherheitsgurten und der richtigen Sicherheitsposition vor dem Aufprall. So kann Anschnallen sogenanntes »Submarining« verhindern, bei dem der Passagier bei einem Aufprall unter die Sitze rutscht und die richtige Brace-Position eine Gehirnerschütterung und Kopfverletzungen vorbeugen. 

Der spektakuläre Test hat dazu beigetragen, das Wissen über Flugzeugunglücke zu erweitern und Maßnahmen zur Verbesserung der Flugsicherheit zu entwickeln. 

Was haltet ihr von dem Experiment? Sollte dieser mit einer Boeing 747 oder anderen Modellen wiederholt werden? Schreibt es uns in die Kommentare! 

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