Als Steve Jobs 2011 starb, hinterließ er ein Erbe, das die Welt veränderte – und ein Vermögen in Milliardenhöhe. Seine Ehefrau Laurene Powell Jobs nutzt diesen Reichtum heute nicht etwa für einen luxuriösen Ruhestand, sondern für eine ehrenvolle Mission: Sie will das Geld für gute Zwecke einsetzen.
Jahrelang blieb es still um Laurene Powell Jobs. Während ihr verstorbener Ehemann die Tech-Welt mit Apple-Keynotes in Atem hielt, arbeitete sie im Hintergrund an Bildungsreformen und sozialen Projekten. Doch in einem seltenen und sehr persönlichen Interview mit der New York Times gab sie Einblicke in ihre Einstellung zu Reichtum, Erbe und sozialer Gerechtigkeit.
Wer ist Laurene Powell Jobs?
Laurene Powell Jobs ist weit mehr als nur die Frau an der Seite von Steve Jobs gewesen. Die heute 63-Jährige lernte den Apple-Gründer 1989 kennen, als er einen Vortrag an der Stanford University hielt, wo sie studierte. Über zwei Jahrzehnte lang begleiteten sie sich gegenseitig, während Apple vom Garagen-Unternehmen zum wertvollsten Konzern der Welt aufstieg.
Doch schon während dieser Zeit baute sie ihre eigene Identität als Philanthropin auf. Sie gründete College Track, eine Organisation, die benachteiligten Jugendlichen hilft, einen College-Abschluss zu erreichen.
Später rief sie das Emerson Collective ins Leben: eine Mischung aus Investmentfirma und Wohltätigkeitsorganisation, mit der sie heute Einfluss auf Politik, Medien und soziale Gerechtigkeit nimmt.
Ihr Handeln wird dabei stark von einer Erkenntnis geprägt, die sie von Steve Jobs lernte:
»Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich von ihm gewonnen habe, war, dass wir die Welt, in die wir hineingeboren werden, nicht als unveränderlich und undurchdringlich hinnehmen müssen. Bei näherer Betrachtung bestehen sie nur aus Atomen, genau wie wir. Und diese Atome sind ständig in Bewegung. Durch Energie, Willenskraft, Absicht und Konzentration können wir sie tatsächlich verändern.«
»Es endet mit mir«: Powell Jobs hat kein Interesse an Weitervererbung
Mit einem geschätzten Vermögen von rund 16,4 Milliarden US-Dollar (Stand 2022) gehört sie zu den reichsten Menschen des Planeten. Doch wer glaubt, dass sie dieses Vermögen als Familien-Dynastie für ihre Kinder hortet, irrt sich. Powell Jobs vertritt eine klare Meinung zur Akkumulation von Reichtum:
»Es ist nicht richtig, dass Einzelpersonen eine massive Menge an Reichtum anhäufen, die dem von Millionen anderer Menschen zusammen entspricht. Daran ist nichts fair.«
Diese Einstellung ist keine Kritik an ihrem verstorbenen Mann, sondern vielmehr eine Fortführung seiner Philosophie. Laut Powell Jobs habe sich Steve Jobs nie für das Anhäufen von Geld interessiert, sondern für das Schaffen von Dingen, die die Menschheit voranbringen.
Daher hat sie sich entschieden, das Geld zu Lebzeiten effektiv zu verteilen, um Gemeinschaften nachhaltig zu stärken. Für ihre Kinder wird es keinen milliardenschweren Trust Fund geben, der über Generationen hinweg wächst.
»Ich bin nicht an der Errichtung von Vermächtnis-Reichtümern interessiert, und meine Kinder wissen das. Steve war nicht daran interessiert. Wenn ich lange genug lebe, endet es mit mir.«
Passend dazu: Steve Jobs konnte den Startvorgang von Macs beschleunigen, indem er ihn zu einer Frage von Leben und Tod machte
Ein Erbe, das in Taten statt in Zahlen weiterlebt
Für Laurene Powell Jobs ist Geld kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um »Dellen in das Universum« zu schlagen – ein Zitat ihres Mannes, das sie jedoch weniger egozentrisch interpretiert als viele Fans.
Es geht ihr nicht um den Namen Jobs auf Hochhäusern, sondern um die Veränderung von Systemen, die Menschen zurückhalten. Für sie ist das größte Privileg nicht der Besitz von Milliarden, sondern die Möglichkeit, diese Milliarden so einzusetzen, dass sie am Ende gar nicht mehr existieren müssen.
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