Seite 2: 25 Jahre GameStar: Die vielleicht legendärste Grafikkarte aller Zeiten im Original-Test

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Quantenphysik

Wie Company of Heroes, Flight Simulator X, Crysis oder Age of Conan unterstützt auch Alan Wake DirectX 10. Wie Company of Heroes, Flight Simulator X, Crysis oder Age of Conan unterstützt auch Alan Wake DirectX 10.

Ähnlich wie die bereits weit entwickelte 3DGrafik hat auch die Physik immensen Einfluss auf die Glaubwürdigkeit einer Welt, erlaubt sie doch völlig neue Interaktionsmöglichkeiten oder Spielideen wie beispielsweise echte Gravitation samt Anomalien.

Quantum Effects nennt Nvidia das Verfahren, mit dem der Grafikchip Physik berechnen kann und eigens entwickelte Erweiterungskarten wie die PhysX von Ageia ausstechen soll. Tatsächlich ergibt sich dieses Feature fast automatisch aus der deutlich gesteigerten Hardware-Flexibilität eines DirectX-10-Grafikchips.

Auf der Software-Seite nutzt Quantum Effects die HavokFX-Umgebung. Unter anderem Valve greift bei Half-Life 2 auf die Vorversion Havok zurück, die GPU-Physik allerdings noch nicht beherrscht. Als einer der ersten Titel soll Hellgate: London HavokFX unterstützen. Nach Aussage von Jens Neuschäfer, Pressesprecher von Nvidia, befinden sich zudem noch weitere Titel in der Entwicklung.

Leiser Stromfresser

Die extrem energiehungrige Geforce 8800 GTX braucht gleich zwei zusätzliche Stromanschlüsse, die kürzere GTS nur einen (oben). Die extrem energiehungrige Geforce 8800 GTX braucht gleich zwei zusätzliche Stromanschlüsse, die kürzere GTS nur einen (oben).

Die knapp 27 Zentimeter lange Geforce 8800 GTX ist die stromhungrigste Grafikkarte überhaupt – mehr als 150 Watt zieht die Platine über den PCI-Express-Steckplatz und gleich zwei 6-Pol-Stromanschlüsse vom Netzteil. Die Buchsen sind nach oben ausgerichtet, um Platz zu sparen.

Berücksichtigt man den großen Videospeicher sowie den massiven Transistoraufwand für DirectX-10-Kompatibilität und High-End-Leistung, arbeitet die Karte trotzdem effizient: Eine bis zu 50 Prozent langsamere Radeon X1950 XTX braucht gerade mal 20 bis 40 Watt weniger.

Das neue Lüfterdesign ist gelungen: Der 70-mm-Lüfter rotiert, und das ist die wahrscheinlich größte Überraschung, auch unter andauernder Volllast flüsterleise. Obwohl die Karte dabei extrem heiß wurde, lief sie während unserer Benchmarks stets stabil. Die etwas kürzere GTS kommt mit nur einem Stromanschluss, ihr Lüfter entspricht dem der großen Schwester.

Beste Bildqualität

Geforce 8 (links): Praktisch winkelunabhängiges und sehr sauberes AF, 8xAA und 16xAA sehr gut, aber nicht immer besser als ATIs 6xAA. Radeon X1000 (Mitte): Anisotroper Texturfilter mit High-Quality-Treiberoption nahezu auf Geforce-8-Niveau, Gleiches gilt für das sehr gute 6xAA. Geforce 7 (rechts): Schlechter anisotroper Filter, Kantenglättung je nach Situation etwas bis klar erkennbar schlechter als Geforce 8 und Radeon X1000. Geforce 8 (links): Praktisch winkelunabhängiges und sehr sauberes AF, 8xAA und 16xAA sehr gut, aber nicht immer besser als ATIs 6xAA. Radeon X1000 (Mitte): Anisotroper Texturfilter mit High-Quality-Treiberoption nahezu auf Geforce-8-Niveau, Gleiches gilt für das sehr gute 6xAA. Geforce 7 (rechts): Schlechter anisotroper Filter, Kantenglättung je nach Situation etwas bis klar erkennbar schlechter als Geforce 8 und Radeon X1000.

Zusätzlich zum großen Schritt von DirectX 9 zu DirectX 10 rüstet Nvidia die Geforce 8 auch bei der Bildqualität mächtig auf. In der Geforce-7-Generation konnte weder die Kantenglättung noch der unausgereifte, weil flimmernde und stark winkelabhängige, anisotrope Texturfilter mit der Radeon-Konkurrenz mithalten.

Zudem fehlte den Geforce-8-Vorgängern die Fähigkeit der X1000-Radeons, in mit High Dynamic Range Rendering (HDR) verschönerten Spielen Polygonkanten zu glätten. Das beherrscht die Geforce 8 nun spielerisch und darüber hinaus als erste Grafikkarte auch »echtes« HDR mit 32 statt lediglich 16 beziehungsweise 8 Bit pro Kanal (Rot, Gelb, Blau, Alpha).

Im Ergebnis könnte dies feinere Lichteffekte bringen als das teilweise (unter anderem in Far Cry) etwas überzogen wirkende bekannte HDR. Bei der Qualität der Kantenglättung hat Nvidia ebenfalls nachgebessert. Die 4x-Einstellung gleicht zwar noch dem Geforce-7- Antialiasing, die neuen 8x- und 8xQ-Varianten zeigen aber deutlich saubere Kanten. Noch besser sehen 16x und 16xQ aus, die je nach Szene sogar ATIs äußerst sauberen 6xAlgorithmus übertreffen.

Der komplexe G80-Grafikchip entsteht im 90-nm-Fertigungsprozess bei TSMC in Taiwan. Der komplexe G80-Grafikchip entsteht im 90-nm-Fertigungsprozess bei TSMC in Taiwan.

Durch einen Trick schafft es Nvidia, dass die 8x- und 16x-Betriebsarten brauchbare Spieleleistung liefern: Teile der anfallenden Daten werden verlustfrei komprimiert, um kostbare Speicherbandbreite zu sparen und somit die Performance zu verbessern (Coverage Sample Antialiasing). In allen AA-Geschmacksrichtungen unterstützt die Geforce 8das Glätten transparenter Texturen wie zum Beispiel von Gittern, Stromkabeln oder Pflanzen.

Der für die Texturschärfe wichtige anisotrope Filter (AF) bearbeitet im Gegensatz zum Vorgänger nun praktisch jede Polygontapete, egal in welchem Blickwinkel sie sich zum Betrachter befindet. Dagegen fällt auch der High-Quality-Modus der Radeons an schrägen Wänden minimal ab.

Schneller, brutal schnell, Geforce 8

Die Geforce 8800 GTX absolvierte unseren Benchmark-Parcours schneller als alle anderen Grafikkarten bisher. Je höher Auflösung und Kantenglättung, desto größer der Vorsprung vor Geforce 8800 GTS, Radeon X1950 XTX und Geforce 7950 GX2.

Beispielsweise in Call of Duty 2 (1680x1050, 4xAA, 16xAF) gewinnt die GTX mit 48,8 fps gegen 38,6 fps (GTS), 34,4 fps (XTX) und 33,2 fps (GX2). In 1920x1200 mit 8xAA und 16xAF wächst der Abstand weiter; das gleiche gilt für F.E.A.R., Splinter Cell 3 und Company of Heroes. Die um ein Viertel der Shader-Einheiten kastrierte Geforce 8800 GTS erreicht immerhin die Spieleleistung der Zwei-Chip-Karte Geforce 7950 GX2 und übertrifft insgesamt die Radeon X1950 XTX.

In Auflösungen unterhalb von 1280x1024 ohne Kantenglättung und anisotropen Texturfilter bleibt die Geforce 8 auf dem Niveau der Vorgängergeneration – selbst schnellste Prozessoren begrenzen hier die Leistung (siehe Benchmarks).

Über die nicht unwichtige DirectX-10- Leistung können wir mangels Benchmarks noch kein Urteil fällen. Da zuverlässige Informationen zur DirectX-10-Radeon fehlen, fällt auch ein spekulativ-technischer Vergleich an dieser Stelle aus. Alle Tests haben wir mit einem Core 2 Duo X6800 und 2,0 GByte DDR2-800-Arbeitsspeicher auf dem Asus-Mainboard P5B Deluxe durchgeführt. Da die Radeon X1950 XTX keine achtfache Kantenglättung beherrscht, haben wir in diesen Durchläufen den 6x-Modus aktiviert.

Fazit

Extrem hohe Spieleleistung, nahezu perfekte Bildqualität, DirectX-10-Unterstützung und ein flüsterleiser Betrieb – die Geforce 8 ist die mit Abstand schnellste und beste Grafikkarte bisher.

Makel sind die bei High-End-Karten üblichen Extreme: horrender Preis, exorbitanter Strombedarf, riesige Kartenausmaße. Wie die Geforce 8 gegen die Anfang 2007 kommende DirectX-10-Radeon, Codename R600, abschneidet, ist zum jetzigen Stand noch völlig offen.

Meinung der Redaktion

Daniel Visarius: Dass Geforce 8800 GTX und GTS die weltschnellsten Grafikkarten sind, überrascht mich nicht. Wohl aber der riesige GTX-Vorsprung vor Radeon X1950 XTX und Geforce 7950 GX2, der besonders ab 1600x1200 mit aktivierter Kantenglättung oder HDR richtig zum Tragen kommt. Ebenso überrascht hat mich der Lüfter: Ein derart flüsterleiser Betrieb war aufgrund des bereits im Vorfeld bekannten extrem hohen Stromhungers von rund 150 Watt einfach nicht zu erwarten. Einer High-End-Karte würdig ist im Gegensatz zur Geforce 7 nun endlich auch die für mich wichtige Bildqualität. Speziell der deutlich verbesserte anisotrope Texturfilter und die Möglichkeit, HDR und tolle Kantenglättung gleichzeitig zu berechnen, bringen der Geforce 8 die volle Punktzahl bei der Bildqualität.

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