Wenn diese 5 Fragen beantwortet werden, wird nichts mehr so sein wie zuvor

Dunkle Materie, Bewusstsein und Leben selbst stellen unser Weltbild infrage – und zeigen, wie wenig wir wissen.

Die Antworten auf die Fragen könnten unser Weltbild auf den Kopf stellen. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf) Die Antworten auf die Fragen könnten unser Weltbild auf den Kopf stellen. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf)

Der Menschheit ist es gelungen, ihr Genom zu entschlüsseln, Schwarze Löcher zu „fotografieren“ und Sonden in den interstellaren Raum zu schicken. Wir können Atome spalten, Gravitationswellen messen und Exoplaneten erkennen.

Und doch stehen wir vor fundamentalen Rätseln. Fragen, die so groß sind, dass sie unser Verständnis von Realität, Leben und sogar uns selbst infrage stellen.

Hier sind fünf der faszinierendsten wissenschaftlichen Fragen, die bis heute unbeantwortet sind.

1. Was ist Dunkle Materie?

Das für uns sichtbare Universum, sogenannte baryonische Materie, – Sterne, Planeten, Galaxien, Gasnebel – macht nur einen kleinen Bruchteil dessen aus, was tatsächlich existiert. Der überwältigende Rest besteht aus etwas Unsichtbarem.

Astronomische Beobachtungen zeigen, dass sich die Außenbereiche von Galaxien deutlich schneller um ihr Zentrum drehen, als man es gemäß dem Standardmodell der Kosmologie erwarten würde.

Denn eigentlich sollte die Umlaufgeschwindigkeit von Sternen mit wachsendem Abstand zum galaktischen Zentrum abnehmen. Doch etwas anderes ist der Fall: Die Geschwindigkeit bleibt konstant oder steigt sogar an.

Es gibt allerdings eine mathematische Lösung für diesen Widerspruch: die Anwesenheit einer Masse, die nicht in Form von Sternen, Staub oder Gas zu sehen, sondern unsichtbar ist – Dunkle Materie.

Sie sendet weder Licht aus noch reflektiert sie es. Und sie interagiert kaum mit normaler Materie. Ihre Anwesenheit ist nur indirekt, über Gravitationseffekte, nachweisbar. Außerdem macht sie rund 25 Prozent der Masse des Universums aus, während auf sichtbare Materie lediglich etwa fünf Prozent entfallen. Der Rest besteht aus mindestens ebenso mysteriöser Dunkler Energie.

Doch auch wenn wir den Massenanteil von Dunkler Materie in etwa kennen, weiß niemand, woraus sie besteht. Handelt es sich um ein bislang unbekanntes Elementarteilchen? Oder verstehen wir die Gravitation schlicht nicht vollständig?

Solange wir das nicht wissen, bleibt unser Weltbild unvollständig.

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2. Warum passen Quantenmechanik und Relativitätstheorie nicht zusammen?

Die Quantenmechanik sowie die Relativitätstheorie(n) gehören zu den experimentell am besten bestätigten Theorien der Physik. Trotz intensiver Tests über mehr als ein Jahrhundert wurden ihre Kernvorhersagen bislang nicht widerlegt. Und doch widersprechen sie sich fundamental.

Während die QM die Welt der kleinsten Teilchen mit Wahrscheinlichkeiten und Quanteneffekten beschreibt, erklärt die ART Raum, Zeit und Gravitation im Großen.

Oder anders ausgedrückt: In Einsteins Theorie ist die Gravitation keine Kraft im klassischen Sinne, sondern eine Krümmung der Raumzeit. In der Quantenphysik hingegen sind alle fundamentalen Wechselwirkungen quantisiert – sie treten in Energiepaketen auf. Demnach müsste die Schwerkraft ein eigenes Austauschteilchen, ein Quant, besitzen: das sogenannte Graviton.

Für sich funktionieren beide Theorien sehr gut, aber wenn ihre Gleichungen beispielsweise in der Frage nach dem Urknall oder bei Schwarzen Löchern kollidieren, wird es problematisch.

Physiker suchen daher seit Jahrzehnten nach einer Theorie von allem – einer Quantengravitation, die beide Welten vereint. Zwei Ansätze hierfür sind die Stringtheorie und die Schleifenquantengravitation. Beide konnten bislang nicht experimentell überprüft oder durch Beobachtungen belegt werden.

Sollten wir jemals eine vereinheitlichte Theorie finden, würde sie wohl nicht einfach nur eine mathematische Lücke schließen, mit der wir Vorgänge in Schwarzen Löchern und sogar den Urknall nachvollziehen könnten, womöglich wären wir auch in der Lage, Raum, Zeit und Materie auf einer viel tieferen Ebene zu verstehen.

Es ist auch denkbar, dass wir dadurch auf ganz neue Teilchen stoßen und den Kosmos anders sehen als heute. Und wenn man bedenkt, welche technische Revolution vor allem die Quantenmechanik angestoßen hat, wer weiß, was mit einer Theorie von allem möglich ist.

3. Wie entstand Leben aus unbelebter Materie?

Das berühmte Miller-Urey-Experiment belegte, dass die Grundbausteine des Lebens in der »Ursuppe« entstanden sein können. (Bildquelle: Adobe Fireyfly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf) Das berühmte Miller-Urey-Experiment belegte, dass die Grundbausteine des Lebens in der »Ursuppe« entstanden sein können. (Bildquelle: Adobe Fireyfly, KI-generiert; Prompt: Alexander Köpf)

In ihrer Frühphase war die Erde eine glühend heiße, lebensfeindliche Welt. Doch irgendwann entstanden aus einfachen Molekülen durch Zugabe von Energie wie UV-Strahlen, Blitzen oder Vulkanismus komplexere organische Verbindungen.

Daraus wurden ganze Systeme, Zellen und schließlich Organismen. Doch wie genau ging dieser Übergang vonstatten?

Bereits im Jahr 1953 zeigte das berühmte Miller-Urey-Experiment, dass unter urzeitlichen Bedingungen für das Leben wichtige Aminosäuren entstehen können. Später wurden mehrere Theorien entwickelt wie die RNA-Welt-Hypothese, in der sich Moleküle bereits selbst replizieren konnten, obwohl es weder DNA noch Proteine gab.

Wohl am bekanntesten sind hydrothermale Quellen – sprich: Schwarze Raucher in der Tiefsee. Sie bieten durch Mineralien und Wärme ideale Bedingungen für komplexere Chemie.

Aber der entscheidende Schritt zu selbstreplizierendem Leben ist bis heute nicht verstanden.

Ist Leben eine nahezu unvermeidliche Konsequenz aus Naturgesetzen? Oder ein extrem außergewöhnlicher Glücksfall?

Die Antwort entscheidet auch darüber, ob das Universum voller Leben oder nahezu leer ist.

4. Sind wir allein im Universum?

Kurzantwort: Wir wissen es nicht. Aber vieles spricht dafür, dass Leben im Universum nicht die Ausnahme ist.

Denn allein in unserer Milchstraße gibt es wohl Milliarden potenziell lebensfreundliche Planeten. Seit den 1990ern wurden tausende Exoplaneten entdeckt, unter anderem durch Missionen wie Kepler.

Nicht wenige davon liegen in der sogenannten habitablen Zone, wo flüssiges Wasser möglich ist.

Bausteine des Lebens wurden zudem in Meteoriten und interstellaren Gaswolken gefunden. Das deutet darauf hin, dass die vorzeitliche organische Chemie womöglich kein Sonderfall der Erde ist. Auch das sogenannten Kopernikanische Prinzip, nachdem wir keine besondere Rolle im Universum spielen, spricht dagegen.

Und dennoch konnte außerirdisches Leben bislang nicht bestätigt werden, trotz einiger interessanter Funde in den Atmosphären fremder Welten und Hinweisen auf dem Mars. Von Signalen oder Sonden intelligenter, technisch begabter Spezies ganz zu schweigen.

Das sogenannte Fermi-Paradoxon bringt es auf den Punkt: Wenn intelligentes Leben nicht extrem selten ist, wo sind dann alle?

Vielleicht ist Leben an sich keine Seltenheit, aber intelligentes Leben eben doch die Ausnahme. Vielleicht zerstören sich Zivilisationen selbst, ehe sie sich ausreichend bemerkbar machen. Oder vielleicht sind wir schlicht noch nicht in der Lage, die Signale zu erkennen.

Doch selbst die Entdeckung einfachster außerirdischer Organismen würde unser Weltbild auf den Kopf stellen.

5. Was ist Bewusstsein?

Die Frage zählt zu den drängendsten offenen Problemen von Philosophie und Neurowissenschaft. Und direkt zu Beginn wird es komplex – wie definieren wir Bewusstsein?

Meist ist damit das subjektive Erleben gemeint. Die neurowissenschaftliche Sichtweise ist etwas formeller. Dort wird Bewusstsein als Prozess des Gehirns verstanden, wobei Netzwerke im Kortex Informationen integrieren und mit Erinnerungen vergleichen, wodurch wiederum ein Art Modell des eigenen Ichs erzeugt wird.

Allerdings bleibt dem Philosoph David Chalmers zufolge eine entscheidende Frage dabei offen: Warum führen neuronale Prozesse überhaupt zu subjektivem Erleben? Und warum bleibt es nicht bei der reinen Informationsverarbeitung?

Ist Bewusstsein überhaupt physikalisch oder biologisch erklärbar? Gibt es womöglich Abstufungen (Mensch, Tier, KI)? Und ist es eine emergente Eigenschaft komplexer Systeme oder ist es inhärenter Bestandteil der Wirklichkeit – und damit fundamental?

Die Antwort auf die Frage, was Bewusstsein genau ist, könnte nicht nur unser Selbstverständnis infrage stellen, sondern uns gleichzeitig befähigen, eine echte Allgemeine Künstliche Intelligenz zu erschaffen. Womöglich wäre es dann auch eine der letzten Fragen, die wir beantworten.

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Am Rand des Wissens

Wissenschaft liefert nicht einfach nur Antworten. Sie ist eine Methode, die immer präzisere Fragen stellt.

Gerade die ungelösten Probleme zeigen, wie lebendig Forschung ist. Sie markieren die Grenzen unserer Erkenntnis und laden dazu ein, diese zu verschieben.

Womöglich werden einige dieser Rätsel schon bald gelöst. Und vielleicht stellen sich dann sogar noch viel fundamentalere Fragen.

Feststeht aber: Je mehr wir wissen, desto deutlicher erkennen wir, wie viel noch im Dunkeln auf uns wartet.

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