Die Gefährten aus Der Herr der Ringe sind die wohl bekannteste Heldentruppe der Fantasy-Geschichte. Jeder einzelne von ihnen ist für sich genommen ein großer Held! Im Falle von mächtigen Kämpfern wie Aragorn, Boromir, Gimli oder Legolas ist das klar. Auch der mächtige Zauberer Gandalf ist natürlich zweifellos ein Held, der entschlossene Frodo als Ringträger ebenfalls und sein noch viel entschlossenerer Begleiter Sam auch.
Aber was ist mit Merry und Pippin? Die zwei Hobbits sind durchaus von den Gefährten diejenigen, die man im ersten Moment mit den geringsten Heldentaten in Verbindung bringt. Wobei Merry immerhin in die Schlacht reitet und sogar den Hexenkönig verletzt. Doch Pippin wirkt insbesondere in den Filmen oftmals einfach nur ein wenig schusselig. »Na toll, Asche auf meinen Tomaten« und so.
Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen! Sowohl in den Filmen als auch in den Büchern spielt Pippin eine enorm wichtige Rolle für den Sieg über Sauron. Teils aus Versehen, teils aber auch durch puren Wagemut.
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Pippins Heldentaten in Büchern und Filmen
Der Palantir
Eine von Pippins wichtigsten Heldentaten ist tatsächlich eigentlich ein sehr glücklicher Zufall. Pippin hebt in Isengart den Palantir auf, nachdem Schlangenzunge den sehenden Stein nach Gandalf geworfen hatte (im Buch) beziehungsweise Saruman sterbend vom Turm fiel und ihn verlor (im Film).
Sofort ist Pippin fasziniert von dem Palantir und schaut nachts heimlich hinein. Er sieht Sauron und Sauron sieht ihn. Das sorgt für eine wichtige Verwechslung. Sauron hält von da an Pippin für den Ringträger und das lenkt seine Aufmerksamkeit von Frodo weiter ab. Gandalf bringt Pippin dann nach Minas Tirith, woraufhin Sauron die Stadt eventuell auch etwas überstürzt angreift.
Faramirs Rettung
Sowohl im Buch als auch im Film ist es Pippin, der die Verbrennung Faramirs durch seinen eigenen Vater verhindert. Zwar kann der kleine Hobbit nicht allein gegen Denethors Wachen ankommen, aber er holt sich Hilfe. Im Buch erst bei dem Faramir treu ergebenen Soldaten Beregond und danach bei Gandalf, in den Filmen lediglich beim weißen Zauberer. Faramirs Überleben hat zwar nur eine geringe Auswirkung auf den weiteren Kriegsverlauf, eine Heldentat ist das in unseren Augen trotzdem.
Pippins Heldentaten in den Filmen
Die Leuchtfeuer
Im Film von Peter Jackson werden Pippin einige Taten zugeschrieben, die er in den Büchern nie begangen hat. Darunter seine wichtige Rolle dabei, die Leuchtfeuer in Minas Tirith zu entzünden und so Rohan um Hilfe zu bitten. Ohne diese Aktion wären Theoden und seine Reiter wohl erst viel zu spät auf den Pelennorfeldern eingetroffen - womöglich sogar gar nicht.
Im Buch hat Pippin damit allerdings nichts am Hut. Die Leuchtfeuer brennen schon, als Pippin und Gandalf nach Minas Tirith reiten. Obendrein schickt Denethor einen Boten zu Theoden und bittet um Hilfe.
Die Ents
In einem seltenen Moment der absoluten mentalen Klarheit schafft es Pippin in Die Zwei Türme, die Ents gegen Isengart aufzubringen. Der Hobbit bittet Baumbart, dass er sie nach Süden an Isengart vorbeiträgt. Er weiß, dass der Wald dort massiv gerodet wurde. Das Ausmaß wird Baumbart dort erst bewusst. Danach ruft Baumbart die anderen Ents und sie greifen Isengart an. Also ein großer Verdienst von Pippin hier.
In den Büchern leistet Pippin hier keinen so brillanten Beitrag. Baumbart weiß schon (realistischerweise), wie es um den Wald steht. Er ruft zum Enthing und die Ents beraten. Sie beschließen, Isengart anzugreifen, und machen das dann auch.
Pippins Heldentaten in den Büchern
Der Trolltöter
Doch nur, weil Peter Jackson Pippin ein paar Heldentaten andichtet, ist der jüngste Hobbit in den Büchern nicht nutzlos. Hier kommen sogar ein paar große Taten vor, die die Filme komplett aussparen. Pippins größter Sieg in einem Gefecht erfolgt bei der Schlacht am Schwarzen Tor. Hier kämpft Pippin auch im Film, aber viel bekommen wir davon nicht mit.
Im Buch eilt Pippin seinem Freund Beregond zur Seite, der in der Schlacht von einem großen Troll attackiert wird. Pippin gelingt es sogar, mit einem Stoß seines Dolches den Troll zu erschlagen und rettet Beregond so das Leben. Danach wird Pippin unter dem gewaltigen Troll begraben und wähnt sich schon tot, wird aber später gerettet.
Der Heerführer
Sowohl Merry als auch Pippin haben ihren ruhmreichsten Moment eigentlich erst ganz am Ende der Geschichte. Der Angriff Sarumans auf das Auenland wird in den Filmen ausgelassen. An dieser Stelle tun sich die beiden Hobbits aber noch einmal richtig hervor und organisieren militärischen Widerstand gegen Saruman, Schlangenzunge und deren Schurken.
Hier zeigen die zwei echtes militärisches Geschick, das sie sich auf ihrer Reise angeeignet haben. Es hilft sicher auch, dass Merry und Pippin die größten Hobbits der Auenlandgeschichte sind, da sie im Fangorn mehrere Zoll durch die Entnahrung wachsen.
Eine ehrbare Erwähnung noch
Übrigens gibt es sogar (nicht ganz ernst gemeinte) Argumente dafür, dass Pippins allergrößte Heldentat war ... in Moria einen Stein in den Brunnen zu werfen. Beziehungsweise im Film versehentlich einen Eimer umzuwerfen. Es wirkt auf den ersten Blick wie seine größte Dummheit - da kommt ja auch der Ausruf »närrischer Tuck!« her. Wenn man darüber allerdings ein wenig nachdenkt, gingen daraus ein paar entscheidende Vorteile hervor.
Hätte Pippin mit seinem Stein den Balrog nicht geweckt, wäre Gandalf nie gefallen und niemals als noch mächtigerer Zauberer zurückgekehrt. Vermutlich wäre auch die Gemeinschaft nicht so früh zerbrochen und die Hobbits nie entführt worden. Doch gerade, dass die Gefährten sich aufteilten, hat sowohl Rohan als auch Gondor geholfen.
Ist natürlich sehr viel Wenn und Aber. Doch ein ganz amüsantes Gedankenspiel ...
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