Der Core Ultra 9 275HX Prozessor ist für Intel sowas wie das Brot-und-Butter-Modell der aktuellen Laptop-Generation. Mittlerweile hatte ich bereits sechs Gaming-Laptops mit diesem Chip im Test. Die CPU bietet mit ihren 24 Kernen viel Leistung und ist zudem noch ausreichend energieeffizient. Jeder Hersteller von Gaming-Notebooks hat Modelle mit diesem Prozessor im Programm, den etwas schnelleren Intel Core 9 Ultra 285HX findet man dagegen deutlich seltener.
Die spannende Frage ist nun: Liefert der 275HX in jedem Laptop die gleiche Leistung? Und falls das nicht der Fall ist, wie groß sind die Unterschiede?
Der Intel Core Ultra 9 275HX im Detail
Nachfolgend findet ihr die wichtigsten technischen Daten zum Intel Core 9 275HX in einer Übersicht:
| Intel Core Ultra 9 275HX | |
|---|---|
| Anzahl der Kerne (gesamt) | 24 |
| Anzahl Performance-Kerne | 8 (max. 5,4 GHz) |
| Anzahl Effizienz-Kerne | 16 (max. 4,6 GHz) |
| Level 2 Cache | 40 MB |
| Level 3 Cache | 36 MB |
| TDP (Thermal Design Power) | 55 W |
| Max. TDP Turbo | 160 W |
| Strukturbreite | 3 nm |
Die Leistung im Vergleich
Für diesen Vergleich greife ich auf die folgenden Gaming-Laptops zurück:
- Aorus Master 18
- XMG Pro 16
- Asus Strix Scar (2025)
- Alienware Area 51 18
- XMG Neo 16 (2025)
- Lenovo Legion Pro 7i (Test folgt in Kürze)
Bei allen Geräten handelt es sich um hochwertige und hochpreisige High-End-Gaming-Laptops mit 18- oder 16-Zoll-Display. Die Leistung der Grafikkarte wird in diesem Vergleich nicht berücksichtigt, entsprechend gehe ich auf die GPU auch nicht näher ein.
Beim Geekbench-Benchmark könnt ihr bereits im Single-Core-Score einen Unterschied von immerhin sieben Prozent sehen. Dass ausgerechnet das dicke Aorus Master 18 (zusammen mit dem XMG Pro 16) die rote Laterne hat, hätte ich nicht erwartet. Im Multi-Core beträgt der Unterschied zwischen dem stärksten und dem schwächsten Gerät bereits 13 Prozent.
Auch hier schneidet das Master 18 nicht unbedingt meisterlich ab, selbst das deutlich günstigere XMG Pro 16 ist fünf Prozent schneller. Den Spitzenplatz nimmt das Lenovo Legion Pro 7i mit einem Vorsprung von 13 Prozent ein.
Geekbench CPU
6 Gaming-Laptops mit Intel Core Ultra 9 275HX
- Geekbench Punkte
- 0
- 4400
- 8800
- 13200
- 17600
- 22000
Auch im Single-Core-Test von Cinebench 2024 macht das Master 18 irgendwie keinen Stich. Der Abstand zum schnellsten Gerät in diesem Vergleich, dem Legion Pro 7i, beträgt 7 Prozent. Zumindest im Multi-Core dreht das Master 18 dann mal ein wenig auf und gibt den letzten Platz an das XMG Pro 16 und das Asus Strix Scar 18 (2025) ab. Am schnellsten ist hier das XMG Neo 16 (2025), das ganze 23 Prozent schneller rechnet.
Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf die CPU-Ergebnisse des 3DMark Time Spy. Auch in diesem Test belegt das Master 18 von Aorus den letzten Platz. Das schnellste Gerät in diesem Benchmark ist wieder das Lenovo Legion Pro 7i, das ein Leistungsplus von 17 Prozent bietet.
Einordnung der Ergebnisse
Grundsätzlich würde ich mal behaupten, dass Werte unterhalb von 10 Prozent zu vernachlässigen sind. Im Benchmarks könnt ihr diese Unterschiede zwar sehen, im Alltag sollte sich das aber nicht wirklich spürbar auswirken.
Interessant wird es erst bei einem Unterschied von 10 Prozent aufwärts. Ein Plus von 17 oder sogar mehr als 20 Prozent machen sich aber durchaus in der Leistung bei CPU-lastigen Anwendungen bemerkbar. Allerdings geht es bei diesen Geräten primär um die Leistung in Spielen, und hier kommt es halt hauptsächlich auf die Grafikkarte an.
Das sind die Gründe für die Leistungsunterschiede
Obwohl in allen Geräten die exakt gleiche CPU verbaut ist, gibt es in den Tests Unterschiede von zum Teil über 20 Prozent. Aber wie kann das sein? Die Erklärung liegt im Kühlsystem. Wie ihr oben in der Tabelle sehen könnt, hat der Intel 275HX eine Basis-TDP von 55 Watt und eine Turbo-TDP
von ganzen 160 Watt.
Um die maximale mögliche Taktfrequenz von 5,4 GHz zu erreichen, sind natürlich deutlich mehr als 55 Watt nötig. Wenn ihr einen Benchmark laufen lasst und dabei die Temperaturen beobachtet, könnt ihr feststellen, dass diese in der Regel direkt auf 100 Grad Celsius und mehr springen und sich dann nach kurzer Zeit bei um die 90 Grad Celsius einpendeln.
Exakt das Gleiche passiert auch mit der TDP und damit auch mit der Taktfrequenz: Zum Beginn des Benchmarks geht der Takt steil nach oben und erreicht im besten Fall auch die angegebenen 5,4 GHz.
Wenn der Prozessor seine maximal erlaubte Temperatur erreicht, wird die TDP und damit auch der Takt reduziert, damit es zu keinen Beschädigungen kommt. Und je länger der höchstmögliche Takt gehalten wird, desto höher fällt dann natürlich auch die Leistung aus.
Und an diesem Punkt kommt die Kühlung ins Spiel, je länger sie es schafft, dass die maximale erlaubte Temperatur nicht erreicht wird, umso länger kann auch ein höherer Takt gehalten werden.
Auf diesen Vergleich bezogen bedeutet das, dass der Prozessor beim Aorus Master 18 meist früher ins Limit läuft als bei den anderen Geräten. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Laptop eine schlechte Kühlung hat, Aorus setzt die Prioritäten schlicht anders. Der Fokus liegt hier klar auf der Grafikkarte, denn in Gaming-Benchmarks ist das Notebook mit seiner RTX 5090 alles andere als langsam.
Fazit
Trotz identischer CPU gibt es bei den sechs Gaming-Laptops im Vergleich zum Teil deutliche Unterschiede bei der Prozessorleistung. An mangelhaften Kühlsystemen liegt dieses Phänomen nicht, die Hersteller legen bei der Kühlung den Schwerpunkt schlicht auf die GPU.
Dennoch war ich überrascht, dass es bei den verschiedenen Notebooks Leistungsunterschiede von über 20 Prozent gibt. Speziell bei CPU-lastigen Anwendungen dürfte sich dieser Unterschied durchaus bemerkbar machen, während er bei Spielen weniger ins Gewicht fällt.
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