Bereits vor einigen Wochen hatte ich für euch die Leistungsfähigkeit der neuen mobilen RTX 5070 Ti in einem Artikel analysiert. Bei dem Notebook, in dem die Grafikkarte verbaut war, handelt es sich um das Pro 16 von XMG. Und genau dieses Gerät nehmen wir in diesem Test einmal etwas genauer unter die Lupe und schauen mal, was es neben einer guten Grafik sonst so zu bieten hat.
Transparenzhinweis: XMG hat mir das Pro 16 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Technische Daten
- CPU: Intel Core Ultra 9 275HX mit 24 Kernen und max. 5,4 GHz
- Grafik: Nvidia RTX 5070 Ti mit 12-GB-VRAM
- RAM: 32-GB-DDR5-6400
- Display: 16-Zoll-IPS mit einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln bei 300 Hertz
- SSD: 1x 1-TB-M.2-PCIe-5.0
- Konnektivität: WiFi 6E, Bluetooth 5.3, 2.5-GBit-LAN
- Audio: 2x Lautsprecher
- Akku: 99,8 Wh
- Abmessungen: 356,7x 252,5 x 26,5 Millimeter
- Gewicht: 2,4 kg
Testverfahren
Zum hier angewendeten Testverfahren gibt es einen eigenen Artikel: Testverfahren ausführlich erklärt: So testen wir die Notebooks auf GameStar Tech
. Eventuelle Abweichungen wie etwa bei einem Gerät mit integrierter Grafik (IGP) oder Apple Laptops werden im Artikel erklärt.
Preis und Verfügbarkeit
Das Pro 16 ist ab 1.999 Euro direkt im XMG Onlineshop erhältlich. Die Testkonfiguration kostet aktuell 2.553,01 Euro.
Design
Optisch wirkt das Pro 16 sehr zurückhaltend. Wären am Heck nicht die großen Luftauslässe, könnte man den 16-Zoll-Laptop fast für ein Business-Gerät halten. Auffällig bei unserem Testmuster ist der Umstand, dass der Deckel etwas dunkler ist als die Base-Unit.
Der Displaydeckel besteht aus Aluminium, beim Rest des Gehäuses kommt dagegen Kunststoff zum Einsatz. Die Haptik des Materials weiß aber dennoch zu gefallen, da habe ich schon deutlich schlechteres Material in den Fingern gehabt.
XMG verzichtet beim Pro 16 auf RGB-Elemente und auch irgendwelche fancy Gaming-Schriftzüge sucht man hier vergeblich. Der schmale Rahmen, der sich um das 16-Zoll-Display zieht, verleiht dem Gerät einen zeitgemäßen, modernen Look. Mir persönlich gefällt das gut, für passionierte Spieler könnte das Design aber vielleicht schon etwas langweilig wirken.
An der allgemeinen Verarbeitungsqualität gibt es nichts auszusetzen. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und das Gehäuse gibt bei Verwindungsversuchen keine Geräusche von sich.
Der Hersteller verteilt die Anschlüsse sinnvoll auf beide Seiten und das Heck. Geboten werden euch:
- 1x 3,5-mm-Audio
- 3x USB-A-3.2-Gen1
- 1x USB-C-3.2-Gen2 (DisplayPort 1.4a & 100 Watt Power Delivery)
- 1x RJ45 2.5 Gbit-LAN
- 1x HDMI 2.1
- 1x Mini-DisplayPort 2.1
- 1x USB-C-Thunderbolt-4 (USB4 & DisplayPort 1.4a)
- 1x Card-Reader
Eingabegeräte
Die Tastatur des Pro 16 gefällt mir gut. XMG verbaut ein Keyboard mit zusätzlichem Ziffernblock, bei dem die Tasten etwas geschrumpft wurden. Die einzelnen Tasten bieten dabei ein sehr gutes und knackiges Feedback beim Auslösen.
Auch längere Texte lassen sich mit dem Eingabegerät sehr angenehm tippen, hier trägt der Laptop das Pro im Namen nicht zu Unrecht. Besonders für Spieler von Interesse: Die Pfeiltasten haben eine normale Größe und wurden nicht sinnlos ins Tastenlayout gequetscht, nur um ein schönes Erscheinungsbild zu erreichen.
Bei stärkerem Druck gibt die Tastatur minimal nach. Das wirkt sich allerdings beim Tippen noch nicht störend aus. Mit 123 x 77,5 Millimetern fällt das Touchpad verhältnismäßig klein aus. Es sitzt fest im Gehäuse und gibt auch bei stärkerem Druck nicht nach. Die Gleiteigenschaften würde ich als gut bewerten.
Display
Das XMG Pro 16 kommt mit einem 16-Zoll-IPS-Display. Es bietet eine Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln und erreicht eine maximale Bildwiederholfrequenz von schnellen 300 Hertz. Das Panel besitzt eine matte Oberfläche, die störende Reflexionen effektiv unterbindet. Mit einer 100-Prozent-Abdeckung des sRGB-Farbraumes eignet sich der Bildschirm auch für semiprofessionelle Anwendungen.
Display-Helligkeit
XMG Pro 16
- cd/m²
- 0
- 116
- 232
- 348
- 464
- 580
Die maximale Helligkeit gibt XMG mit 500 Nits an, was 500 cd/m² entspricht. Im Test konnte das Display diese Helligkeit mit 571 cd/m² deutlich übertreffen. Die Helligkeit ist auch für hellere Umgebungen ausreichend, erst bei direktem Gegenlicht könnte es zu Schwierigkeiten bei der Ablesbarkeit kommen.
Die matte Oberfläche des IPS-Displays reduziert wirksam Reflexionen.
Farben und Kontraste wissen rein subjektiv zu gefallen, wenn sie natürlich auch nicht mit besonders hochwertigen OLED- oder Mini-LED-Panels mithalten können.
Innenraum
Im Inneren des Pro 16 gibt es wenig Überraschungen. XMG setzt auf die klassische Anordnung von zwei 80-mm-Lüftern an beiden Seiten im Heck. Statt auf eine Vapor Chamber kommen normale Heatpipes zum Einsatz, wie wir später noch sehen werden, muss kein Nachteil sein. Nach Angaben des Herstellers soll das Kühlsystem maximal 195 Watt dauerhaft (CPU und GPU kombiniert) abführen können.
Für SSDs stehen jeweils ein PCIe-5.0- und ein PCIe-4.0-M.2-Slot zur Verfügung. Der beiden DDR5-RAM-Riegel und das WLAN-Modul können bei Bedarf ebenfalls getauscht werden. Insgesamt wirkt der Innenraum sehr aufgeräumt. Einen großen Anteil daran haben die Abdeckungen für SSD und Arbeitsspeicher, die beim Ableiten der emittierten Abwärme helfen sollen.
Audio
Das XMG Pro 16 besitzt zwei Lautsprecher. Die klingen bei Dialogen in Filmen tatsächlich relativ gut. Bei Szenen, bei denen viel los ist, also etwa Dialoge, Musik im Hintergrund und vielleicht noch eine Explosion, sind sie aber schnell überfordert. Dann gehen viele Details verloren und der Klang klingt verwaschen.
Letztlich ist der Klang in Ordnung, wenn er auch nicht wirklich ein Aha-Erlebnis bieten kann. Für gelegentlich mal ein Youtube Video zu schauen, ist das Gebotene ok, für alles andere empfehle ich den Einsatz von Kopfhörern oder externen Lautsprechern. Im Endeffekt habe ich schon bessere Laptop-Lautsprecher gehört.
Performance
Im Geekbench CPU-Benchmark liegen die Prozessoren der drei Vergleichs-Laptops eng zusammen. Der Intel 275HX rechnet rund 4 Prozent langsamer als der 285HX und tatsächlich 3 Prozent langsamer als der 14900HX aus der Vorgängergeneration.
Geekbench CPU
XMG Pro 16
- Geekbench Punkte
- 0
- 4400
- 8800
- 13200
- 17600
- 22000
Im Multi-Core-Benchmark werden die Unterschiede dann deutlicher. Wie zu erwarten ist der 285HX die schnellste CPU, mit einem 9 Prozent geringeren Ergebnis folgt der 275HX. Der 14900HX ist dann noch einmal 10 Prozent langsamer als der 275HX. Im GPU-Teil liegt die RTX 5070 Ti gute 22 Prozent hinter der RTX 5080 aber 5 Prozent vor der RTX 4080.
Im Cinebench sind sich 275HX und 285HX zumindest im Single-Core-Benchmark ebenbürtig. Dagegen arbeitet der 285HX im Mutli-Core einen Vorsprung von 23 Prozent heraus.
Cinebench 2024
XMG Pro 16
- Cinebench 2024 Punkte
- 0
- 460
- 920
- 1380
- 1840
- 2300
Die Ergebnisse des 3DMark-Time-Spy sind dann etwas überraschend. Dass sich das Gerät mit 285HX Prozessor und RTX 5080 in allen Disziplinen an die Spitze setzt, war zu erwarten. Was ich aber nicht erwartet hätte, ist, dass das ältere Asus Strix G18 mit 14900HX CPU und RTX 4080 in diesem Test schneller ist als das neue XMG Pro 16.
Auch im PC Mark 10 liegt das Asus G18 auf Augenhöhe mit dem Pro 16 von XMG und ist im Gaming-Test sogar 11 Prozent schneller. Letztlich sollte man die synthetischen Benchmarks aber nicht überbewerten, relevant ist die Leistung in echten Spielen.
Spiele Benchmarks
In Cyberpunk 2077 erreicht die RTX 5070 Ti die Performance der älteren RTX 4080 oder übertrifft diese sogar. Die größere RTX 5080 liegt ab QHD-Auflösung zwischen 21 bis 26 Prozent in Front. Mit aktiviertem Upscaling schrumpft der Abstand der beiden Blackwell GPUs zueinander in QHD auf unter 10 Prozent zusammen. Erst ab 4K kann sich die RTX 5080 wieder mit über 20 Prozent absetzen.
Cyberpunk 2077
XMG Pro 16
- FPS
- 0,00
- 26,00
- 52,00
- 78,00
- 104,00
- 130,00
Im älteren AC Valhalla ist der Vorsprung der RTX 5080 mit um die 10 Prozent deutlich weniger stark ausgeprägt. Auch die RTX 4080 kann hier noch sehr gut mithalten, die RTX 5070 Ti ist in der Regel keine 10 Prozent schneller.
AC Valhalla
XMG Pro 16
- FPS
- 0
- 34
- 68
- 102
- 136
- 170
In AC Shadows liegen keine Ergebnisse mit der RTX 4080 vor, daher fehlt die Grafikkarte in den Benchmarks. In FHD und QHD beträgt der Vorsprung der RTX 5080 zwischen 12 bis 15 Prozent. In 4K lässt die Grafikkarte dann die Muskeln spielen und deklassiert die RTX 5070 Ti mit einem Leistungsplus von 27 Prozent. Das Bild wiederholt sich mit aktiviertem Upscaling. In QHD liegt die 5080 lediglich überschaubare 8 Prozent vorne, in 4K sind es dann aber bereits 32 Prozent.
AC Shadows
XMG Pro 16
- FPS
- 0
- 14
- 28
- 42
- 56
- 70
Temperatur & Lautstärke
Die Temperaturen der verbauten Hardware fallen ziemlich gut aus. Der Intel Core 9 Ultra 275HX wird unter anhaltender Volllast nicht wärmer als 76 °C. Die RTX 5070 Ti wird mit 75 °C kaum wärmer als die CPU. Insgesamt fallen die Messwerte für die Hardware sehr gut aus.
Das gilt grundsätzlich auch für die Oberflächentemperaturen, wobei die Tastatur zum Großteil über 40 °C erreicht. Das ist zwar noch in Ordnung, aber auch schon deutlich spürbar.
Temperaturen
XMG Pro 16
- °C
- 0
- 16
- 32
- 48
- 64
- 80
Auch bei der Lautstärke gibt sich das XMG Pro 16 keine Blöße. Unter Last habe ich rund 49 dB gemessen, vergleichbare Geräte sind auch nicht leiser. Subjektiv stört das eher tieffrequente Rauschen der Lüfter nicht.
Im Idle zeigt das Messgerät 36,4 Dezibel, auch das ist ein solider Wert, der auf dem Niveau vergleichbarer Geräte liegt. In stillen Umgebungen kann man das Pro 16 so durchaus hören, als wirklich störend habe ich die emittierte Geräuschkulisse aber nicht empfunden.
Akkulaufzeit
Die Laufzeiten des XMG Pro würde ich als solide bezeichnen. Im Gaming-Test des PC Mark werden knapp über 2 Stunden erreicht, ein guter Wert. Im Test Modernes Office
(ebenfalls PC Mark) sind es knapp 3,5 Stunden, auch das ist ein praxistaugliches Ergebnis.
Akkulaufzeit
XMG Pro 16
- Minuten
- 0
- 130
- 260
- 390
- 520
- 650
Im Battery-Eater-Test kommt das Gerät auf eine Laufzeit von knapp unter 11 Stunden, was einem eher durchschnittlichen Wert entspricht.
Solltet ihr euch ein XMG Pro 16 kaufen?
Das XMG Pro 16 ist das richtige Gerät für euch, wenn …
- … ihr euer neues Notebook gerne selbst konfigurieren möchtet.
- … ihr vorzugsweise in QHD-Auflösung spielen wollt.
- … ihr ein eher dezentes Design bevorzugt.
Mögliche Alternativen
MSI Vector 16 HX AI: Ausstattungsbereinigt ist das Vector 16 etwas günstiger, dafür ist der Prozessor mit dem Intel Core Ultra 7 255HX schwächer. Die SSD ist auch hier mit 512 GB für eine große Spielesammlung arg klein geraten, kann aber natürlich aufgerüstet werden. Die RTX 5070 Ti darf mit der vollen TGP (115 + 25 Watt) arbeiten und bietet entsprechend die volle Leistung.
Asus ROG Strix G16: Das G16 ist 200 Euro teurer, bietet dafür aber auch 32-GB-RAM und eine 1-TB-SSD ab Werk. Bei der CPU setzt Asus nicht wie MSI und XMG auf Intel, sondern verbaut einen AMD Ryzen 9 8940HX mit 16 Kernen. Auch hier kommt die RTX 5070 Ti mit 115 Watt TGP (plus 25 Watt Dynamic Boost) zum Einsatz.
Acer Predator Helios Neo 16S: Dieses Gerät bekommt ihr ab 2.655 Euro, damit ist es deutlich teurer als das XMG Pro 16. Für den Aufpreis bekommt ihr dann aber auch ein tolles 16-Zoll-OLED-Display, das den IPS-Panels der zuvor genannten Alternativen auch dem Bildschirm des Pro 16 deutlich überlegen ist. Davon abgesehen ist die Ausstattung mit 32-GB-RAM, 1-TB-SSD und RTX 5070 Ti (115W) ähnlich.
Fazit zum XMG Pro 16
Das neue Pro 16 ist ein typisches XMG-Notebook. Es wirkt optisch schlicht, gut verarbeitet und zeigt in den Tests eine mehr als nur solide Leistung. Im Shop des Herstellers ist das Gerät ab 1.999 Euro zu haben. Dann bekommt ihr allerdings die Intel 13900-HX-CPU, die natürlich langsamer ist als das aktuelle 275-HX-Modell.
Der Leistungsunterschied beträgt je nach Benchmark 3 bis mehr als 30 Prozent. Ob ihr bereit seid, für das Plus an Leistung einen Aufpreis von aktuell 315 Euro zu zahlen, liegt bei euch. Rein zum Spielen ist auch der 13900HX noch ausreichend. Ihr solltet aber berücksichtigen, dass es ohne 275HX auch keinen M.2-Slot mit schneller PCI-5.0-Anbindung gibt. Ich finde es dennoch fair, dass XMG dem Käufer hier die Wahl lässt.
Bei der Leistung zeigt das Pro 16 keine Schwächen: Dank der starken RTX 5070 Ti eignet sich der Laptop uneingeschränkt bis zur QHD-Auflösung, erst ab 4K geht der Grafikkarte die Puste aus. Ebenfalls gut sind die Temperaturen, XMG hat auch ohne Vapor-Chamber die Temperaturen sehr gut im Griff. Lediglich die Tastatur wird unter anhaltender Volllast etwas zu warm, kritisch sind die Werte aber dennoch nicht.
Gut gefallen haben mir auch die Eingabegeräte, die sich gleichermaßen zum Spielen wie auch zum Arbeiten eignen. Das IPS-Display ist ebenfalls ok, mit einer gemessenen Helligkeit von 571 cd/m² liefert es für die meisten Anwendungsfälle eine ausreichende Helligkeit. Es ist aber doch schade, dass zwar vieles beim Pro 16 konfiguriert werden kann, nur kein anderes Display. Dabei hätte dem Gerät ein OLED- oder Mini-LED-Panel gut zu Gesicht gestanden.
Insgesamt ein toller Gaming-Laptop, bei dem ihr Geld sparen könnt, wenn euch eine ältere CPU ausreicht und ihr vielleicht noch Hardware und eine Windows-Lizenz daheim liegen habt. Für das Spielen bis QHD ist mir das XMG Pro 16 eine Empfehlung wert.


Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.