Absage an AMD - Dell will weiter hauptsächlich auf Intel-Chips setzen

Trotz AMDs Vormarsch auf dem CPU-Markt mit der Veröffentlichung der Ryzen-Prozessoren im vergangenen Jahr will Dell weiterhin hauptsächlich auf Intel-Chips setzen.

von Sara Petzold,
01.03.2018 13:59 Uhr

Für Dell ist Intel laut eigenen Aussagen weiterhin der wichtigste Partner am CPU-Markt.Für Dell ist Intel laut eigenen Aussagen weiterhin der wichtigste Partner am CPU-Markt.

Nachdem Intel der AMD-Konkurrenz am CPU-Markt jahrelang keine Chance gelassen hat, gelang es AMD im vergangenen Jahr mit der Veröffentlichung der Ryzen-Prozessoren, wieder näher an Intel heranzurücken. Trotzdem ist und bleibt Intel für Dell die Nummer Eins in Sachen Hardware-Chips.

Auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona erklärte John Roese, CTO bei Dell, gegenüber Channelpro, Dell werde in naher Zukunft keine größeren Mengen an Geräten produzieren, die mit AMD-Chips betrieben sind. Stattdessen beschränkt der Hersteller die Integration von AMD-Prozessoren auf Workstations, All-in-one-Geräte und Sever-Architekturen.

»AMD tut interessante Dinge, aber Intel ist der dominante Spieler

Laut Roese dominiert Intel eindeutig den CPU-Markt, während AMD lediglich die zweite Geige spielt. Für ihn gebe es genug Diversität zwischen AMD und Intel, dass es sich für Dell lohne, in Einzelfällen auch auf AMD-Chips zu setzen. Allerdings biete Intel ein Spektrum an Hardware an, das gegenüber AMDs Portfolio deutlich umfangreicher sei und deshalb für Dell vollkommen ausreichend sei. Im Interview erklärte Roese:

"AMD tut einige interessante Dinge, und indem wir sie zu unserem Portfolio hinzufügen, decken wir ein paar zusätzliche Bereiche ab, aber lassen Sie es mich klarstellen: Es gibt einen riesigen, dominanten Spieler [bei der Chip-Herstellung], und dann gibt es einen Herausforderer, der einige richtig gute innovative Arbeit macht, nämlich AMD, aber die Lücke zwischen den beiden ist in Bezug auf Marktanteil und Einsatzgebiete ziemlich groß. Deshalb wird sich unser Portfolio in keiner bedeutungsvollen Weise ändern."

Es scheint also, als hätten auch die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre für Dell nicht viel an Intels beherrschender Marktstellung rütteln können – obwohl Intel-CPUs nach aktuellem Stand stärker von den Sicherheitslücken betroffen sind als AMD-Prozessoren.

Unabhängig davon steht die Entwicklung in Sachen CPUs bei AMD natürlich nicht still: Bereits im April werden die Ryzen-Nachfolger mit leicht überarbeiten Zen-Chips erwartet (12 Nanometer, »Pinnacle Ridge«), im nächsten Jahr könnte mit Prozessoren auf Basis von Zen 2 (7 Nanometer, »Matisse«) ein größerer Entwicklungsschritt folgen.

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