Kaum ein Buzzword wird derzeit so häufig mit Stellenabbau verknüpft wie »KI«. Doch nicht jede Entlassung, die mit künstlicher Intelligenz begründet wird, hat tatsächlich mit ihr zu tun. Das behauptet zumindest Sam Altman, CEO von OpenAI (via Fortune).
Altman warnt nun vor sogenanntem »AI-Washing«, also dem Versuch von Unternehmen, geplante Entlassungen als unausweichliche Folge der KI-Revolution darzustellen.
Die bequeme Ausrede für Entlassungen?
Altman wurde von CNBC-TV18 auf dem India AI Impact Summit zum Thema KI interviewt und ließ sich über AI-Washing in Unternehmen aus:
»Ich kenne den genauen Prozentsatz nicht, aber es gibt ein gewisses Maß an AI-Washing, bei dem Leute die KI für Entlassungen verantwortlich machen, die sie sowieso vorgenommen hätten.«
Das bestätigen auch andere Experten, wie zum Beispiel Martha Gimbel vom Yale Budget Lab. Sie spricht gegenüber Fortune ebenfalls von KI als Sündenbock:
»Egal, wie man die Daten betrachtet, zum jetzigen Zeitpunkt scheint es einfach keine größeren makroökonomischen Auswirkungen zu geben.«
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Was sagen die Zahlen?
Obwohl prominente Beispiele wie der Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski ankündigen, ihre Belegschaft langfristig drastisch zu reduzieren, zeichnen Studien ein anderes Bild:
- Kaum messbare Effekte: Eine aktuelle Studie des National Bureau of Economic Research zeigt, dass fast 80 Prozent der befragten Manager in den USA, Deutschland und anderen Ländern bisher keinen KI-bedingten Einfluss auf ihre Mitarbeiterzahlen sehen.
- Kein Trend: Laut Daten des Yale Budget Lab gibt es bislang keine Belege dafür, dass KI besonders viele Menschen in KI-anfälligen Jobs arbeitslos gemacht hat.
- Erstmal abwarten? Ökonomen wie Torsten Slok (Apollo Global Management) vermuten, dass wir uns in einer Wartephase befinden. Die Investitionen sind hoch, aber die echten Produktivitätssprünge und die Jobveränderungen kommen erst später.
Übrigens: KI wird nicht nur im Arbeitsmarkt heiß diskutiert. GameStar-Tech-Redakteur Maxe ist Buchautor und auch er macht sich regelmäßig Gedanken zu generativer KI:
Zwischen Panik und Optimismus
Trotz seiner Kritik am »AI Washing« bleibt Altman realistisch: Er erwartet, dass die Auswirkungen der KI in den nächsten Jahren »spürbar« werden. Doch wie bei jeder technologischen Revolution sieht er nicht nur das Ende alter Jobs, sondern auch die Entstehung völlig neuer Rollen.
Was denkt ihr darüber? Habt ihr in eurem Arbeitsumfeld schon echte Veränderungen durch KI bemerkt oder haltet ihr das Ganze aktuell noch für viel heiße Luft?
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