Besonders im Sommer wird das Bewässern des eigenen Gartens zur mühseligen Fleißaufgabe. Rasen sprengen, Blumenbeete gießen – am besten ausdauernd oder gar mehrmals pro Tag.
Letztes Jahr habe ich für euch den Aiper IrriSense ausprobiert. Einmal eingerichtet, kümmerte er sich ganz allein um die Bewässerung und spart dadurch Zeit und Nerven.
Einen Haken hatte er aber: den Preis. Zum Start wollte Aiper knapp 650 Euro (UVP) für seinen smarten Sprenger haben.
Kurz nach Release folgte bereits die nächste Generation, auf die alle Käufer des Vorgängers sogar wechseln konnten. Der IrriSense 2 kostet mit knapp 500 Euro (UVP) nicht nur deutlich weniger (Straßenpreis bereits bei um die 400 Euro), sondern kann auch einiges mehr.
Grund genug für mich, mir die zweite Generation anzuschauen. Hier mein kompaktes Fazit zum Aiper IrriSense 2.
Was der Aiper IrriSense 2 anders macht
Kurz zur Erinnerung: Die IrriSense ist kein klassischer Rasensprenger. Die schlanke Säule hängt am Gartenschlauch, dreht ihre Düse um 360 Grad und verteilt Wasser bis zu 12 Meter weit. Das reicht theoretisch für bis zu 445 Quadratmeter laut Herstellerangabe.
Wo, wann und wie viel gewässert wird (3-23 mm Wasserdurchdringung möglich), legt ihr in der App fest. Daran hat sich nichts geändert.
Die zweite Generation hat aber einige Neuerungen in petto. So wurde etwa die App etwas ausgebaut und um neue Funktionen ergänzt, die vor allem die Einrichtung erleichtern und Bewässerungsmöglichkeiten erweitern.
So könnt ihr jetzt nicht nur Schwellenwerte für Wind- und Niederschlagsmenge selbst festlegen. Der IrriSense 2 verfügt sogar über einen integrierten Nährstoffdosierer – der in Deutschland allerdings noch nicht viel bringt (dazu gleich mehr).
Die Unterschiede zwischen IrriSense 1 vs. IrriSense 2 im Überblick
| Kategorie | Aiper IrriSense (1. Generation) | Aiper IrriSense 2 |
|---|---|---|
| System | 3-in-1 (Steuerung, Rotorsprinkler, Ventil) | 4-in-1 (zusätzlich Nährstoffdosierer) |
| Bewässerungszonen | Wenige, starre Verwaltung | Bis zu 10 unabhängige Zonen |
| Kartierung | Fläche per Joystick | Fläche, Linie und Punkt |
| Düngung | Nein | Integrierter Nährstoffdosierer |
| Wettersteuerung | Automatisch nach Wetterdaten | Eigene Schwellenwerte für Regen, Wind und Hitze |
| Reichweite / Fläche | bis 12 m / 445 m² | bis 12 m / 445 m² |
| UVP zum Start | knapp 650 Euro | 499 Euro |
Optisch gleicht neue Säule dem ersten Modell wie ein Zwilling und macht daher optisch wieder was her. Sie wirkt elegant und hochwertig, im Garten muss ich sie also nicht verstecken. Ganz im Gegensatz zum Wasserschlauch und Stromkabel, was je nach Garten die größte Herausforderung sein dürfte.
Einrichtung: Strom, Wasser, WLAN
Die Installation läuft dabei genauso ab wie beim Vorgänger, Details findet ihr in meinem Erfahrungsbericht zur ersten IrriSense.
Kurz gesagt: Standfuß in den Boden stecken, Gerät draufstellen und die Widerhaken mit der beiliegenden Ratsche in die Erde bohren. Das geht flott und einfach und hält auch bei hohem Wasserdruck bombenfest.
Die eigentliche Hürde ist der Standort. Die IrriSense 2 braucht einen Wasseranschluss, eine Steckdose und stabiles WLAN in der Nähe. Fehlt auch nur eines davon, könnt ihr das Gerät nicht in Betrieb nehmen.
Das Stromkabel ist mit 10 Metern zwar angenehm lang, wer jedoch keine Außensteckdose hat, muss sich mit Verteilern oder Verlängerungen behelfen. Für eine bessere WLAN-Abdeckung helfen Repeater.
Kartierung: einfacher als zuvor
Richtig Spaß macht die Kartierung. Statt nur einer Methode bietet die IrriSense 2 jetzt drei: Die Kartierung als Fläche (für die meisten Bereiche), als Linie (für einfache Beete) oder als Punkt (für einzelne Spots). Anschließend bestimmt ihr noch die Form eures Gartens sowie die Rasenart.
Gesteuert wird weiterhin mit einem virtuellen Controller auf dem Handy. Damit lenkt ihr die Düse und grenzt somit euren gewählten Bereich ein. Ich habe im Modus Fläche
Punkt für Punkt des Gartens justiert – jeweils an meinen Koniferen und Begrenzungssteinen entlang.
So hatte ich meinen L-förmigen Garten in rund fünf Minuten eingerichtet. Und zwar so, dass die IrriSense 2 nur Rasen und Koniferen bewässert, die Feuerstelle samt Sitzstühlen aber ausspart.
Im Alltag: präzise, aber geduldig
Einmal eingerichtet, könnt ihr die Bewässerung entweder über einen einzigen Knopf am Gerät oder über die App starten. Letztere bietet natürlich auch die Möglichkeit, zeitgesteuerte Bewässerungspläne zu starten. Dabei könnt ihr bis zu zehn Bewässerungszonen festlegen und auch die Wassermenge einstellen.
Für meinen Test habe ich eine kleine Zone mit rund 50 Quadratmetern angelegt und eine Durchdringung von 10 Millimetern eingestellt. Das entspricht etwa 500 Litern Wasser.
Fast eine Stunde war die IrriSense 2 damit beschäftigt. Dafür lief der Strahl sehr präzise an meinen Begrenzungssteinen und Koniferen entlang, die Feuerstelle blieb weitestgehend trocken.
Schön auch, wie das Wasser auf dem Rasen landet. Der Strahl ist teils sehr fein und fällt wie Regen auf die Halme, statt sie mit einem harten Wasserstrahl zu beschießen.
Im folgenden Kurzvideo bekommt ihr einen guten Eindruck davon:
0:26
Aiper IrriSense 2: Bewässerung im Kurzvideo
Wetterdaten: besser, aber nicht blind vertrauen
Bei der Wettersteuerung hat Aiper nachgelegt. Statt nur automatisch auf Wetterdaten zu reagieren, legt ihr jetzt eigene Schwellenwerte für Regen, Wind und Hitze fest, damit das Wasser auch wirklich an den gewünschten Stellen landet, wenn es nötig ist.
Auf die Vorhersagen würde ich mich persönlich trotzdem nie verlassen, denn was die Wetter-Daten ankündigen und was dann tatsächlich vor Ort eintritt, geht oft weit auseinander.
Die Regenprognose der Wetterdaten weicht bei mir nämlich teils brutal vom tatsächlichen Niederschlag ab. Wenn es aber regnet, erkannt das der IrriSense 2 anhand seiner Regensensoren an der Oberseite, wo ihr im Übrigen auch den Wasserdruck ablesen könnt.
Beim Wind sieht es ähnlich aus. Ich habe quasi immer Wind, weil wir nahe eines Hügels wohnen. Der IrriSense 2 steht deswegen in einer windstillen Ecke nahe den Koniferen.
Fegt dann acht Meter weiter eine leichte Böe über den Rasen, kann das Gerät das logischerweise nicht erkennen – ganz unabhängig davon, was für Windstärken in den Wetterdaten prophezeit werden.
Die Lösung hat Aiper aber bereits angekündigt. Auf der IFA 2026 hat mir der Hersteller gezeigt, wie sich seine Bewässerung künftig mit einer eigenen Wetterstation und einem Bodenfeuchtesensor koppeln lässt. Mehr dazu lest ihr in meinem Artikel zum Aiper Smart Yard Ecosystem.
Dann arbeitet der Sprenger mit den echten Daten aus meinem Garten statt mit einer Prognose für die ganze Region. Das wäre für mich das nächste Level der smarten Vernetzung.
Nährstoffdosierer: Bewässern und Düngen in einem Rutsch
Ebenfalls neu ist ein Fach für Flüssigdünger. Die App mischt ihn nach Zeitplan automatisch ins Wasser, ein separater Düngegang entfällt damit.
In den USA bietet Aiper dafür einen organischen Bodenverbesserer namens »SoilPulse« an. In Deutschland ist der passende Dünger bislang allerdings noch nicht erhältlich. Die Funktion konnte ich daher nicht ausprobieren.
Was mich am IrriSense 2 stört
Die Reichweite hängt vom Schlauch ab. Die höchste Reichweite erreicht der IrriSense 2 nur unter idealen Bedingungen. Aiper empfiehlt mindestens 2 bar Wasserdruck, einen Schlauch mit 5/8 oder 3/4 Zoll und maximal 15 Metern Länge, und zwar ohne unnötige Adapter.
Ich habe einen Schlauch mit Schnellkupplung angeschlossen, damit reichte der Strahl »nur« rund sieben Meter. Für kleinere Areale ist das absolut ausreichend. Wer eine größere Fläche abdecken will, sollte Schlauch und Druck aber unbedingt vorher prüfen.
Kein Smart Home. Der IrriSense 2 lässt sich nur über die Aiper-App steuern. Eine Anbindung an Apple Home, Alexa oder Google Home gibt es leider nicht. Schade, gerade bei einem Gerät, das sonst so smart sein will.
Wie weit reicht die Aiper IrriSense 2 wirklich?
Laut Aiper bis zu 12 Meter, allerdings nur bei optimalem Wasserdruck und passendem Schlauch. Bei mir waren es mit Schnellkupplung rund sieben Meter. Wind verkürzt die Reichweite zusätzlich.
Welchen Wasserdruck braucht die IrriSense 2?
Aiper nennt mindestens 2 bar, für die vollen 12 Meter sollten es eher 3 bar sein. Am besten nutzt ihr einen Schlauch mit 5/8 oder 3/4 Zoll, der nicht länger als 15 Meter ist. Den aktuellen Druck lest ihr direkt an der Anzeige oben am Gerät ab.
Funktioniert die IrriSense 2 ohne WLAN?
Für die Einrichtung, die Steuerung per App und die Wetterdaten braucht ihr ein stabiles WLAN mit 2,4 GHz am Standort. Hängt der Garten außerhalb der Reichweite, kann ein WLAN-Repeater helfen.
Kann ich mehrere IrriSense 2 kombinieren?
Ja. Für große oder verwinkelte Gärten könnt ihr mehrere Geräte parallel betreiben. Aiper verkauft die IrriSense 2 dafür auch im Zweier-, Dreier- und Viererset.
Gibt es den Dünger für den Nährstoffdosierer in Deutschland?
Bislang nicht. Aipers Flüssigdünger »SoilPulse« ist derzeit nur in den USA erhältlich.
Fazit: Für wen lohnt sich die IrriSense 2?
Für mich ist der IrriSense 2 eine sinnvolle Weiterentwicklung. Mehr Zonen, drei Kartierungsmodi, eine umfangreichere App und ein Preis, der deutlich attraktiver ist als beim Vorgänger.
Das Gerät spart viel Zeit und Nerven und je nachdem auch Kosten, weil es den Wasserbedarf automatisch regelt und herkömmliche Bewässerungssysteme aus mehreren Komponenten (Rotor-Sprinkler, Ventil, smarte Steuerung) ersetzt.
- Sehr schnelle Einrichtung
- Drei intuitive Kartierungsmodi
- Bis zu 10 Bewässerungszonen
- Feiner, regenartiger Strahl
- Elegantes, hochwertiges Design
- Deutlich günstiger als Gen 1
- Braucht Strom, Wasser und WLAN
- Reichweite stark druckabhängig
- Keine Smart-Home-Anbindung
- Für verwinkelte Gärten weniger geeignet
Die Schwächen sind im Grunde dieselben wie bei der ersten Generation. Einige davon liegen in der Natur der Sache, andere, wie die Smart-Home-Anbindung, sollte Aiper aber dringend verbessern.
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Ideal ist der IrriSense 2 für offene Rasenflächen, an denen Steckdose, Wasserhahn und WLAN ohnehin in Reichweite sind. Wer dagegen nur ein kleines Rasenstück hat oder einfach günstig Wasser verteilen will, ist mit einem klassischen Sprenger weiterhin besser bedient.
Für mich ist der IrriSense 2 dennoch der bequemste Rasensprenger, den ich kenne, und ist jetzt eben besser und billiger als der Vorgänger.

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