Es ist Hochsommer, inzwischen knallt auch wieder die Sonne – Rasen, Koniferen und Blumen verlangen jetzt nach Wasser.
Bisher hieß das: Schlauch raus, Sprenger aufstellen und so justieren, dass nicht wieder die Terrasse oder der Sandkasten des Nachbarn mit bewässert werden. Klassische Sprenger verschwenden zudem viel Wasser und unterirdische Anlagen sind teuer und aufwändig.
Der neue Aiper IrriSense klang für mich nach der perfekten Lösung: Ein smarter Rasensprenger, der über WLAN und App exakt die Flächen bewässert, die wirklich Wasser brauchen – und das sogar automatisch nach Wetterlage.
Doch lohnt sich dafür der happige Preis von knapp 650 Euro (UVP)? Ich habe den smarten Sprenger über die letzten Wochen intensiv ausprobiert und möchte mit euch meine ersten Erfahrungen teilen.
Was den Aiper IrriSense besonders macht
Was ist das für ein Gerät? Der Aiper IrriSense ist im Grunde ein smarter, via Gartenschlauch installierter Rasensprenger. Anstatt aber Wasser nur in einem festen Muster zu verteilen, legt ihr in der App eigene Bewässerungszonen sowie -zeitpläne fest.
Das Gerät kann sich um 360 Grad drehen und Wasser bis zu zwölf Meter weit verteilen. Dadurch deckt es theoretisch eine Fäche von 445 Quadratmetern ab.
Die Einrichtung des Aiper IrriSense ist leichter, als gedacht
Die Installation ist erfreulich einfach und komfortabel. Alle nötigen Werkzeuge sowie mehrere Adapter für den Anschluss an den Gartenschlauch liegen bei, sodass es hier keine Kompatibilitätsprobleme geben sollte.
Die größte Hürde ist lediglich eine passende Stelle zu finden, denn nicht nur solltet ihr den optimalen Radius zur Bewässerung berücksichtigen – ihr braucht auch eine stabile WLAN- sowie eine Stromverbindung.
Für die Befestigung kommen ein dicker Erdspieß sowie vier lange Plastikschrauben zum Einsatz, die den Aiper IrriSense bombenfest im Boden verankern.
Standfüßchen in den Boden rammen, das Gerät draufsetzen und anschließend mit vier langen Plastikschrauben im Boden fixieren: Die Installation ist das beiliegender Ratsche sehr schnell erledigt.
Anschließend geht’s mit der App weiter. Die gibt’s für iOS und Android und führt euch vorbildlich, allerdings bislang noch auf Englisch durch den Einrichtungsprozess. Der Rest der App ist hingegen auf Deutsch verfügbar.
Cool: Sind Bluetooth und WLAN gekoppelt, könnt ihr optional eure Adresse eingeben, um mittels Google Maps den optimalen Standort für das Gerät zu ermitteln.
Ebenso leicht und intuitiv ist die Kartierung: Wie bei modernen Mährobotern ohne Begrenzungsdraht steuert ihr den Wasserstrahl des Aiper IrriSense mit virtuellen Joysticks in der App und legt so eure Bewässerungszone fest.
Der gesamte Prozess vom Auspacken bis zur ersten erfolgreichen Bewässerung hat bei mir kaum länger als 30 Minuten gedauert.
Der Aiper IrriSense im Einsatz
Einmal eingerichtet, startet ihr das Gerät entweder per Knopfdruck am Gehäuse oder mit der App. Am bequemsten ist jedoch die automatische Zeitsteuerung: Dann beginnt der Aiper IrriSense zu festgelegten Zeiten mit der Bewässerung – auf Wunsch auch nur dann, wenn es das Wetter erfordert.
Mithilfe eines Regensensors und Online-Wetterdaten weiß der IrriSense nämlich, wann es sich zu sprenkeln lohnt. Das funktionierte in meinem mehrwöchigen Praxistest auch weitestgehend gut: Bei Regen blieb das System im Ruhezustand respektive übersprang den Zeitplan.
Natürlich ist die Wettervorhersage nie 100 Prozent verlässlich – so fängt es etwa plötzlich an zu regnen, obwohl der Wetterdienst leichte Bewölkung prognostiziert. Dafür kann aber Aiper nichts. Im Zweifel schaltet ihr die wetterbasierte Bewässerung einfach aus.
Übrigens spritzt das Wasser aus der Düse nicht wie aus einer Pistole. Dank eines kleinen Gummidreiecks an der Austrittsfläche wird das Wasser in kleine Tropfen verteilt – und soll somit wie natürlicher Regen wirken.
Das hat den Vorteil, dass eure Pflanzen und Beete geschont werden. Da sich sogar die Bodendurchdringungsmenge in drei Stufen einstellen lässt und es zudem eine Funktion zum schnellen Befeuchten der Erde gibt, eignet sich der Sprinkler sogar für frisch besäte Flächen oder einfach zum Abkühlen des Rasens.
Allerdings dürft ihr nicht erwarten, dass ihr die Zonen zentimetergenau bewässern könnt – ein paar Spritzer gehen immer über die Grenze hinaus. Bei mir wurde zum Beispiel der an die Pflanzen grenzende Gehweg nass. Das lässt sich aber spätestens bei Windböen ohnehin nicht vermeiden.
Cool zudem: Ihr könnt ein Limit für den Wasserverbrauch festlegen. Das Gerät schaltet sich dann automatisch ab. Generell bin ich vom Funktionsumfang der App beeindruckt. Im Protokoll sehe ich zudem jederzeit, wann welche Wassermenge verteilt wurde.
Für die Zukunft würde ich mir aber noch mehr Funktionen für den physischen Knopf an der Oberseite wünschen. Aktuell kann man damit die Bewässerung lediglich starten. Sinnvoll wäre aber eine Mehrfachbelegung, um andere Modi wie etwa das Befeuchten des Rasens (zum Beispiel durch Gedrückt-Halten oder via Doppel-Tipp) auszulösen.
Was ihr beim Aiper IrriSense noch beachten solltet
Standort: Eigentlich logisch, aber ich möchte es dennoch erwähnen: Der Aiper IrriSense funktioniert am besten auf offenen Rasenflächen. Für sehr verwinkelte Gärten mit vielen Hindernissen ist er weniger geeignet, da seine Sichtlinie blockiert werden kann. Ihr könnt aber natürlich mehrere Geräte parallel betreiben.
Preis: Das will aufgrund des zumindest derzeit noch hohen (Einführungs-)Preises aber wohlüberlegt sein. Mit rund 500-600 Euro je nach Shop kostet er ein Vielfaches eines normalen Sprengers. Dafür bietet er aber auch deutlich mehr Komfort.
Anschluss: Wie bereits erwähnt, braucht ihr dringend einen Stromanschluss sowie eine stabile Internetverbindung. Je nach Garten müsst ihr gegebenenfalls einen WLAN-Repeater installieren oder aufwändig Stromkabel verlegen. Die Abhängigkeit vom Stromnetz macht den Aiper Irrisense zudem weniger flexibel.
Mein Fazit zum Aiper IrriSense
Für mich ist der Aiper IrriSense vor allem eins: purer Komfort. Einmal eingerichtet, arbeitet er zuverlässig und ohne ständige Eingriffe meinerseits. Die Mischung aus präziser Kartierung, smarter Steuerung und wetterabhängiger Bewässerung nimmt mir eine Menge Arbeit ab – und sorgt dafür, dass der Rasen immer optimal versorgt ist.
- Sehr einfache Einrichtung
- Präzise Kartierung per App und Joystick
- Viele Einstellungsmöglichkeiten (Zonen, Zeitpläne, Wetteranbindung)
- Hochwertige Verarbeitung
- Braucht Strom und stabiles WLAN vor Ort
- Für verwinkelte Gärten weniger geeignet
- Hoher Preis
Allerdings ist er nicht für jeden Garten gemacht. Wer nur eine kleine Fläche hat oder einfach nur günstig Wasser verteilen will, ist hier fehl am Platz. Für große, offene Rasenflächen ab etwa 350 m² hingegen ist er eine echte Erleichterung.
Bei Grundstücken ab 500 m² braucht man allerdings mehrere Geräte. Zusammen mit dem Strom- und WLAN-Bedarf sind das Punkte, die den ohnehin hohen Preis relativieren.
Wer jedoch die Voraussetzungen erfüllt und das Budget hat, wird mit dem IrriSense viel Zeit und Aufwand sparen. Ob einem dieser Komfort rund 550 Euro wert ist, bleibt am Ende eine ganz persönliche Entscheidung.
Wie seht ihr das: Ist euch eine smarte, wassersparende Bewässerung den Aufpreis wert, oder bleibt ihr lieber bei der klassischen Lösung?

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