Über 200 Episoden lang jagten die Agenten Scully und Mulder dem Mysteriösen hinterher. In den 1990ern kam man um Akte X nicht herum; mittlerweile wird ein zweites Reboot angepeilt.
Bemerkenswerter als die Langlebigkeit der Serie ist die Tatsache, dass viele Millennial-Frauen durch Akte X – oder genauer: Agent Scully – dazu berufen gefühlt haben, sogenannte MINT-Fächer zu studieren.
- Mathematik
- Informatik
- Naturwissenschaften
- Technik
Das sind eher männlich dominierte Fachbereiche, die in dem letzten Jahr vermehrt von Frauen studiert werden – wegen Agent Scully.
Scully-Effekt: Was steckt dahinter?
Gänzlich neu ist die Beobachtung nicht und geht zunächst zurück auf zwei Personen, die an Akte X gearbeitet haben.
2016 berichtete Anne Simone, Biologin und wissenschaftliche Beraterin der Serie, dem Smithsonian Magazine, von einer Anekdote aus dem Jahr 1999.
Ich fragte meine Klasse – das war wahrscheinlich im Jahr 1999 –, ob jemand durch Akte X dazu inspiriert worden sei, hier zu sein. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler hoben die Hand. Ich bekomme immer noch E-Mails von Leuten, die schreiben, dass sie mein Buch gelesen haben, weil ihnen Akte X gefallen hat, dass ihnen jemand das Buch gekauft hat und sie es dann nicht mehr aus der Hand legen konnten. Und sie sagen: ›Jetzt möchte ich Wissenschaftler werden!‹.
Gillian Anderson, die Darstellerin von Agent Scully, bläst ins selbe Horn. Wie Spookyverse berichtet, machte sie ganz ähnliche Erfahrungen.
Wir erhielten ständig jede Menge Briefe, und ich hörte ziemlich oft von jungen Frauen, die in die Medizin, in die Wissenschaft, zum FBI oder in andere Bereiche gingen, in denen ich eine Vorreiterrolle spielte, dass sie diese Wege gerade wegen der Figur der Scully eingeschlagen hätten.
Die Aussagen gehen mit dem Timing der Serie auf. Junge Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1996) in ihren Teenagerjahren, die Akte X gesehen hatten, waren Ende der 1990er alt genug, um entsprechende Berufe oder Studiengänge zu bekleiden.
Ihr fragt euch sicher: Decken sich die Aussagen zweier Personen mit der Realität?
2:30
Der Sci-Fi-Klassiker Blade Runner wird zur TV-Serie bei Prime Video und der neue Trailer zu »2099« versprüht pure Cyberpunk-Stimmung
Tatsächlich konnte das als Scully-Effekt getaufte Phänomen wissenschaftlich nachgewiesen werden.
2018 ging das Geena Davis Institute dem Scully-Effekt auf den Grund. Dabei konnte die Studie vor allem zwei Tatsachen beweisen:
- 63 Prozent der Frauen, die Agent Scully aus Akte X kennen, starteten ihre Karriere in der MINT-Domäne mit mehr Selbstbewusstsein.
- Ist eine Frau ein Akte X-Fan, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie in einem MINT-Bereich gearbeitet hat, um 50 Prozent höher.
Heutzutage sind wissenschaftliche Charaktere in Filmen und Serien deutlich häufiger weiblich als noch vor rund 30 Jahren. Das schmälert jedoch nicht die Pionierarbeit von Agent Scully, die einen männlich dominierten Bereich nachhaltig aufgebrochen hat – und zwar im echten Leben.
Passend zum Thema: Ein Beruf ist in Hollywood-Filmen besonders gefährlich, obwohl er eigentlich völlig harmlos ist
In der oben verlinkten Studie verbinden befragte Frauen Agent Scully mit Attributen wie »intelligent« »stark« und »schlau«. Für 91 Prozent dient der Charakter bis heute als Vorbild.
Vielleicht sind UFOs nicht echt, so sehr manche von uns daran glauben wollen. Den Effekt, den Agent Scully und Gillian Anderson auf junge Frauen hatten, der ist ganz sicher real.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.