Wie stark sich die Zeiten im Gaming verändert haben, zeigt allein ein Blick auf Hard Hat Mack, das ihr auf dem Bild unten seht.
Keine Sorge, wenn euch das Spiel trotz eines gewissen Publishers mit dem bis heute nicht ganz unbekannten Namen Electronic Arts
nichts sagt. Ihr habt jetzt keinen Meilenstein der Videospielgeschichte verpasst.
Aber für mich weckt der Titel aus Tech-Sicht dennoch wohlige Erinnerungen, genauer gesagt an die gute, alte Turbo-Taste. Warum ich und viele andere sie gewissermaßen falsch
benutzt haben, um den PC zu verlangsamen, statt schneller zu machen, erfahrt ihr jetzt.
Warum es die Turbo-Taste gab
Über diesen Knopf an der Front von PC-Gehäusen konntet ihr zwischen Geschwindigkeitsstufen des PCs wechseln. Dass das damals oftmals nötig war, hängt mit der Funktionsweise früherer PC-Software zusammen.
- Gerade Videospiele hatten teils das Problem, dass ihre Abläufe an die Taktfrequenz der CPU gekoppelt waren.
- Das konnte dazu führen, dass Titel auf neueren PCs viel zu schnell dargestellt wurden und dadurch praktisch unspielbar waren.
- Ein Beispiel dafür, an das ich mich selbst noch gut erinnern kann, ist das besagte Spiel Hard Hat Mack. Im Turbo-Modus hatte ich praktisch keine Chance, rechtzeitig die richtigen Tasten zu drücken.
- Habe ich das Spiel dagegen mithilfe der
Turbo
-Taste verlangsamt, gab es diese Chance, auch wenn es dann immer noch schwer genug war (zumindest für mein jüngeres Ich).
Noch ein Blick zurück: Zu unserem 20-jährigen Jubiläum haben wir 2017 einen Retro-PC gebaut
16:58
20 Jahre GameStar: Retro-PC - Wir bauen einen High-End-Spiele-PC von 1997 zusammen
Die wichtigsten Details zur Turbo-Taste
Die Turbo-Taste befand sich meist an der Front des Gehäuses in der Nähe der Tasten für das Ein- und Ausschalten und den Reset des Rechners.
Wie die Taste funktioniert hat:
- Ihr konntet die Turbo-Taste im laufenden Betrieb drücken, um die gewünschte Geschwindigkeitsstufe zu wählen. Es war also nicht nötig, den PC für die Anpassung neu zu starten.
- Diese Anpassung erfolgte auf verschiedenen Wegen, etwa über ein Senken des CPU-Taktes, eine Deaktivierung der Level-1-Caches oder die Reduzierung der Taktfrequenz des Front Side Bus.
- Teilweise war am Gehäuse neben der Taste sogar ein kleines Display zu sehen, das die aktive Taktfrequenz angezeigt hat, beispielsweise 33 oder 66 MHz bei meinem damaligen 486er, wenn ich mich recht entsinne.
Standardmäßig lief unser PC im schnelleren Modus und wir haben sie nur betätigt, wenn es unbedingt nötig war, eben um beispielsweise Spiele überhaupt erst vernünftig nutzen zu können.
In diesem Sinne war es eher eine Slowdown
-Taste, aber das macht sich beim Verkaufen eines PCs eben weniger gut als eine Turbo-Taste.
Warum es längst keine Turbo-Taste mehr gibt
- Programme wie Spiele laufen schon lange nicht mehr ungebremst beziehungsweise in direkter Abhängigkeit von der Taktrate der CPU. Mal ganz abgesehen davon, dass inzwischen bereits seit vielen Jahren die Grafikkarte den wichtigsten Teil der Berechnungen beim Gaming erledigt.
- Auf der anderen Seite übernimmt moderne Hardware das Umsetzen eines Turbo-Modus mittlerweile größtenteils selbst, indem die für die Leistung wichtige Taktfrequenz in Abhängigkeit von Faktoren wie der Leistungsaufnahme und der Temperatur automatisch möglichst hoch eingestellt wird.
- Das sorgt gleichzeitig dafür, dass das manuelle Übertakten nur noch vergleichsweise geringe Auswirkungen hat. Zumal die (nicht anpassbare) Zahl an Recheneinheiten die Performance in Spielen neben der zugrundeliegenden GPU-Architektur ohnehin besonders maßgeblich bestimmt.
Von einem ganz anderen Stück alter Hardware erzählt euch mein Kollege Peter im oben verlinkten Artikel.
Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr den Turbo-Knopf von alten Rechnern noch aus eigener Erfahrung kennt und falls ja, in welchen Spielen ihr ihn benutzt habt, um eine bessere Chance auf den Sieg zu haben. Ich freue mich auf eure Erinnerungen von damals!
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