Es gibt Dinge, die schlecht altern – und es gibt Technik, die zeitlos bleibt. Bei mir sind das vor allem alte Walkmans, Minidisc-Player, Discmans oder die betagte Boombox in der Küche. Meine Geräte funktionieren bestens, klingen gut und kommen regelmäßig zum Einsatz.
Normalerweise verwende ich sie mit Kabelkopfhörern. Doch wenn ich beispielsweise im Garten arbeite, nerven mich die Kabel. Ich bleibe regelmäßig irgendwo hängen und reiße mir die Kopfhörer entweder aus dem Gerät oder aus den Ohren.
Adapter-Flut und die Suche nach dem richtigen Dongle
Es wurde also Zeit, die alte Technik in die Zukunft zu holen – mit einem Bluetooth-Sender. Also habe ich mich kürzlich am Prime Day durch Amazons Angebot an Bluetooth-Adaptern gewühlt und war erst einmal erschlagen. Zahllose Dongles in allen möglichen Größen, mit und ohne Display, findet man beim Versandhändler.
Viele haben eines gemeinsam: Es gibt oft nur spärliche technische Informationen zu den Geräten. Das erschwert die Suche zusätzlich zur schieren Masse an Modellen.
Drei Punkte waren mir wichtig:
- Der Adapter soll möglichst kompakt sein, damit er am Walkman oder noch kleineren Minidisc-Player nicht zu klobig wirkt und beides in die Tasche passt.
- Außerdem war mir eine Akkulaufzeit von mindestens über zehn Stunden wichtig – ich möchte das Ding schließlich nicht ständig aufladen müssen.
- Der Dongle soll einen ordentlichen Bluetooth-Codec unterstützen, jenseits des SBC-Standards mit überschaubarer Audioqualität.
Gerade beim Thema Codec sind viele Hersteller zurückhaltend. In den Produktbeschreibungen findet man oft nur den Bluetooth-Standard, aber selten eine Liste der unterstützten Codecs.
Nach einiger Zeit bin ich dann auf einen Bluetooth-Adapter von Ugreen gestoßen, der mit Bluetooth 5.3 und dem aptX-HD-Codec beworben wurde. Nicht der günstigste Adapter, aber mit knapp 24 Euro für mich in Ordnung.
Neben verschiedenen aptX‑Varianten sind auch SBC und AAC an Bord. Sonys LDAC‑Codec hätte mich für meine Sony‑In‑Ears natürlich gefreut, aber der fehlt leider.
Der kleine Dongle funktioniert
Inzwischen ist das Gerät bei mir angekommen und ich habe es seit rund einer Woche im Einsatz. Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, denn es gibt dazu prinzipiell nur einen physischen Knopf, der auf verschiedene Druckmuster (kurz, lang, mehrfach) reagiert.
Zum Glück ist die beiliegende Bedienungsanleitung brauchbar und die verschiedenen Muster ordentlich beschrieben – ob ich sie mir jemals merken kann? Das bleibt abzuwarten, aber prinzipiell brauche ich auch nur wenige davon.
Der Dongle selbst ist nur in etwa so groß wie ein USB-Stick, hat einen 3,5‑Millimeter-Klinkenanschluss und einen zusätzlichen Schiebeschalter, mit dem man zwischen Sender- (TX) und Empfängermodus (RX) wechselt.
Am Walkman oder Minidisc-Player kommt er als Sender zum Einsatz: Kabel rein, Knopf drücken, Bluetooth-Kopfhörer in den Pairing-Modus versetzen – und nach ein paar Sekunden steht die Verbindung. Das funktionierte in meinem Test mit meinen Bowers & Wilkins PX8 ebenso problemlos wie mit meinen Sony WF-1000XM5.
Die Reichweite reicht bei mir aus, um durch mehrere Räume im Haus oder durch den Garten zu laufen, ohne dass nach einigen Metern die Verbindung abbricht.
Bislang funktioniert der Dongle einwandfrei, lediglich einmal brach die Verbindung aus ungeklärter Ursache ab und ich musste meinen Kopfhörer neu koppeln. Das war allerdings der einzige Ausreißer.
Zur Akkulaufzeit: Ich hatte das Gerät einige Stunden im Einsatz und musste bislang noch nicht aufladen. Ob es am Ende wirklich fast 30 Stunden durchhält, muss sich aber noch zeigen.
Blinken statt Display
Der Hauptbedienknopf besitzt einen umliegenden LED-Ring, der als Displayersatz dient. Er zeigt etwa an, wenn sich das Gerät im Kopplungsmodus befindet oder zeigt auch an, welcher Bluetooth-Codec aktiv ist. Unterstützt werden neben SBC, auch AAC sowie verschiedene aptX-Varianten.
Aber auch hierzu muss man natürlich die Bedienungsanleitung studieren, um die Blink-Codes zu verstehen. Bei einem Modell mit Display ist es da natürlich einfacher. Für mich ist dieser Kompromiss akzeptabel, weil der Adapter dadurch so kompakt ist.
Der Sender kann auch empfangen
Ich habe das Modell primär als Sender gekauft – für Kopfhörer. Daneben kann es aber auch als Empfänger fungieren; ihr könnt so Musik vom Handy auf alte Stereoanlagen streamen über die AUX-Schnittstelle der Anlage.
So wird sie quasi zu einem Bluetooth-Lautsprecher. Mein Kollege Maxe hatte euch vor einiger Zeit bereits eine solche Nachrüstoption für HiFi-Geräte vorgestellt.
Eine durchaus praktische Funktion für meine betagte Boombox in der Küche, auf der sonst eher Tapes oder FM-Radio laufen.
Nicht jedes Gerät liebt Funk
Ganz perfekt ist das Zusammenspiel zwischen alter und neuer Technik nicht mit jedem Gerät. An meinem Sony-Sports-Walkman mit Kunststoffgehäuse sorgt der Adapter für Störgeräusche bei der Wiedergabe und beim Spulen.
Vermutlich fehlt hier schlicht die Abschirmung, sodass sich das Funkmodul mit der Walkman-Elektronik ins Gehege kommt. An anderen Walkmans mit Metallgehäusen und stationären Playern hatte ich diese Probleme nicht.
Wer ein ähnliches Gerät Bluetooth-fähig machen will, sollte im Hinterkopf behalten, dass womöglich nicht jede Kombination gut funktioniert. Man muss es einfach ausprobieren.
Fazit
Unterm Strich begeistert mich dieses kleine Stück Technik – bis auf die beiden genannten Einschränkungen: Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig und es funktioniert eben nicht mit allen Geräten gut. Preislich liegt der Dongle mit knapp 24 Euro aus meiner Sicht im Rahmen, gerade weil er solide Bluetooth‑Codecs an Bord hat.
Ansonsten freue ich mich, wenn ich meine alten Player auch mal drahtlos verwenden kann. Wer Alternativen sucht, findet die beispielsweise bei Amazon auch schon ab etwa 10 Euro. Zudem gibt es ab rund 20 Euro Varianten mit Display. Mangels Erfahrung kann ich euch da aber keine genauen Modelle empfehlen.
Wenn euch die Audioqualität wichtig ist, solltet ihr bei den Angeboten in jedem Fall auf die unterstützten Bluetooth-Codecs achten.

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