Forscher entwickeln Bluttest, der Alzheimer zuverlässig nachweist

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und noch immer unheilbar. Eine frühzeitige Erkennung kann trotzdem für Linderung sorgen. Ein neuer Bluttest soll das Nachweisen bald leichter machen.

Mehr als 7 Millionen Menschen erkranken jährlich an Demenz. Den Großteil der Demenz-Fälle macht dabei mit rund 65 Prozent die Alzheimer-Krankheit aus.

Dabei handelt es sich um eine Störung des Gehirns, die Menschen verwirrt, vergesslich und orientierungslos werden lässt. Im späteren Krankheitsverlauf sind oft Verlust der Sprachfähigkeit, aggressives oder depressives Verhalten und Pflegebedürftigkeit die Folge.

Eine Möglichkeit, Alzheimer zu heilen, gibt es bisher nicht. Zwar können regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte, gesunde Ernährung und geistige Fitness das Risiko für Alzheimer senken, trotz intensiver Forschung lässt sich der Verlust von Nervenzellen nach Erkrankung aber nicht dauerhaft aufhalten.

Trotzdem ist eine frühzeitige Erkennung einer Alzheimer-Erkrankung wichtig. Denn mit modernen Therapien lassen sich der Krankheitsverlauf verzögern und die Symptome lindern. Wer im Alter eine zunehmende Vergesslichkeit feststellt, kann beim Arzt verschiedene Tests und Fragebögen durchlaufen, um Alzheimer diagnostizieren zu lassen.

Bisher kommt dabei üblicherweise die invasive und oft schmerzhafte Entnahme und Untersuchung von Nervenwasser aus dem unteren Wirbelkanal (Liquordiagnostik) zum Einsatz. In einigen Fällen werden zudem Gehirnbilder per CT und MRT erstellt. Beide Verfahren sind aber recht aufwendig und nicht ambulant durchzuführen. Ein neu entwickelter Bluttest zur Erkennung von Alzheimer könnte die Entdeckung der Krankheit aber bald deutlich einfacher gestalten.

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. (Bildquelle: Statista) Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. (Bildquelle: Statista)

Frühere Erkennung von Alzheimer dank Bluttest

Entwickelt wurde der Bluttest von einem internationalen Forscherteam rund um Fernando Gonzalez-Ortiz. In einem Paper, das in der Fachzeitschrift Brain erschien, wird die Methodik erklärt.

Für eine Alzheimer-Diagnose nach aktuellen Richtlinien gibt es drei klare Merkmale, die festgestellt werden müssen: Ungewöhnliche Anhäufungen von Amyloid- und Tau-Proteinen und ein fortschreitender Verlust von Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen.

Mit dem neu entwickelten Bluttest lässt sich nun erstmals feststellen, ob es sich bei den Tau-Proteinen um sogenanntes hirneigenes Tau handelt, das klar auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeutet. Damit konnte bei den 600 Probanden zuverlässig zwischen Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen unterschieden werden.

Der Bluttest hat dabei eine Reihe von Vorteilen gegenüber den bisher verwendeten Verfahren, wie ein Co-Autor der Studie, Professor Thomas Karikari, gegenüber dem Guardian erklärte:

Ein Bluttest ist billiger, sicherer und einfacher durchzuführen und kann die klinische Sicherheit bei der Diagnose der Alzheimer-Krankheit und der Auswahl von Teilnehmern für klinische Studien und die Krankheitsüberwachung verbessern.

Das Team plant jetzt, das Testverfahren auf eine größere Personengruppe auszuweiten und dabei sowohl ethnische Hintergründe als auch verschiedene Stadien von Erinnerungsverlust stärker miteinzubeziehen.

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Würdet ihr einen solchen Bluttest nutzen, um im Alter frühzeitig über eine Alzheimer-Erkrankung aufgeklärt zu werden? Und glaubt ihr, dass sich ein solcher Bluttest schon bald durchsetzen könnte? Schreibt es uns in die Kommentare!

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