Amazon hätte es wohl nicht gegeben, wenn Jeff Bezos noch ein bisschen klüger wäre

Der Amazon-Gründer war auf dem besten Weg, ein theoretischer Physiker zu werden. Doch eine knifflige Aufgabe brachte ihn davon ab.

Jeff Bezos im Rahmen einer Veranstaltung des The Economic Club of Washington. (Bildquelle: YouTubeThe Economic Club of Washington, D.C.) Jeff Bezos im Rahmen einer Veranstaltung des The Economic Club of Washington. (Bildquelle: YouTube/The Economic Club of Washington, D.C.)

Sollte das Universum unendlich groß sein, sitzt auf irgendeiner Erde Jeff Bezos nicht auf dem Amazon-Thron als Präsident, sondern in einer Forschungseinrichtung oder einer Universität auf einem normalen Hocker als Wissenschaftler - Stichwort: Infinite-Monkey-Theorem.

Und falls das Universum doch ein Ende hat, findet sich sicher ein Paralleluniversum, in dem Bezos einen Lehrstuhl innehat.

Was wie ein Witz klingt, wäre beinahe Wirklichkeit geworden. Ja, genau, Amazon hätte es fast nicht gegeben, wenn sein Gründer noch klüger oder in einem bestimmten Bereich talentierter wäre, als er es vermutlich ohnehin schon ist.

Eigentlich wollte Bezos theoretischer Physiker werden

Denn ursprünglich wollte das Unternehmer-Genie in einem ganz anderen Bereich als dem Onlineverkauf Fuß fassen – der theoretischen Physik.

In seinem Junior-Year an der renommierten Princeton-Universität war er in diesem Fach eingetragen. Und wie er selbst im Rahmen einer Veranstaltung des The Economic Club of Washington vor fünf Jahren erzählte, hatte er fast ausschließlich hervorragende Noten - lauter A+, also 1en mit Stern.

Doch als es in das Feld der Quantenmechanik ging, wurden er und sein Zimmergenosse Joe mit einer Aufgabe konfrontiert, die sie selbst nach drei Stunden Kopfzerbrechen nicht lösen konnten.

So machten sie sich auf den Weg, den aus Bezos Sicht cleversten Studenten der Princeton-Universität aufzusuchen – Yasantha Rajakarunanayake aus Sri Lanka.

Der sah sich die Aufgabe an und sagte nach nur wenigen Sekunden Kosinus. Auf Nachfrage bestätigte er, dass das die Lösung sei.

Und nachdem er zusätzlich drei Seiten partielle Differentialgleichungen löste, kam ebenfalls genau das heraus.

Ein Ereignis, das zu einer Erkenntnis führte

Bezos und sein Zimmerkollege waren beeindruckt. Auf weitere Nachfrage stellte sich heraus, dass Yasantha die Aufgabe nicht im Kopf gelöst hatte, sondern drei Jahre zuvor einem ähnlichen Problem gegenüberstand und er sein Wissen übertragen konnte. Von dieser Leistung war Bezos sogar noch mehr beeindruckt.

Dieses Ereignis führt bei ihm zu der Erkenntnis, dass er es auf dem Feld der theoretischen Physik niemals an die absolute Weltspitze schaffen würde, was aus seiner Sicht wohl unabdingbar ist, um wirklich etwas zu bewegen.

Nach diesem einschneidenden Erlebnis richtete sich Bezos auf das Fach Elektrotechnik aus, in dem er 1986 seinen Abschluss machte.

Über eine Anstellung bei der taiwanischen Mobilfunkgesellschaft FITEL und bei den New Yorker Vermögensverwaltungen Bankers Trust und D.E. Shaw & Co. führte sein Weg zur Gründung von Amazon im Jahr 1994 und damit auch zu seinem zuletzt auf rund 200 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögen.

Ganz nebenbei: Sein ehemaliger Kommilitone Yasantha hat sich sehr darüber gefreut, dass Bezos sich nach 34 Jahren noch an ihn erinnern konnte, wie er in einem Tweet verdeutlicht hat.

Was meint ihr? Hätte Jeff Bezos vielleicht auch einen guten theoretischen Physiker abgegeben, auch wenn er nicht zur absoluten Weltspitze gehört hätte? Seid ihr froh, dass es anders kam und Bezos stattdessen Amazon gründete? Glaubt ihr, dass wenn es Bezos nicht gewesen wäre, ein anderer ein Unternehmen auf die Beine gestellt hätte, das wie Amazon ist? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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