Big Navi: Schwachstelle Raytracing? Zahlen von AMD geben Hinweis

Benchmarks zur Raytracing-Performance einer Radeon RX 6000 ermöglichen den Vergleich zu Nvidia Geforce RTX 3080 & RTX 3090.

von Alexander Köpf,
30.10.2020 10:08 Uhr

Raytracing ist am Ende nicht das einzige Argument bei der Kaufentscheidung. Raytracing ist am Ende nicht das einzige Argument bei der Kaufentscheidung.

Die neuen Grafikkarten von AMD wurden vorgestellt und wir haben einen ersten Eindruck davon, was Big Navi in etwa leisten kann. Natürlich muss man dabei berücksichtigen, dass die Benchmarks von AMD selbst erstellt wurden und in der Praxis dann in der Regel etwas geringer ausfallen - gemessen an einer breiteren Basis an Spielen.

Den Benchmarks von AMD zufolge, können wir aber selbst nach Abzug einiger Punkte wohl von einem Duell auf Augenhöhe mit Nvidia im High-End-Segment ausgehen, was die Rasterisierung anbelangt. Doch wie sieht es mit der Raytracing-Performance aus?

Unterschied zwischen Rasterisierung & Raytracing

Rasterisierung: Unter Rasterisierung versteht man alle Prozesse des Renderings (auch wenn die Rasterisierung eigentlich nur der finale Schritt ist, bei dem alle Berechnungen auf eine zweidimensionale Pixelmatrix abgebildet werden).

Raytracing: Die Echtzeitstrahlenverfolgung Raytracing ist hier allerdings ausgenommen, weil sie nicht auf den frei programmierbaren Shader-Einheiten berechnet wird, sondern auf speziellen Kernen (die heißen bei Nvidia RT-Kerne, bei AMD Ray Accelerators).

Schneller als RTX 2080 Ti, aber hinter RTX 3080

Zur Raytracing-Performance gibt es offizielle Zahlen von AMD, die sich aber versteckt in den Fußnoten befinden. Wccftech hat sie mit Ergebnissen von Nvidia verglichen. Demnach schlägt Big Navi die RTX-2000-Reihe von Nvidia, liegt aber deutlich hinter RTX 3000 zurück.

Alle Info zu Specs, Preisen und Release von AMDs Big Navi könnt ihr im folgenden Artikel nachlesen. Darin ist auch die Präsentation von AMD verlinkt:

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RTX 3000 vor RX 6000: Den eigenen Angaben auf der Webseite zufolge kommt eine der neuen Radeons aus der RX-6000-Reihen (konkret ist von einer RDNA2-GPU die Rede) auf 471 FPS in Microsofts DirectX Raytracing Procedural Geometry Test (einem Entwicklertool).

Hier kann natürlich auch die aktuell kleinste Big-Navi-GPU Radeon RX 6800 gemeint sein, welche über 60 Ray Accelerators (RAs) verfügt. Zum Vergleich: Die RX 6900 XT kommt auf 80 RAs. Dass AMD hier von den modifizierten Chips in der Xbox Series X oder PlayStation 5 spricht, kann aber ausgeschlossen werden, da explizit von einer Grafikkarte die Rede ist.

Den Raytracing Procedural Geometry Test absolviert Nvidias Geforce RTX 2080 Ti laut Wccftech mit 390 FPS. Die beiden aktuellen Spitzenmodelle der Ampere-Reihe RTX 3080 und RTX 3090 kommen demnach auf 630 FPS und 749 FPS.

Völlig überraschend kommen die Ergebnisse übrigens nicht. Bereits im Vorfeld der Radeon-Vorstellung wurde unter vorgehaltener Hand davon berichtet, dass Big Navi mit Blick auf die normale Render-Performance zwar eine echte Konkurrenz für Nvidia sei, aber nicht ganz mithalten könne, wenn es um Raytracing geht.

Echtes Duell an der Spitze: Im Moment sieht es danach aus, als gäbe es einen echten Konkurrenzkampf bei High-End-Grafikkarten. Dabei stehen sich zwei Modelle gegenüber: Mehr Videospeicher zum günstigeren Preis von AMD versus weniger VRAM, dafür aber besseres Raytracing und DLSS von Nvidia. Mehr dazu könnt ihr in unserer GameStar-Plus-Kolumne lesen:

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Zahlen mit Vorsicht genießen: Natürlich können am Ende nur unabhängige Praxistests als verlässliche Benchmarks herangezogen werden. AMD selbst weist darauf hin, dass die Performance von den Messungen im DXR-Tool abweichen kann.

Spannend sind die Zahlen aber allemal und sie heizen den Konkurrenzkampf zwischen Nvidia und AMD nur weiter an.

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