Im vergangenen September hat der taiwanische Mainboard-Hersteller Gigabyte einem Teil seiner AM5-Produkte das »X3D«-Suffix verpasst. Die ausgewählten Modelle sollen zu einem späteren Zeitpunkt in der Lage sein, den zugehörigen Ryzen-Prozessoren mit 3D-V-Cache einen ordentlichen Leistungsschub zu verpassen.
Ein durchgesickertes BIOS-Interface für ein solches Mainboard deutet nun an, wie dieser Performance-Boost erfolgen soll. Zwei neue Technologien sollen die Ryzen-X3D-CPUs der aktuellen Generation beschleunigen.
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"X3D 2.0" und verbesserte PBO-Funktionen als Kern der Optimierung
Die Informationen stammen vom Portal Uniko's Hardware, das die Screenshots wiederum von der chinesischen Videoplattform bilibili aufgegriffen hat. In diesem BIOS-Leak stechen zwei Begriffe hervor: »X3D 2.0« sowie der »Cookie Score«.
Unter dem Menüpunkt »Black Technology« versammelt Gigabyte mehrere Optionen. Was wie das Gegenstück zu schwarzer Magie klingt, ist aber einfach nur die eine Sammlung an Performance-Features, zu denen neben dem bekannten PB2 und PBO eben auch das neue X3D 2.0 zählt.
»Precision Boost 2« (PB2)
»Precision Boost 2« (PB2) ist AMDs Basis-Automatisierungssystem für CPU-Taktraten. Es erkennt, welche Prozessorkerne unter Last sind, und erhöht deren Frequenz automatisch – solange Temperatur und Stromverbrauch im Rahmen bleiben. Dies geschieht vollautomatisch ohne Nutzer-Eingriff.
»Precision Boost Overdrive« (PBO)
»Precision Boost Overdrive« (PBO) erweitert dieses PB2-Konzept um eine zusätzliche Optimierungsebene. PBO erlaubt der CPU, ihre Taktraten noch aggressiver anzuheben, indem es Strombudgets und thermische Grenzen intelligenter verwaltet. Im Gegensatz zu klassischem manuellen Übertakten bleibt das System dabei selbstoptimierend und stabil.
X3D 2.0 hingegen – vom Unternehmen auch als »X3D 2.0 Turbo Mode« bezeichnet – liefert eine Ein-Klick-Lösung für die entsprechenden Ryzen-Prozessoren, sofern das Mainboard diesen Modus auch unterstützt. Auf Produktseiten wie zum X870 Aorus Elite X3D erklärt Gigabyte die Funktionsweise wie folgt:
- »Specialized Hardware Processing«: Ein dedizierter Hardware-Block führt in Echtzeit Performance-Tuning durch. Gemeint ist wohl eine spezialisierte Schaltung auf dem Mainboard, die kontinuierliche Optimierungen der Taktrate durchführt.
- »Dynamic OC Engine Model«: Ein trainiertes KI-Modell, das laut Gigabyte auf »umfangreichen X3D-Prozessor-Datensätzen« basiert.
Mit diesen beiden Eigenschaften soll Gigabyte eine bis zu 25 Prozent höhere Leistung für eure Ryzen-CPUs mit 3D-V-Cache. Ein ähnliches Versprechen machte der Hersteller bereits mit der ersten Generation des »X3D Turbo Mode«, musste damals aber zurückrudern.
»Cookie Score« als rätselhafte Performance-Metrik
Das geleakte Gigabyte-BIOS führt zudem eine Kennzahl namens »Cookie Score« auf. Mit Keksen hat dieser aber laut Uniko's Hardware nichts zu tun: Stattdessen soll die Bezeichnung auf eine Zusammenarbeit mit dem legendären Übertakter »HiCookie« hindeuten.
HiCookie ist schon seit Jahrzehnten für seine OC-Rekorde bei Arbeitsspeicher bekannt. Erst jüngst war der Übertakter an einem DDR5-RAM beteiligt, der auf sagenhafte 13.530 MT/s getrieben wurde.
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Euren Arbeitsspeicher will der »Cookie Score« aber wohl nicht bewerten. Uniko's Hardware zufolge handelt es sich hierbei um eine »KI-getriebene Qualitätswertung eures Prozessors«. Hiermit sollt ihr etwas genauer bestimmen können, wie gut sich eure Ryzen-CPU für weitere Übertaktungen eignet, die bekanntlich seit der Ryzen-9000-Generation auch bei Modellen mit 3D-V-Cache möglich sind.
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