Dieser Mähroboter soll 1.000 Hindernisse erkennen – in meinem Garten hat er fast jedes angerempelt

Kompakt, günstig und ohne Begrenzungskabel: Der Anthbot M9 macht im Garten vieles richtig. Bei der Hinderniserkennung habe ich mit ihm aber eine Rechnung offen.

Der Anthbot M9 im Test: Ein kompakter Mähroboter mit einigen Tücken. Für wen lohnt er sich? Der Anthbot M9 im Test: Ein kompakter Mähroboter mit einigen Tücken. Für wen lohnt er sich?

Über 1.000 Hindernisse soll der Anthbot M9 dank KI und zwei Kameras erkennen. Dazu verspricht der Hersteller einen Mähroboter ohne Begrenzungskabel, der durch Durchgänge ab 65 Zentimetern Breite passt und Rasenflächen bis 1.000 Quadratmeter schafft.

Im offiziellen Shop bekommt ihr ihn derzeit für rund 700 Euro, die UVP liegt bei 850 Euro. Das ist ein attraktiver Preis, in dessen Region sich aber etliche, ebenfalls starke Konkurrenten tummeln.

Zwei Wochen lang hat der M9 in meinem Garten seine Bahnen gezogen. Er hat dabei einiges richtig gemacht, manche Dinge sogar besser als deutlich teurere Alternativen. In einer Disziplin habe ich mit ihm jedoch ein Hühnchen zu rupfen.

Anthbot M9
Anthbot M9
Der Anthbot M9 ist kompakt, schnell eingerichtet und bringt clevere Extras mit: einen eigenen Mähmodus rund um die Ladestation, einen zuverlässigen Regensensor und einen Diebstahlschutz mit Alarm. Die Hinderniserkennung ist für einen Kamera-Mäher aber nur mäßig, und auch das Mähergebnis in Ecken und an Kanten ist bloß befriedigend.
  • Kompakt, passt durch 65 cm
  • Schnitthöhe per App einstellbar
  • Eigener Mähmodus rund um die Station
  • Zuverlässiger Regensensor
  • Diebstahlschutz mit Bereichsalarm
  • Mäßige Hinderniserkennung
  • Teils erratische Navigation
  • Ecken und Kanten bleiben stehen
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Erster Eindruck: Klein, kompakt, mit Zündschlüssel

Mit knapp 50 x 39 x 25 Zentimetern gehört der M9 zu den kleineren Mährobotern, die bei mir bisher durch den Garten gefahren sind. Leicht ist er mit 10,1 Kilogramm trotzdem nicht. Zum Tragen gibt es eine Griffmulde an der Unterseite.

Angetrieben wird er über die starken Hinterräder, vorne sitzt nur ein kleines Rad zum Lenken.

Oben auf dem Gehäuse steckt ein unscheinbarer Sicherheitsschlüssel. Ohne den rührt sich der M9 nicht vom Fleck, er funktioniert also im Grunde wie eine Kindersicherung.

💡 Wissenswertes zum Test
Technische Daten
EigenschaftSpezifikation
Empfohlene FlächeBis 1.000 m²
NavigationFull-Band-RTK + zwei HDR-Kameras (150°)
HinderniserkennungKI-Kamera, drei Empfindlichkeitsstufen
Schnittbreite20 cm (5-Klingen-Teller)
Schnitthöhe30–70 mm, per App
FlächenleistungBis 150 m²/h
Akku5 Ah / 90 Wh
Ladezeit90 Minuten
Max. Steigung24° / 45 %
Enge PassagenAb 65 cm
MähzonenBis zu 30
KonnektivitätWLAN (2,4 / 5 GHz), Bluetooth, 4G
LautstärkeBis 58 dB
WasserschutzIPX6
Maße49,8 x 39,2 x 25,1 cm
Gewicht10,1 kg
PreisUVP 849 Euro, Straßenpreis ab rund 650 Euro
Wie ich Mähroboter teste

Ich habe den Anthbot M9 zwei Wochen lang in einem rund 450qm großen Garten fahren lassen. Der Garten ist von Koniferen und Begrenzungssteinen umgeben. Als Hindernisse kamen Möbel, Feuerschale und Spielzeugautos sowie ein Hausschuh zum Einsatz. Auch ein Klettergerüst befand sich auf dem Testgarten mit einer engen Passage von 70 Zentimetern.

Einrichtung: Einfach, mit Antenne

Der M9 navigiert per RTK. Neben der Ladestation stellt ihr also eine Antenne auf, die zusammen mit den Satelliten für eine zentimetergenaue Positionsbestimmung sorgt. Aufgebaut ist sie in wenigen Handgriffen – eine gute WLAN-Verbindung vorausgesetzt.

Der Anthbot M9 mit Ladestation und RTK-Antenne. Der Anthbot M9 mit Ladestation und RTK-Antenne.

Der Haken an RTK ist aber immer derselbe: Die Antenne braucht freie Sicht zum Himmel. Bäume, Hauswände oder ein Carport in direkter Nähe können die Navigation beeinträchtigen. In verwinkelten Gärten mit viel Bewuchs kann die Suche nach dem richtigen Platz deshalb schon mal etwas dauern.

Einen Begrenzungsdraht müsst ihr dafür nicht verlegen. (Das solltet ihr 2026 auch bei keinem Mähroboter mehr tun.)

Wer sein Grundstück über die 4G-Anbindung (NetRTK) statt über die Antenne abdecken will, zahlt nach drei Gratismonaten ca. 40 Euro im Jahr.

Kartierung: Manuell oder automatisch

Bei der Kartierung habt ihr die Wahl. Entweder fahrt ihr die Rasengrenze per virtuellem Joystick in der App selbst ab, oder der M9 erledigt das automatisch. Beides hat bei mir problemlos funktioniert.

Die automatische Variante klappt am besten bei Rasenflächen mit klar erkennbaren Grenzen. Wer meine bisherigen Tests gelesen hat, weiß aber: Ich halte nichts von der automatischen Kartierung.

Denn die manuelle ist die präzisere Lösung, gerade wenn der Rasen im Spätsommer an manchen Stellen gelb wird oder schon abgestorben ist.

Mehrere getrennte Rasenflächen verbindet ihr bei Bedarf über virtuelle Brücken in der App. So fährt der M9 eigenständig von einer Fläche zur nächsten.

Hinderniserkennung: Unbefriedigend

Anthbot setzt auf zwei Kameras mit 150-Grad-Sichtfeld und eine KI, die über 1.000 Objekte erkennen soll. Wie empfindlich der M9 auf Hindernisse reagiert, stellt ihr in der App in drei Stufen ein (niedrig, mittel, hoch). Ich habe ihn auf der mittleren Stufe mähen lassen.

Das Ergebnis ist durchwachsen.

Einen Kinderball streifte er sachte, ebenso wie einen kleinen Schuh. Das sind zwar nicht die größten Testobjekte, sollte 2026 aber dennoch nicht mehr passieren.

Kurios: Bei massiven Hindernissen scheint die Erkennung ebenfalls nicht korrekt zu funktionieren. Meine Gartenstühle rempelte er an (wenn auch nur hin und wieder), am Klettergerüst fuhr er sich stellenweise fest und meine Feuerschale warf er sogar komplett um. Überflüssig zu erwähnen, dass er sich dabei einige Kratzer zugezogen hat.

Innerhalb der zweiwöchigen Testphase bei täglicher Fahrt versuchte der Mähroboter, die Feuerschale zweimal umzuwerfen. Es scheint also kein permanentes Problem der Hinderniserkennung zu sein, ärgerlich ist es dennoch.

Immerhin: Mich selbst hat er dagegen großzügig umfahren, sobald ich ihm im Weg stand.

Für einen Mähroboter, der mit KI-Hinderniserkennung wirbt, ist das zu wenig. Andere Kamera-Mäher wie der TerraMow Mini 500 umfahren solche Hindernisse deutlich zuverlässiger. Lasst ihr Spielzeug, Schuhe oder Gartenmöbel auf dem Rasen stehen, solltet ihr vor dem Mähen lieber einmal durch den Garten gehen und aufräumen.

Da erscheint es fast schon hämisch, dass der M9 eine Funktion namens »Anormalen Objektivmodus« bietet, bei dem er auch dann weiter mäht, wenn seine Sicht eingeschränkt ist (etwa weil die Kameralinsen verschmutzt sind).

Grundsätzlich ist das ein interessanter Ansatz. Kamera-Mäher haben nämlich alle dasselbe Problem: Ist die Linse schmutzig, sehen sie schlecht.

Aber mal ehrlich: Wenn der M9 schon mit sauberen Kameras auf mittlerer Stufe Stühle anrempelt und Feuerschalen umwirft, möchte ich ihn nicht mit getrübtem Blick durch den Garten schicken.

Übrigens: Die nächste Generation an Mährobotern setzt auf einen verbesserten Kantenschnitt. Auf der IFA habe ich die ersten Modelle gesehen:

Video starten 0:38 Mähroboter: Auf der IFA zeigen Hersteller den wohl wichtigsten Trend des kommenden Jahres

Die eigentliche Mähfahrt erledigt der M9 in geraden, U-förmigen Bahnen. Das sieht ordentlich aus und ist weit entfernt vom Chaos-Prinzip alter Drahtmäher. Ganz rund läuft es aber nicht.

Ab und zu dreht sich der M9 plötzlich, weicht von seiner Mähbahn ab, fährt eine kleine Kurve zurück und mäht die Stelle dann noch einmal. Ein Hindernis, ein Schatten oder irgendetwas anderes, das ihn irritiert haben könnte, war dabei nicht zu sehen.

Das passiert auch in den einfachen, offenen Bereichen meines Gartens. Gefährlich ist das nicht, und am Ende ist der Rasen trotzdem gemäht. Etwas seltsam wirkt es aber schon, wenn der Mähroboter mitten auf freier Fläche kurz die Orientierung zu verlieren scheint.

Ebenfalls auffällig: Bei Wendemanövern oder wenn sich der Roboter festgefahren hat, rupft er stellenweise stark den Rasen auf.

Solche aufgerissenen Stellen hinterlässt der Anthbot M9 öfter. Solche aufgerissenen Stellen hinterlässt der Anthbot M9 öfter.

Mähergebnis: Solide Fläche, Lücken am Rand

Auf der offenen Fläche mäht der M9 ordentlich. Die Schnitthöhe stellt ihr bequem in der App zwischen 30 und 70 Millimetern ein. An das Gerät selbst müsst ihr dafür nicht ran.

Schwieriger wird es in den Ecken. Dort fährt der M9 nicht richtig hinein, sodass kleine Grasinseln stehen bleiben.

Die Ecke spart der Anthbot M9 großzügig aus. Die Ecke spart der Anthbot M9 großzügig aus.

Ähnlich zögerlich zeigt er sich unter dem Klettergerüst meines Sohnes. Mit rund einem Meter Höhe ist dort locker Platz für den kleinen Mäher, trotzdem traut er sich nicht so richtig drunter.

Etwas nervig auch der Kantenschnitt. In der App könnt ihr einstellen, dass der M9 über den Rasenrand hinausfährt, um die Kanten sauberer zu erwischen. An meinen Koniferen funktioniert das aber nicht.

Damit ist er allerdings in guter Gesellschaft: Das hat bei mir bisher lediglich ein Mähroboter geschafft: Der TerraMow V600/V1000. Habt ihr Hecken, Mauern oder Pflanzen als Rasengrenze, bleibt der Rasentrimmer also weiterhin im Einsatz.

Ein Detail macht der M9 dafür besser als viele andere: Er hat einen eigenen Modus, um rund um seine Ladestation zu mähen. Genau diesen Bereich lassen die meisten Mähroboter, die ich getestet habe, gern mal aus. Beim M9 bleibt vor der Station kein ungemähter Fleck stehen.

Das Mähergebnis ist insgesamt befriedigend. Er macht seinen Job, aber eben ohne Glanzleistung.

App: Schlicht, aber mit cleveren Extras

Die Anthbot-App ist eher schlicht aufgebaut. Ihr legt Mähzonen und Pfade an, stellt Schnitthöhe und Mährichtung ein und erstellt Zeitpläne. Für die meisten Gärten reicht das völlig aus.

No-Go-Zonen gibt es ebenfalls. Um einen Bereich auszusparen, fahrt ihr ihn mit dem Mähroboter ab, ähnlich wie bei der manuellen Kartierung.

Zuverlässig funktioniert auch der Regensensor. Fängt es an zu regnen, bricht der M9 ab und fährt zurück zur Station.

Richtig gut gefällt mir der Diebstahlschutz: Ihr legt einen Bereich fest, und verlässt der M9 diesen, schlägt er Alarm. Bei einem Gerät, das tagelang unbeaufsichtigt im Garten steht, ist das eine sinnvolle Absicherung.

Alternativen: GOAT O600 RTK oder TerraMow Mini 500?

Für rund 650 Euro bekommt ihr mit dem Ecovacs GOAT O600 RTK ebenfalls einen RTK-Mähroboter mit manueller Kartierung. In meinem Test hat er mit präziser Navigation überzeugt und ist für mich die bessere Wahl im selben Preisbereich.

Wollt ihr ganz auf eine Antenne verzichten, ist der TerraMow Mini 500 für rund 700 Euro oder auch der eufy C15 einen Blick wert. Deren Hinderniserkennung ist deutlich zuverlässiger, dafür kartieren beide ausschließlich automatisch.

ANTHBOT M9
ANTHBOT M9
für bis zu 1.200 m²
  • Kompakte Bauweise, ideal für schmale Passagen
  • Starker Hinterradantrieb
  • Schnelle und unkomplizierte Autokartierung
  • App mit fehlerhafter Lokalisierung
  • Kleine Hindernisse werden gelegentlich übersehen
719 €

Mein Fazit

Ich bin mit dem Anthbot M9 nicht gänzlich unzufrieden. Er mäht ordentlich, lässt sich schnell einrichten und bringt mit dem Stations-Modus, dem Regensensor und dem Diebstahlschutz ein paar wirklich durchdachte Details mit. Die Hinderniserkennung sollte Anthbot jedoch dringend mit einem Softwareupdate verbessern.

Der M9 lohnt sich für euch, wenn ihr...

  • ... einen eher übersichtlichen, aufgeräumten Garten bis etwa 1.000 Quadratmeter habt.
  • ... einen Platz mit freier Sicht zum Himmel für die RTK-Antenne findet.
  • ... einen kompakten Mäher für enge Durchgänge sucht und nicht viel mehr als 850 Euro ausgeben wollt.

Für wen ist er eher nicht geeignet?

  • Wenn auf eurem Rasen regelmäßig Spielzeug, Schuhe oder Gartenmöbel herumstehen.
  • Wenn ihr einen möglichst randlosen Schnitt an Hecken oder Mauern erwartet.

Mein Urteil: Der Anthbot M9 ist kompakt, günstig und hat clevere Extras, bei der Hinderniserkennung und in Ecken bleibt er aber hinter der Konkurrenz zurück. Er macht seinen Job, mehr aber auch nicht.

Lest auch: 20 Mähroboter im Test – unsere wichtigsten Learnings

Wer bereit ist, vor dem Mähen kurz durch den Garten zu gehen und heikle Hindernisse per No-Go-Zone auszusparen, bekommt für rund 850 Euro trotzdem einen soliden Mähroboter ohne Kabelsalat.

Ein Rundum-sorglos-Gerät, das man einfach machen lässt, ist der M9 aber nicht. Das ist in dieser Preisklasse zwar nicht die Norm, dennoch gibt es bessere Alternativen.


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