Wer für unter 1.000 Euro einen Mähroboter sucht, bekommt mittlerweile etliche Optionen. Die meisten davon mit RTK-Antenne, die eine freie Sicht zum Himmel braucht.
(Einen Draht muss 2026 niemand mehr verlegen. Solche Modelle solltet ihr schlicht meiden!)
Der Eufy C15 geht sogar noch einen Schritt weiter und setzt komplett auf Kameras. Keine Antenne, die irgendwo im Garten stehen muss. Die komplette Kartierung übernimmt der Roboter von selbst.
Klingt verlockend. Die Frage ist: Wo steckt der Haken?
Ich habe den C15 trotzdem mehrere Wochen in meinem Garten mähen lassen. Dabei ist mir ein App-Feature aufgefallen, das ich bei keinem anderen Mähroboter bisher gesehen habe.
Startklar direkt aus dem Karton
Im Lieferumfang enthalten ist der Mähroboter, die Ladestation, das Netzteil, Erdschrauben zur Befestigung, ein Inbusschlüssel und ein Satz Ersatzklingen. Mein Testgerät kam im Bundle mit Garage, die die Station vor Regen schützt. Nötig ist das Dach aber nicht.
Genau diese Variante bekommt ihr für rund 900 bis 1000 Euro für 800 Quadratmeter Leistung. Reichen euch auch 500 Quadratmeter, gibt's das Bundle schon für 750 Euro. Wer zusätzlich ein 4G-Modul für die Verbindung ohne eigenes WLAN am Gerät will, zahlt nochmal knapp 100 Euro drauf.
Einrichtung: Strom, WLAN, fertig
Zugegeben, die meisten modernen Mähroboter sind binnen 15 Minuten eingerichtet: Ladestation hinstellen, Netzteil einstecken, in der App das Gerät mit dem WLAN koppeln. Das war's – so auch beim Eufy C15.
Kein Begrenzungskabel. Keine Antenne, die irgendwo mit freier Sicht zum Himmel stehen muss. Genau diese Einfachheit ist der große Pluspunkt gegenüber RTK-Mährobotern, bei denen vor dem ersten Einsatz erst eine Antenne aufgebaut werden will.
Doch der eigentliche (Zeit-)Aufwand ist nicht die Installation von Station oder Antenne, sondern die Kartierung eures Gartens. Normalerweise müsst ihr die Grenze eurer Rasenfläche minutiös in der App abfahren, indem ihr den Mähroboter mit virtuellen Joysticks fernsteuert. Das dauert je nach Garten schon mal 30-60 Minuten.
Auch das fällt beim C15 komplett weg, denn er kartiert das Areal komplett automatisch. Das ist zwar wunderbar einsteigerfreundlich, bringt allerdings auch einen Nachteil mit sich.
Kartierung: Komplett automatisch, aber nicht magisch
Das große Problem der automatischen Kartierung: Sie ist meiner Erfahrung nach nie so präzise wie ein manuelles Abfahren. Allein jetzt im Hochsommer ist häufig der Rasen gelb oder gar komplett abgestorben. Eine automatische Kartierung würde hier versagen. Daher kartiere ich persönlich immer per Hand. Das geht beim C15 jedoch nicht.
Ich kann nur wählen, ob er direkt mäht und dabei kartiert, oder ob er den Garten erst komplett abfährt und danach mit dem Mähen beginnt. Ich empfehle euch letzteres.
Wie befürchtet, ist das Ergebnis nach mehreren Tests leicht unterschiedlich ausgefallen. Mal ein Quadratmeter mehr, mal einer weniger. Kein Drama, aber eben nicht die Präzision, die eine manuelle Einrichtung bietet.
Das Resultat wird daher je nach Gartenbeschaffenheit nicht ideal sein, lässt sich aber anschließend in der App nachjustieren. Nicht erkannte Bereiche deklariert ihr einfach als Mähzone. Falsch erkannte Bereiche (oder Gebiete, die der Robo nicht befahren soll) spart ihr als No-Go-Zone aus.
Das, was ihr anfangs an Zeit spart, müsst ihr später gegebenenfalls beim Bearbeiten wieder investieren. Umso wünschenswerter wäre zusätzlich eine manuelle Kartierung, wie sie etwa der Yuka Mini Vision 2 bietet.
2025 noch Vision, heute schon greifbar
– 2026 kommen mehr und mehr Mähroboter mit Greifarm. Im folgenden Video seht ihr, wie das funktioniert.
0:52
Mova NexLawn Master X Series Concept - Der Rasenmähroboter mit Greifarm
Navigation
Bei der Navigation gibt's dafür nichts zu meckern. Die Kameras erkennen sowohl große als auch kleine Hindernisse zuverlässig. Klettergerüst, Gartenmöbel, sogar einen kleinen Gullideckel hat der C15 zielsicher umfahren. Keine Rempler, keine Stöße.
Kamera-basierte Navigationssysteme haben jedoch den Nachteil, dass sie nur bei halbwegs guter Sicht problemlos funktionieren. Starker Regen, Nebel oder Dreck auf der Linse trüben die Sicht ebenso wie blendende Sonne.
Da ihr den Rasen bei Regen ohnehin nicht mähen solltet, fallen diese Kritikpunkte in der Praxis aber weniger stark ins Gewicht. Für einfache bis mittel-komplexe Gärten reicht der C15 definitiv aus.
Mähergebnis: Gut auf der Fläche, schwach an harten Kanten
Nach mehreren Wochen im Einsatz war das Mähergebnis auf der offenen Fläche gut – gleichmäßig, ohne stehengebliebene Büschel. Nur am Rand bleibt ein dünner Streifen stehen, was am mittig platzierten Mähteller liegt.
Abhilfe schafft jedoch die App: Hier könnt ihr einstellen, dass der C15 bis zu 15 Zentimeter über die Begrenzung hinausfährt, um sauberer zu schneiden.
Bei mir funktioniert das allerdings nicht: Meine Koniferen erkennt der Roboter als solide Begrenzung und hält vorsichtshalber Abstand. Nur an offenen Übergängen ohne feste Einfassung fährt er wirklich bis an den Rand. Solltet ihr also Mauern, hohe Begrenzungssteine oder Pflanzen als Begrenzung haben, müsst ihr den Rasenrand per Hand nachschneiden.
App & Diebstahlschutz: Cleverer Assistent, noch nicht ganz eingedeutscht
Die App selbst wirkt übersichtlich, hat an der ein oder anderen Stelle aber noch Anglizismen im Menü. Das hat sich mit den neueren Softwareupdates aber schon gebessert. Zeitpläne und Einstellungen sind intuitiv aufrufbar.
Mein persönlicher Wow-Effekt: Die App erkennt eigenständig, wenn etwas nicht rundläuft, und schlägt konkrete Lösungen vor. Mäht der C15 nicht die komplette Fläche, bekomme ich den Hinweis, den Gelbgras-Modus zu aktivieren oder die Karte zu erweitern, passend zum Problem, das gerade vorliegt.
So etwas habe ich bei noch keinem anderen Mähroboter gesehen. Und genau das sollte eigentlich jede Roboter-App können. Kaum jemand wird sich durch sämtliche Menüs wühlen, um die richtige Einstellung selbst zu finden.
Apropos finden: Zum Diebstahlschutz gehören unter anderem ein Alarm, der bei unbefugtem Anheben auslösen soll, sowie eine Standortanzeige in der App.
Mein Fazit
Ich bin mit dem Eufy C15 zufrieden, auch wenn er nicht perfekt ist. Wer einen offenen Garten ohne feste Randbepflanzung hat, bekommt einen Mähroboter, der sich in Minuten einrichten lässt und dessen App auch bei Problemen aktiv mitdenkt.
Durch die automatische Kartierung und die Lösungsvorschläge in der App ist der C15 tatsächlich der ideale Einstieg in die kabellose Mähroboter-Welt – insofern ihr idealerweise einen einfachen Garten ohne Steigung und ohne feste Randbegrenzung habt.
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Wer wie ich Hecken, Koniferen oder andere solide Begrenzungen im Garten hat, muss weiterhin selbst mit dem Trimmer nachhelfen. Das ist in dieser Preisklasse aber ohnehin zu erwarten gewesen. Im direkten Duell muss er sich aber dem Yuka Mini Vision 2 800 geschlagen geben.


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