Ich habe für GameStar Tech schon so einige Mähroboter durch den Garten gejagt. Modelle mit Begrenzungskabel, kabellose RTK-Geräte und auch die ersten rein kamerabasierten Pioniere – ich kenne die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme inzwischen ziemlich gut.
Und ja, die Navigation allein per Kamera (und KI-Unterstützung) wird stetig besser und zuverlässiger.
Trotzdem hat mich die neue V-Serie von TerraMow überrascht. Sowohl der V600 (in allen Bildern hier zu sehen) als auch der V1000 gehört zu den besten Mährobotern, die ich bisher für euch ausprobieren konnte.
In diesem Test verrate ich euch, warum sie mich so überzeugt haben – und wo noch Verbesserungspotenzial ist.
Transparenzhinweis: Der TerraMow V600 und V1000 wurde mir vom Hersteller für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. TerraMow hatte keinen Einfluss auf Inhalt oder Bewertung dieses Artikels und erhielt keine Einsicht vor der Veröffentlichung
Die V-Serie: Wo liegen die Unterschiede zwischen V600 und V1000?
TerraMow bietet die neue V-Serie in zwei Varianten an. Die gute Nachricht: Technisch sind die beiden Modelle absolut identisch. Sie nutzen dieselbe Kamera-Navigation, dieselbe App und haben denselben Funktionsumfang. Der einzige Unterschied liegt in der Farbe (siehe Bild) sowie im Akku und der damit verbundenen Flächenleistung und Ladedauer.
- TerraMow V600: Ausgelegt für Rasenflächen bis zu 600 m². Er hat eine Akkulaufzeit von bis zu 120 Minuten.
- TerraMow V1000: Schafft dank eines größeren Akkus Flächen bis zu 1.000 m² und mäht bis zu 150 Minuten am Stück.
Habt ihr also einen kleineren bis mittelgroßen Garten, ist der günstigere V600 die bessere Wahl. Ihr bekommt die gleiche smarte Technologie wie beim großen Bruder.
Lieferumfang und Design
Der TerraMow V600 kommt mit allem, was ihr für den Start braucht. Im Karton finden sich:
- der Mähroboter selbst
- die Ladestation inklusive Dach
- das Ladekabel mit Netzteil
- 9 Ersatzklingen
- Werkzeug bzw. Schrauben zur Befestigung der Station im Boden
- Benutzerhandbuch und Schnellanleitung
Ausgepackt macht der Roboter sofort einen hochwertigen und robusten Eindruck. Das Design ist futuristisch-modern, mit abgerundeten Formen und einer sauberen Verarbeitung. Es gefällt mir richtig gut.
Statt eines Displays gibt es auf der Oberseite drei simple Knöpfe für die wichtigsten Funktionen, wie Start/Stopp oder das nützliche Spot-Mähen, falls ihr mal schnell eine bestimmte Stelle ohne App mähen lassen wollt.
Besonders praktisch ist der integrierte Tragegriff. Ihr braucht ihn selten, weil der Roboter so gut wie nie stecken bleibt, aber wenn ihr ihn doch mal anheben müsst, ist er Gold wert. Definitiv ein cooles Designdetail!
Mit Maßen von 60,2 x 39,4 x 33,1 Zentimetern ist er zudem schön kompakt. Einige Konkurrenzmodelle wie der Dreame A1 Pro oder Luba mini AWD sind zwar bis zu sieben Zentimeter niedriger, was in der Praxis aber selten relevant ist – es sei denn, euer Mäher soll unter niedrige Objekte durchfahren.
Installation und Einrichtung: Fast wie Magie – mit einem Haken
Die V-Serie von TerraMow wurde mit Fokus auf Einfachheit entwickelt – und das merkt man vor allem bei der Einrichtung. Die ist so einfach wie möglich: Ladestation aufstellen und an den Strom anschließen, Roboter auspacken, App herunterladen und den Roboter per Bluetooth und WLAN koppeln – fertig. Hier sind die 5 Minuten Einrichtung
aus der Werbebroschüre tatsächlich keine Untertreibung.
Danach startet die Magie: Der TerraMow fährt los und kartiert den Garten vollkommen automatisch – und zwar so gut, wie ich es noch bei keinem anderen Modell erlebt habe. Selbst der neue Yuka mini Vision von Mammotion, der ebenfalls 100 Prozent automatisch kartiert, kommt nicht an den V600/1000 heran.
Der Roboter fährt herum und erkennt, wo der Rasen aufhört. Anschließend fährt er die Kanten noch einmal ab, um sie zu verfeinern. Das klappte in meinen beiden Testgärten erstaunlich gut.
Aber: Perfekt ist die automatische Kartierung keinesfalls. Gelbes oder spätestens abgestorbenes Gras erkennt der TerraMow nicht mehr als Rasen – und spart die Fläche aus. Zudem erkennt er neben Steinen oder Gemüsebeeten auch meine Koniferen als Begrenzung (logisch!), weswegen er das Gras nicht bis zur Kante mäht.
Beide Probleme lassen sich glücklicherweise lösen (dazu gleich mehr), doch etwas mehr Kontrolle bei der Kartierung (etwa manuell via Joystick-Steuerung in der App) wäre wünschenswert.
So habe ich getestet
Ich habe den TerraMow V600 und V1000 sowohl in einem Kleinstgarten (50 m²) mit engen Passagen als auch auf einem größeren Grundstück (ca. 600 m²) für rund zwei Wochen getestet.
- Mähen bei verschiedenen Wetterbedingungen: trocken, feucht und leicht regnerisch.
- Mäh-Test auf insg. 650 m² Rasen, inklusive enger Passagen, Steigungen und Rasenkanten.
- Hinderniserkennung mit Bällen, Spielzeug meines Sohnes und Kleinsthindernissen.
Spezifikationen
Arbeitsbereich: Bis 600 m² (V600) / 1.000 m² (V1000)
Begrenzungen: Ohne Kabel, kamerabasiert (TerraVision™ 2.0)
Schnitthöhe: 2,5-7,5 cm (elektronisch in App einstellbar)
Schnittbreite: 20,3 cm
Maximale Steigung: 33 % / 18°
Akkulaufzeit: Bis zu 120 Minuten (V600) bzw. 150 Minuten (V1000)
Ladezeit: 100 Minuten (V600), 120 Minuten (V1000)
Wasserdicht: IPX6
Lautstärke: < 54 dB
Gewicht: 11,5 Kg V600
Maße: 60,2 x 39,4 x 33,1 cm
Features:
KI-Auto-Mapping
3D-Hinderniserkennung
Regenerkennung
Preise und Verfügbarkeit
Der TerraMow V1000 zu einer UVP von 1.199 Euro bei diversen Anbietern erhältlich. Der V600 folgt in Kürze und soll unter der 1.000-Euro-Grenze liegen.
Navigation und Hinderniserkennung: Beinahe makellos
Die kamerabasierte Navigation ist das Herzstück des TerraMow und sie funktioniert sowohl auf offener Fläche als auch in engen passagen (ca. 70 cm) erstaunlich gut.
Beide Modelle mähen den Rasen systematisch in sauberen, geraden Bahnen, was für ein tolles Streifenmuster sorgt. Er weiß zu jeder Zeit, wo er ist, auch wenn er zwischenzeitlich gestört oder gar ausgeschaltet wird.
Ebenso genial ist die Hinderniserkennung: Er umfährt Objekte nicht mit einem riesigen Sicherheitsabstand von 30 Zentimetern, sondern nutzt den Platz intelligent aus, ohne Objekte zu touchieren. Plötzlich auftauchende Gegenstände, wie ein Ball oder meine Füße, erkennt er sofort, stoppt und plant eine neue Route.
Herausforderungen wie ein Trampolin oder ein Klettergerüst erkennt er zunächst als Hindernis und meidet den Bereich darunter. Das lässt sich aber mit ein paar Anpassungen in der App umgehen.
Ihr legt einfach eine Mähzone über
dem Trampolin an und könnt dort die Sensibilität der Hinderniserkennung herabsetzen. Schon fährt er brav darunter und mäht alles sauber – ebenso bei meinem Klettergerüst.
Erstaunlich: In meinem fünfwöchigen Test haben sich beide Roboter nicht einmal festgefahren. Sollte das doch einmal passieren, haben sie ordentlich Kraft, um sich selbst zu befreien. Das kann aber Spuren im Rasen hinterlassen.
Aber auch hier hat TerraMow mitgedacht: Die Kraft, die er zur Selbstbefreiung aufwendet, lässt sich in den Einstellungen anpassen. Einzig sehr flache Objekte wie ein liegengelassener Gartenschlauch oder grüne Gegenstände (die sich schlecht vom Gras abheben) werden nicht immer korrekt erkannt – das ist aber eine Schwäche, die viele Mähroboter haben.
Mähergebnis in der Praxis
Auch hier überzeugt die V-Serie. Der Schnitt ist sauber und gleichmäßig. Der Mäher kommt auch mit höherem Gras klar und pausiert dank Regensensor und optionalem Wetterdaten-Abgleich bei Regen automatisch.
Schön auch: Die Schnitthöhe lässt sich in der App in einer großen Spannweite (2,5-7,5 cm) einstellen. Die Schnittbreite beträgt etwa 20 cm, wobei der Roboter bei Bedarf überlappende Bahnen fährt.
Steigungen meistert er bis 33 Prozent respektive 18 Grad problemlos, was für viele Gärten ausreichen dürfte. Im Konkurrenzvergleich bei Mährobotern ohne Allrad und Omni-Wheels (ca. 45 Prozent / 24 Grad) zieht er jedoch den Kürzeren.
Die Königsdisziplin, das Kantenmähen, meistert er aber tadellos.
In einem meiner Testgärten habe ich wie bereits beschrieben den Fall, dass Koniferen direkt an den Rasen grenzen. Diese erkennt der TerraMow als Hindernis und hält einen Sicherheitsabstand, weswegen er die Rasenkante nicht mäht.
Aber auch hier bietet der TerraMow mehr Lösungen als jeder andere mir bekannte Roboter. Ihr könnt in der App zum Beispiel einstellen, dass er die Kartengrenze um bis zu 15 Zentimeter überfahren soll. Das allein hat schon viel gebracht.
In der App lässt sich einstellen, wie weit der Mäher über die Grenze hinwegfahren soll, zum Beispiel auch bei Sträuchern.
Die beste Lösung fand ich aber in den Beta-Einstellungen: Dort lässt sich ein spezielles Kantentrimm-Feature aktivieren, bei dem ihr für die Rasengrenze noch mehr Optionen habt – zum Beispiel die Möglichkeit, dass er bei Sträuchern näher heranfahren soll.
Damit war das Ergebnis an den Kanten beinahe perfekt. Einen so guten Kantenschnitt habe ich noch bei keinem Mäher mit nicht ausfahrbarem Drehteller erlebt. Für besonders knifflige Stellen könnt ihr den Roboter bei Bedarf jederzeit manuell per Joystick in der App steuern.
App und Steuerung: Ein Fest für Technik-Fans
Apropos App: Die Software von TerraMow ist eine der besten auf dem Markt. Sie ist vollgepackt mit nützlichen Funktionen und trotzdem intuitiv und übersichtlich.
Hier sind einige meiner Highlights:
- Mähzonen: Statt nur No-Go-Zonen festzulegen, könnt ihr Mähzonen definieren, in denen der Roboter trotz Hindernissen mähen soll.
- Kanteneinstellungen: Die detaillierten Optionen zum Überfahren der Kante sind ein Gamechanger.
- Fernsteuerung und Live-Feed: Ja, der Roboter lässt sich auch von unterwegs steuern und ihr könnt über die Kamera live zuschauen, was im Garten passiert.
- Wetterdatenbezug: Neben dem Regensensor berücksichtigt der Roboter bei Bedarf auch Wetterdaten.
- Vermeidung von Gefahrenzonen: Der Roboter kann besonders steile Steigungen oder potenzielle Gefahren zum Festfahren erkennen und beim nächsten Mal meiden.
Lautstärke, Wartung und Sicherheit
Mit unter 54 Dezibel ist der TerraMow angenehm leise – ihr hört ihn kaum. Zur Sicherheit tragen neben der obligatorischen Stopp-Taste un Warnhinweise bei Dämmerung auch diverse Diebstahlschutzfunktionen bei, darunter die Ortung via GPS.
Ein charmantes Detail ist seine deutsche Stimme. Wenn er mit einer Mischung aus gelangweilter und freundlicher Art meldet: Starte den Mähteller
, muss ich jedes Mal schmunzeln. Das ist nichts Weltbewegendes, aber gibt dem Gerät eine sympathische Persönlichkeit.
Die Wartung ist dank IPX6-Schutz übrigens denkbar einfach: mit dem Gartenschlauch abspritzen, fertig. Die Klingen sind mit einem Schraubenzieher schnell gewechselt.
Solltet ihr euch den TerraMow V600/V1000 kaufen?
Der TerraMow ist eine spannende Option für alle, die einen modernen, kabellosen Mähroboter suchen. Er ist der unkomplizierteste und zugleich einer der intelligentesten Roboter, die ich je getestet habe.
Der TerraMow lohnt sich für euch, wenn ihr...
- ... einen Mähroboter ohne lästiges Begrenzungskabel oder GPS-Antenne sucht.
- ... Wert auf eine kinderleichte, fast vollautomatische Einrichtung legt.
- ... Wert auf einen besonders sauberen Kantenschnitt legt.
- ... gerne die volle Kontrolle über alle Einstellungen in einer mächtigen App habt.
Für wen ist er eher nicht geeignet?
- Wenn ihr sehr komplexe Gärten habt, bei der die automatische Kartierung trotz ihrer Genauigkeit an ihre Grenzen stoßen könnte, da es keine Möglichkeit zur manuelle Kartierung gibt.
- Wenn ihr Gärten mit steilen Steigungen habt.
Wollt ihr etwas mehr Kontrolle beim Kartierungsprozess, aber ein ähnliches starkes Mähergebnis, solltet ihr euch folgende Alternativen anschauen:
Für mich ist der Fall klar: Der TerraMow V600 und V1000 gehören zu den besten Mähroboter, die ich bisher im Garten hatte. Sie machen die Rasenpflege nicht nur einfacher, sondern auch smarter. Ich schätze die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten zum Justieren, wobei sie bereits direkt aus dem Karton super einfach funktionieren.
Die automatische Kartierung sowie Hinderniserkennung funktioniert besser als bei vielen anderen Modellen, aber nicht perfekt. Davon abgesehen kann ich nichts kritisieren. Das Mähergebnis ist hervorragend, der Preis fair. Ich kann beide auf jeden Fall empfehlen.

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