Mittlerweile bringen immer mehr Mähroboter-Hersteller Modelle ganz ohne Begrenzungskabel und RTK-Antenne auf den Markt. Bei TerraMow ist das der Mini 500: Kompakt genug für kleine, verwinkelte Gärten und für um die 750 Euro spürbar günstiger als viele Wettbewerber.
Die großen Geschwister hatten mich seinerzeit überzeugt: Der TerraMow V600/V1000 (im Test) gehört für mich zu den besten Mährobotern, die ich je getestet habe. Die Frage war also nicht, ob die Technik grundsätzlich funktioniert, sondern ob TerraMow sie auch im kleineren, günstigeren Gehäuse überzeugend umsetzt.
Mehrere Wochen ist der Mini 500 bei mir durch enge Passagen und an Koniferen entlang gefahren. Und ausgerechnet dort, wo er laut TerraMow am meisten glänzen soll, zeigte sich seine größte Schwäche. Zumindest noch.
Erster Eindruck und Vergleich zum V600/V1000
Mit 555 x 371 x 267 Millimetern und 10,1 Kilogramm ist der Mini 500 spürbar kompakter als der V600, der auf 60,2 x 39,4 x 33,1 Zentimeter und 11,5 Kilogramm kommt. Dabei handelt es sich beim Mini 500 aber nicht um ein abgespecktes Einsteigermodell, sondern um dieselbe TerraVision-2.0-Kameratechnik in einem kleineren Gehäuse.
Die Schnittbreite fällt mit 18 statt 20,3 Zentimetern etwas schmaler aus und die Schnitthöhe stellt ihr manuell am Gerät ein statt komfortabel in der App wie beim V600/V1000. Ein echter Kritikpunkt ist das für mich jedoch nicht – im Alltag ändert man die Schnitthöhe, wenn überhaupt, nur zum Saisonwechsel und sonst nie.
Die großen Räder und der Heckantrieb meistern enge Passagen ab 60 Zentimetern Breite. Damit passte er in meinem Garten auch zwischen Koniferen und Klettergerüst, ohne sich festzufahren oder die Orientierung zu verlieren.
Kartierung: Einfache Einrichtung, aber gleichzeitig das größte Manko
Wie beim V600/V1000 kartiert der Mini 500 euren Garten vollautomatisch per Kamera. Eine manuelle Alternative, etwa per Joystick-Steuerung wie beim Ecovacs GOAT O600 RTK, gibt es hier aber nicht.
Damit reiht sich der Mini 500 neben dem Eufy C15 und dem Mammotion Yuka Mini 2 in eine wachsende Gruppe reiner Auto-Kartierer ein. Bei anderen Modellen dauert das manuelle Abfahren der Grenze schon mal 30 bis 60 Minuten – diesen Aufwand spart ihr euch beim Mini 500 komplett.
Der Haken: In einfachen, übersichtlichen Gärten funktioniert das ordentlich, zumindest im Idealfall. Bei gelbem oder abgestorbenem Gras sowie in engen, verwinkelten Ecken erkennt der Mini 500 den Rasen aber nicht zuverlässig und spart die Fläche aus.
Zwar könnt ihr über Anpassungen in der App einiges retten, indem ihr etwa Mähzonen für die Bereiche definiert, wo der Rasen nicht korrekt erkannt wurde. Eine manuelle Kartierung, die deutlich präziser ausfallen würde, ersetzt die Automatik aber nicht.
TerraMow begründet den Verzicht mit der einfacheren Nutzererfahrung – das stimmt auch. Trotzdem bleibt meine Erfahrung: Eine automatische Kartierung ist immer fehleranfällig und nie so präzise, als würdet ihr selbst euren Garten abfahren.
Und genau diese Möglichkeit fehlt aktuell. Zumindest noch, denn auf Nachfrage teilte mir der Hersteller mit, dass man das Feature via Softwareupdate nachreichen wolle.
Hinderniserkennung und Mähergebnis: Fast makellos
Die Hinderniserkennung überzeugt über weite Strecken. Spielzeug, kleinere Hindernisse und plötzlich auftauchende Objekte umfährt der Mini 500 zuverlässig, ohne sie zu berühren.
Trotzdem blieb er innerhalb mehrerer Testwochen zweimal am Klettergerüst meines Sohnes hängen. Bei einer sonst so zuverlässigen Erkennung ein Ausreißer, der mich überrascht hat.
Hindernisse wie Möbel, Spielzeug oder Badelatschen erkennt der TerraMow Mini 500 zuverlässig. Dennoch blieb er zweimal am Klettergerüst hängen.
Beim Mähergebnis gibt es hingegen wenig zu meckern: sauber, gleichmäßig, wie man es von TerraMows Technik inzwischen erwarten darf. Beim Kantenschnitt bleibt, wie bei praktisch jedem Modell in dieser Klasse, zunächst ein rund 10 Zentimeter breiter Streifen stehen.
Die App-Einstellung, den Roboter bewusst über den Rasenrand hinausfahren zu lassen, verbessert das Ergebnis hier aber spürbar – und funktioniert bei mir zuverlässiger als beim Eufy C15, wo dieselbe Funktion an meinen Koniferen scheiterte. Eine Einstellung, die ich mir ehrlich gesagt von jedem Mähroboter in der App wünsche.
Alltagstauglichkeit: Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
Mit 2,5 Stunden Laufzeit klingt der Akku knapp bemessen. In der Praxis ist das für kleinere Gärten bis 500 Quadratmeter aber kein Problem. Hier spielt die reine Laufzeit kaum eine Rolle, weil der Mini 500 zügig nachlädt und danach einfach zu einer anderen Zeit weitermäht.
Preislich positioniert sich der Mini 500 klar unter der Konkurrenz, die ich sonst noch getestet habe. Den Eufy C15 gibt es erst ab etwa 750 Euro ohne Garage, mit Garage für 900 bis 1.000 Euro – bei einem sehr ähnlichen Kartierungsproblem. Der Ecovacs GOAT O600 RTK ist mit 650 Euro günstiger, braucht dafür aber eine RTK-Antenne mit freier Sicht zum Himmel.
Alternativen: GOAT O600 RTK oder Eufy C15?
Wollt ihr auf jeden Fall manuell kartieren können, solltet ihr einen Blick auf meinen Test zum Ecovacs GOAT O600 RTK werfen – dort müsst ihr dafür mit einer RTK-Antenne leben. Wer stattdessen eine besonders clevere App will, die Probleme selbst erkennt und Lösungen vorschlägt, findet die im Eufy C15 – zahlt dafür aber deutlich mehr für ein ähnlich fehleranfälliges Kartierungsproblem.
Mein Fazit zum TerraMow Mini 500
Der Mini 500 lohnt sich für euch, wenn ihr...
- ... einen kleinen bis mittleren, eher übersichtlichen Garten ohne viele verwinkelte Ecken habt.
- ... auf RTK-Antenne und Begrenzungskabel verzichten wollt.
- ... Wert auf einen fairen Einstiegspreis legt.
Für wen ist er eher nicht geeignet?
- Wenn euer Garten klein, aber stark verwinkelt ist oder viel gelbes/abgestorbenes Gras hat – ausgerechnet hier stößt die automatische Kartierung an ihre Grenzen.
- Wenn ihr auf jeden Fall manuell kartieren wollt.
Der Mini 500 bestätigt, was ich schon länger vermute: Automatische Kartierung kommt an eine manuelle nie ganz heran. Besonders bitter ist das, weil TerraMow den Mini 500 explizit für kleine, verwinkelte Gärten bewirbt – und dort schwächelt er am meisten.
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Sollte TerraMow die manuelle Kartierung wie versprochen nachliefern, wäre der Mini 500 einer der spannendsten Mähroboter seiner Preisklasse. Sobald das Update eintrudelt, werde ich es ausprobieren und diesen Artikel aktualisieren. Bis dahin bleibt er ein sehr guter, aber kein uneingeschränkt empfehlenswerter Einstieg.
Wer das nötige Kleingeld hat, investiert etwas mehr und greift direkt zum V600, der für mich immer noch der beste Mähroboter ist, den ich in den letzten Jahren im Garten hatte.

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