Anti-Preis von iFixit und Co. kürt die schlechtesten Produkte der CES 2026 – »Wer hat danach gefragt?«

»Gadgets, die alles nur noch schlimmer machen«.

Eine Kamera als täglicher Begleiter? Die Community reagiert auf diese Idee nicht besonders gut. (Bild: Lepro) Eine Kamera als täglicher Begleiter? Die Community reagiert auf diese Idee nicht besonders gut. (Bild: Lepro)

Auch in diesem Jahr wurden auf der CES 2026 die »Worst in Show«-Awards verliehen. Dieser Anti-Preis wird von Organisationen wie Repair.org, iFixit und der Electronic Frontier Foundation (EFF) vergeben.

Mit den Awards soll auf besonders kurzlebige, unsichere oder schwer zu reparierende Produkte aufmerksam gemacht werden.

»Gesamtsieger«: Samsung Family Hub Smart Fridge

Samsung werkelt schon seit vielen Jahren an Kühlschränken mit großen Displays. (BIld: Samsung) Samsung werkelt schon seit vielen Jahren an Kühlschränken mit großen Displays. (BIld: Samsung)

Der von Samsung gezeigte Kühlschrank wurde von den Organisationen zum schlechtesten Produkt der CES 2026 gekürt.

Die Kritikpunkte:

  • Übermäßige Komplexität, beispielsweise durch die Sprachsteuerung zum Öffnen der Tür und die riesigen Touchscreens.
  • Integrierte Werbung (zumindest in den USA)
  • Ein Kernhaushaltsgerät sei durch fehleranfällige Software und Abhängigkeiten vom Internet unzuverlässig und schwer zu reparieren.

»Ein Kühlschrank sollte eigentlich nur eines können: Lebensmittel kühlen.«
Gordon-Byrne, Repair.org

Privatsphäre: Amazon Ring AI

Amazon erweitert sein Ring-Ökosystem. (Bild: Amazon) Amazon erweitert sein Ring-Ökosystem. (Bild: Amazon)

Amazon Ring AI erhielt den Preis für die Ausweitung der potenziellen »Überwachung«. Laut EFF fördern neue Funktionen wie Gesichtserkennung, »mobile Überwachungstürme« und Funktionen von Drittanbietern die fragwürdige Vorstellung, dass mehr Überwachung gleichbedeutend mit mehr Sicherheit sei.

Umweltbelasung: Lollipop Star

Kein Scherz: Auf der CES 2026 wurde ein elektronischer Lutscher vorgestellt. (Bild: Lava) Kein Scherz: Auf der CES 2026 wurde ein elektronischer Lutscher vorgestellt. (Bild: Lava)

Auf der CES 2026 wurde ein elektronischer Lutscher präsentiert. Dieser überträgt Musik über Kiefervibrationen. Allerdings ist nach 60 Minuten Schluss.

Das Problem: Das Gerät lässt sich nicht wieder aufladen und muss schließlich mitsamt der Batterien im Müll entsorgt werden.

Sicherheit: Merach UltraTread Laufband

Das Laufband mit integriertem KI-Coach sammelt, ähnlich wie viele Wearables, sensible biometrische Daten.

Das Problem speziell beim Laufband: In der Datenschutzerklärung gibt der Hersteller offen zu, dass er nicht für die Sicherheit dieser Daten garantieren kann.

»Wir setzen eine Reihe technischer, organisatorischer und physischer Sicherheitsvorkehrungen ein, um die von uns erfassten personenbezogenen Daten zu schützen. Allerdings ist das Sicherheitsrisiko allen Internet- und Informationstechnologien inhärent, und wir können die Sicherheit Ihrer personenbezogenen Daten nicht garantieren.«

Software-Zwang: Bosch eBike Flow App

Lock-in per App: Die EFF kritisiert Bosch dafür, E-Bike-Komponenten per Software zu verriegeln und Nutzer so in ein geschlossenes System zu bringen. (Bild: Bosch) Lock-in per App: Die EFF kritisiert Bosch dafür, E-Bike-Komponenten per Software zu verriegeln und Nutzer so in ein geschlossenes System zu bringen. (Bild: Bosch)

Cory Doctorow (EFF) warnt vor einem Lock-in bei E-Bikes: Durch die App verknüpft Bosch Bauteile wie Akkus und Motoren per Software fest mit dem Rad.

Dieses sogenannte »Parts Pairing« verhindert, dass unabhängige Werkstätten Ersatzteile einbauen können. Gleichzeitig behält Bosch die volle Kontrolle und kann Funktionen jederzeit einschränken oder später nur gegen eine Gebühr freischalten.

Wer hat danach gefragt? Bosch 800 Series AI Barista

Kritisiert wurde der Versuch, eine Kaffeemaschine mit Sprachassistenten und Abomodellen zu überladen.

Laut Consumer Reports wollen die meisten Menschen »keine Unterhaltung mit ihrer Kaffeemaschine führen«, bevor sie sich einen Kaffee ziehen.

Publikumspreis: Lepro Ami AI »Soulmate«

Razer hat mit Project AVA einen ähnlichen Begleiter angekündigt. Dieser steht aktuell in der Kritik. (Bild: Lepro) Razer hat mit Project AVA einen ähnlichen Begleiter angekündigt. Dieser steht aktuell in der Kritik. (Bild: Lepro)

Die Community hat sich mit »überwältigender Mehrheit« für den Lepro Ami AI entschieden. Dabei handelt es sich um eine Desktop-Kamera mit Mikrofon, die als »Seelenverwandte« vermarktet wird.

Die Kamera läuft ständig mit und soll eine emotionale Bindung simulieren. Diese Vorstellung fand das Publikum sehr fragwürdig.

Die Preisverleiher wollen aufzeigen, dass viele CES-Trends und der aktuelle KI-Hype oft zulasten der Nutzerrechte und der Umwelt gehen.

Selbstverständlich gibt es auf der Messe auch viele positive Entwicklungen und Geräte, die uns in Zukunft begleiten werden.

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