Dell gesteht ein: Fast niemand will einen Computer mit KI, egal, wie sehr sich die Branche auch bemüht

Kommt 2026 die Kehrtwende bei Laptops? Zumindest beim Hersteller Dell.

Dell plant, im Jahr 2026 ein erschwinglicheres Modell der Alienware-Laptops auf den Markt zu bringen. (Bild: Dell). Dell plant, im Jahr 2026 ein erschwinglicheres Modell der Alienware-Laptops auf den Markt zu bringen. (Bild: Dell).

Funktionen mit dem Label »KI« werden in vielfältigen Geräten integriert, darunter Smartphones, Fernseher, Haushaltsgeräte und Laptops. Letztere verfügen sogar teilweise über eine eigene Taste dafür.

Ob künstliche Intelligenz in solchen Geräten tatsächlich hilfreich ist oder nur Probleme löst, die es gar nicht gibt, wird immer wieder heiß diskutiert.

Auf der CES 2026 hat das Unternehmen Dell öffentlich eingestanden, dass KI bei Laptops für die Menschen kein Kaufargument ist. Entsprechend hat es seine Strategie für das Jahr 2026 neu ausgerichtet (via Xataka).

Dell-Laptops 2026: Zurück zu den Wurzeln

Das ist passiert: Kevin Terwilliger, Produktchef bei Dell, begann seine Präsentation auf der CES 2026 mit der folgenden Einleitung:

»Was Ihnen auffallen wird: Unsere Botschaft rund um unsere Produkte ist nicht mehr "KI steht an erster Stelle

Dave James von PC Gamer bewertet die gesamte Präsentation als »erfrischend ehrlich«.

Kevin Terwilliger ist der Ansicht, dass KI-Funktionen die Nutzer derzeit »eher verwirren als ihnen bei konkreten Aufgaben zu helfen«.

Das Interesse der Kunden an KI-Funktionen in Laptops und PCs sei minimal. Das Versprechen eines goldenen Zeitalters durch KI habe sich laut Dell bisher nicht erfüllt.

»Was wir im Laufe dieses Jahres gelernt haben, insbesondere aus Verbrauchersicht, ist, dass sie ihre Kaufentscheidungen nicht auf KI stützen.«

Das Unternehmen hat offenbar für sich erkannt, dass Menschen ihre Computer nach wie vor auf traditionelle Weise nutzen. Kunden kaufen Laptops aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, guten Hardware und Akkulaufzeit.

Dell richtet sich demnach 2026 neu aus. Zukünftige Produkte werden nicht mehr KI-zentriert vermarktet, auch wenn weiterhin KI-Hardware (NPUs) verbaut wird. KI spiele zwar für das Unternehmen eine große Rolle, nicht aber für seine Kundschaft, so Dell.

Wie das neueste Line-up des Herstellers und dessen Gaming-Marke »Alienware« zeigt, reagiert das Unternehmen und strebt sogar ein Einsteigermodell an. Zudem feiert die beliebte XPS-Reihe ihr Design-Comeback.

Dell stellt sich auf ein schwieriges Jahr ein

In der Präsentation erwähnte Dell-COO Jeff Clarke zudem reale Branchenprobleme wie Zölle, den schleppenden Wechsel zu Windows 11 und einen drohenden Speichermangel im Jahr 2026.

Letzteres wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur Laptops und PCs betreffen. Kollege Nils hat seinen Hardware-Ausblick bereits ausführlich dargestellt. Spoiler: Es sieht nicht gut aus.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Wie PC-Gamer begrüße ich die erfrischende Offenheit von Dell und die Rückbesinnung auf alte Stärken. Das wünsche ich mir 2026 auch von anderen Herstellern.

Smartphone-Präsentationen bestehen heute aus einer Kette von Ankündigungen neuer KI-Features, die, überspitzt formuliert, niemand braucht. Es sind mittlerweile so viele Funktionen unter dem Deckmantel der künstlichen Intelligenz integriert, dass es mir unmöglich erscheint, sich alle zu merken.

Ich halte Dells Annahme für richtig, dass Kunden ihre Kaufentscheidung nicht nach KI-Funktionen, sondern nach der Hardware und deren Zuverlässigkeit treffen. So treffe zumindest ich meine Entscheidung bei Laptops – und auch bei anderen Geräten.

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