Heute ist das MacBook für mich alternativlos, aber ein geniales Feature hat Apple zu unrecht eingestampft

Apple 50 wurde Jahre alt! Anlässlich dieses Ereignisses blicke ich auf die umstrittene Touch Bar zurück.

Die Touch Bar zählt zu den umstrittensten MacBook-Features der letzten Dekade. Ich hingegen habe sie gefeiert. (Patrick Schneider, GameStar Tech – korkeng, Adobe Stock) Die Touch Bar zählt zu den umstrittensten MacBook-Features der letzten Dekade. Ich hingegen habe sie gefeiert. (Patrick Schneider, GameStar Tech – korkeng, Adobe Stock)

Während ich auf das iPhone, die AirPods und die Apple Watch getrost verzichten kann, ist der Mac für mich alternativlos. Ein Umstieg auf Windows würde nicht nur peitschende Disziplin bei der Umgewöhnung an die Tastatur erfordern. Zudem wären einige langfristige Investitionen für Apps wie Final Cut Pro hinfällig.

Nach über einem Jahrzehnt sammelt sich eben einiges an. In dieser Zeit habe ich sowohl gute als auch schlechte Zeiten mit dem Apple-Computer durchgemacht. Eine meiner schönsten Erinnerungen endete gleichzeitig schmerzhaft: Die Touch Bar hatte für ihren Schöpfer keine Zukunft und wurde schließlich eingestellt.

Meiner Meinung nach zu Unrecht.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Anfang 2011 bekam Patrick sein erstes MacBook Air mit 11 Zoll. Nachdem dieses den Geist aufgegeben hatte, kaufte er sich schließlich das kleine 12-Zoll-MacBook mit der umstrittenen Butterfly-Tastatur. Unser Autor kennt also auch die schlechte Vergangenheit der MacBooks. Die leuchtende Touch Bar gehört seiner Meinung nach jedoch zu den guten Zeiten.

Die Touch Bar hat ihren Reiz

Einige von euch werden sich vielleicht nur noch vage an die leuchtende Leiste am Mac erinnern – oder sie sogar schon verdrängt haben. Dabei ist das MacBook Pro M2 aus dem Jahr 2022 noch mit ihr ausgestattet.

Die Idee dahinter ist simpel: Ein schmales, langes OLED-Display mit Touch-Steuerung soll die Bedienung diverser Programme vereinfachen. In Programmen wie Final Cut Pro oder Logic Pro kann man beispielsweise elegant durch Timelines scrollen.

Besonders für Apps von Apple und Adobe spielte die Neuerung ihre Stärken aus. (Bild: Apple) Besonders für Apps von Apple und Adobe spielte die Neuerung ihre Stärken aus. (Bild: Apple)

Mein Favorit: In Photoshop oder Illustrator wechselt man mühelos zwischen Werkzeugen und einzelnen Ebenen oder löst die am häufigsten verwendeten Befehle mit einem Fingertipp aus.

Das ist längst nicht alles!

Abhängig vom Kontext oder Werkzeug werden weitere Aktionen eingeblendet, beispielsweise die Anpassung der Schriftgröße beim Textwerkzeug oder Skalierungsoptionen beim Transformieren von Objekten.

Gleiches gilt für das Grafikprogramm Illustrator. Die Bar ist so gut in die Adobe-Programme integriert, dass ich sie extrem gerne benutzt habe.

Abseits von Bild- und Grafikprogrammen ist das Teil im Alltag ziemlich praktisch. Ähnlich wie beim iPhone schlägt sie Wörter vor und blendet Emojis ein. Beim Anschauen von Videos konnte man präzise vor- und zurückspulen. Das ist nett und gleichermaßen praktisch!

Die Touch Bar löste viel Kritik aus

Nach der Vorstellung im Jahr 2016 erntete Apple viel Spott. Doch abseits der hämischen Kommentare gab es durchaus valide Kritik an der Neuerung.

Die ESC-Taste war ursprünglich Teil der Touch Bar. Eine Taste, die sehr häufig genutzt wird und sich somit nicht mehr blind tippen lässt. Für viele Nutzerinnen und Nutzer war das ein Albtraum, da sie dadurch immer auf die Tastatur schauen mussten.

Aus diesem Grund ruderte Apple später zurück und führte die physische ESC-Taste wieder ein.

Nach zunehmender Kritik führte Apple schließlich die physische ESC-Taste wieder ein. (Bild: Apple) Nach zunehmender Kritik führte Apple schließlich die physische ESC-Taste wieder ein. (Bild: Apple)

Leider wurde die Touch Bar von vielen Drittanbietern nicht unterstützt. In vielen Apps blieb das OLED-Display schließlich nutzlos und verbrauchte unnötig Strom.

In der Community gilt die Touch Bar daher als unnötiges Gimmick, das den Preis der Laptops unnötig in die Höhe trieb. Zusammen mit der umstrittenen Butterfly-Tastatur stand das MacBook zu dieser Zeit in keinem guten Licht.

Im Jahr 2021 kündigte Apple die Rückkehr der traditionellen MacBook Pros an – ganz ohne Touch-Steuerung. Das Jubeln in der Apple-Community war kaum zu überhören.

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Zu Unrecht eingestampft

Obwohl ich mir ebenfalls eines dieser 2021er-Modelle ohne Touch Bar gekauft habe, bin ich mir sicher: Apple hat die Flinte zu früh ins Korn geworfen.

Das zusätzliche Display hat für Profis potenziell mehr Nachteile als Vorteile. Das räume ich ein. Aber die Grundidee ist in meinen Augen ziemlich solide und ausbaufähig.

Programme wie BetterTouchTool zeigen, wie es geht, und nutzen die Leiste zunehmend aus. Im Grunde ist es damit fast wie ein Stream Deck mit eigenen Aktionen und Makros.

So bleibt das Display auch dann praktisch und sinnvoll, wenn eine Drittanbieter-App die Leiste nicht von Haus aus nutzen will. Hier hätte Apple ansetzen sollen, um mehr aus dem Feature für seine Fangemeinde herauszuholen.

In den Systemeinstellungen sind die Anpassungsmöglichkeiten nämlich vergleichsweise begrenzt.

Vielleicht hat die Touch Bar ihren Platz bei den Pro-Modellen der Macs (noch) nicht verdient. Viele Profis sowie Entwicklerinnen und Entwickler sind auf die ESC-Taste und die F-Tasten angewiesen und fast daran verzweifelt.

Aber was ist mit allen anderen? Ein MacBook mit anpassbarer Touch Bar und Non-Pro-Chip wäre ein angenehmer Kompromiss gewesen. Gleichzeitig verstehe ich, dass man es nicht allen recht machen kann.

So bleibt die Touch Bar für mich eine positive Erinnerung an meine Anfänge mit Bildbearbeitungs- und Grafikprogrammen.

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