Gesund einkaufen: Ich habe jahrelang eine App verwendet, die mit Werbung versucht ist, doch die Alternative ist fast genau so gut

Ich habe jahrelang meine Lebensmittel mit CodeCheck gescannt – jetzt setze ich auf eine kostenlose Alternative mit besseren Versprechen.

Ich habe lange auf Codecheck gesetzt, um meine Lebensmittel zu scannen – nun ist es Zeit für eine Alternative. (Bildquelle: GameStar Tech; Pavel Adobe Stock) Ich habe lange auf Codecheck gesetzt, um meine Lebensmittel zu scannen – nun ist es Zeit für eine Alternative. (Bildquelle: GameStar Tech; Pavel / Adobe Stock)

Seid mal ehrlich zu euch: Wie oft lest ihr euch die Inhaltsstoffe bei den Lebensmitteln durch, die ihr im Supermarkt kauft? Solltet ihr nicht eine bestimmte Diät machen oder eine Allergie haben, vermutlich sehr selten.

Zumindest ist das in meinem Freundeskreis so und wenn ich einkaufen gehe, bin ich oft die einzige Person, die sich die Zutatenliste auch mal genauer anschaut. Das liegt zum einen daran, dass ich vegan lebe, und zum anderen, dass ich gelegentlich für andere Personen einkaufen gehe, die etwa an Allergien leiden.

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Während ich mittlerweile vor allem bei Lebensmitteln die meisten Begriffe und E-Nummern kenne, habe ich am Anfang meiner Ernährungsumstellung extrem stark auf die App »CodeCheck« gesetzt, die mir die wichtigsten Infos zu einem Produkt kompakt zusammenfasst. Etwa ob etwas tierischen Ursprungs ist oder ob ein bestimmtes Allergen enthalten ist.

Die App hat mich jahrelang begleitet, jetzt bin ich wegen der immer stärkeren Limitierungen und der fast schon unerträglichen Werbung zu einer kostenfreien Alternative gewechselt: Yuka.

Warum solche Apps im Alltag extrem praktisch sind

Nachdem ich mittlerweile viele Inhaltsstoffe kenne und auch mit Begriffen wie Xanthan, Lecithin oder E120 etwas anfangen kann, nutze ich Apps wie CodeCheck mittlerweile fast ausschließlich, wenn es mal schnell gehen muss und ich keine Lust habe, alle Inhaltsstoffe zu überprüfen, oder für kosmetische Produkte.

Gerade bei letzteren sind die Apps echte Gamechanger für mich, da ich beispielsweise auf bestimmte Duftstoffe allergisch reagiere und es bei manchen Duschgels, Sonnencremes oder Parfüms fast unmöglich ist, bei der kleinen Schrift alles zu erkennen.

Und sind wir mal ehrlich: Beim Einkaufen immer erst ein halbes Buch an Begriffen zu lesen, die mehr oder weniger wie eine Zauberformel klingen, macht einfach keinen Spaß.

Einmal eine App zu öffnen, den Barcode zu scannen und direkt die wichtigsten Infos zu Allergenen zu erhalten, ist da schon sehr praktisch.

CodeCheck vs. Yuka: So unterscheiden sich die beiden Apps

Wie ich bereits angeteast habe, unterscheiden sich die Apps in ihren grundlegenden Funktionen nicht. Im Zentrum stehen jedoch unterschiedliche Ansätze. So hat CodeCheck beispielsweise ein deutlich größeres Sortiment, Yuka kommt allerdings vollkommen kostenfrei und ohne Einschränkungen aus.

CodeCheck: Der Platzhirsch der Lebensmittel-Scan-Apps

Bei CodeCheck handelt es sich um eine schon lange verbreitete App zum Scannen von Lebensmitteln und Kosmetikprodukten. Viele der Informationen sind am Anfang durch die Community eingetragen und regelmäßig überprüft worden.

Einmal einen Barcode eingescannt, bekomme ich die wichtigsten Informationen zu Inhaltsstoffen und Produktbewertungen. Darunter, für welche Ernährungstypen das Lebensmittel geeignet ist – etwa ob ein Produkt vegetarisch oder vegan ist – oder welche Allergien und Unverträglichkeiten beachtet werden sollten.

CodeCheck hat eine übersichtliche, aber stark werbelastige Oberfläche. (Bildquelle: GameStar Tech; Frank Chamaki Unsplash) CodeCheck hat eine übersichtliche, aber stark werbelastige Oberfläche. (Bildquelle: GameStar Tech; Frank Chamaki / Unsplash)

Mittlerweile gibt es aber einen Haken an der App: Viele Funktionen sind nur eingeschränkt nutzbar oder hinter einer Paywall versteckt. Früher konnte ich beispielsweise so viel scannen, wie ich wollte, heute gibt es nur noch fünf Scans pro Woche. Will ich mehr machen, muss ich mir die Premium-Version für rund 2 Euro pro Monat holen. 

Das ist nicht nur eine starke Einschränkung, sondern macht die App gerade für die Leute unbrauchbar, die sich das erste Mal mit Inhaltsstoffen auseinandersetzen wollen. Hätte ich zum Beginn meiner Ernährungsumstellung vor zehn Jahren nur fünf Lebensmittel scannen können, hätte ich die App vermutlich direkt wieder vom Handy geschmissen.

Zudem hat die App unerträglich viel Werbung, egal ob auf der Startseite, nach dem Einscannen oder während der App-Nutzung. Für mich ein absolutes No-Go. Denn genau diese nervigen Werbevideos in der App, die ich sonst von Spielen fürs Handy kenne, sind der Grund, warum ich mein Smartphone kaum zum Spielen verwende.

Eine kostenfreie Alternative: Das ist Yuka

Yuka hat ein identisches Konzept wie CodeCheck und lässt euch die wichtigsten Infos zu verschiedenen Produkten über den Barcode anzeigen. Auch hier lassen sich Lebensmittel und Kosmetikprodukte scannen.

Zusätzlich bietet euch die Anwendung eine Bewertung, wie gesund eure Lebensmittel sind, auf einer eigenen Skala von null bis 100, wobei klassische Werte wie Kalorien, Fette, Zucker und Zusatzstoffe ausgewertet werden.

Zwar bietet die Skala einen guten Richtwert, ihr solltet euch aber nicht komplett darauf verlassen. Das Bewertungssystem hat nämlich ein ähnliches Problem wie der Nutri-Score und lässt besonders gute Werte besonders schlechte Werte ausgleichen.

Yuka bringt ähnliche Funktionen wie CodeCheck, ist dabei aber kosten- und werbefrei. (Bildquelle: GameStar Tech; Frank Chamaki Unsplash) Yuka bringt ähnliche Funktionen wie CodeCheck, ist dabei aber kosten- und werbefrei. (Bildquelle: GameStar Tech; Frank Chamaki / Unsplash)

Zudem ist es klar, dass Produkte wie Mayonnaise einen besonders hohen Fettgehalt haben und damit »ungesünder« sind als etwa ein Apfel. Über die tatsächliche Gesundheit eures Ernährungsstils sagt die Statistik am Ende also letztendlich wenig aus. Außer ihr esst kiloweise Mayonnaise – was ich nicht hoffe.

Yuka verspricht zudem, dass große Marken keinen Einfluss auf die Bewertung haben. Mit offenen Berichten, etwa zu Einnahmen, schafft das Unternehmen zudem zusätzlich Transparenz – alles im Zeichen der App.

Diese wurde nach eigener Aussage der Entwickler nämlich geschaffen, um »den Verbrauchern zu helfen, bessere Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen, und Hersteller dazu zu bewegen, bessere Produkte anzubieten.«

Zwar gibt es auch in dieser App einen Premium-Modus, dieser wird für den gesamten Katalog mit Suchleiste benötigt und gibt euch gesonderte Informationen zu Palmöl, Gluten, Laktose und anderen Unverträglichkeiten. 

Fairphone 6
Niederlande
Fairphone 6
Gigaset GS6
Deutschland
Gigaset GS6
Punkt MC02
Schweiz
Punkt MC02
Nothing Phone (3)
England
Nothing Phone (3)
Crosscall Stellar M6
Frankreich
Crosscall Stellar M6

CodeCheck und Yuka im direkten Vergleich

Vielleicht reicht euch das schon aus, dass ihr Yuka als klaren Sieger seht. Doch so einfach ist das leider nicht, denn CodeCheck hat einfach einen deutlichen Vorteil, da die App schon länger auf dem Markt ist.

Dadurch hat die Anwendung nicht nur eine bereits gefestigte Community, sondern auch das deutlich umfangreichere Angebot. Nichtsdestotrotz ist Yuka inzwischen ein ernstzunehmender Konkurrent.

CodeCheckYuka
Barcode-ScanJaJa
Übersicht zu Allergenen / unerwünschten StoffenJaJa
AngebotGroße DatenbankGroßes Sortiment mit Einschränkung bei Nischenprodukten
BedienungInformationsorientiertEinfacher und schneller Einstieg
KostenKostenlos mit Einschränkung und Werbung, Premium für 11,99 Euro im Jahr / 1,99 im MonatKostenlos, Premium mit Zusatzfunktionen ab 10 Euro im Jahr
Premium-FunktionenUnbegrenzte Scans, genaue Details, Suche im SortimentSuche im gesamten Sortiment, Offline-Nutzung, zusätzliche Infos
StärkeGroße Datenbank, genauere Details zu ProduktenGrundlegende Funktionen kostenlos und ohne Begrenzung

Der Vergleich zeigt für mich eines: Yuka ist für meinen Alltag deutlich besser, CodeCheck bleibt als Notfalllösung und Backup vermutlich weiterhin installiert. Yuka hat für mich ein ausreichend großes Angebot und findet die üblichen Lebensmittel und Produkte, die ich scannen möchte.

Sollte eine Sache dann doch mal nicht zu finden sein, habe ich ja noch meine fünf kostenlosen CodeCheck-Scans. Wobei ich hier auch sagen kann, dass die Premium-Abos in beiden Apps definitiv bezahlbar sind und sich auch lohnen, wenn ihr regelmäßig Lebensmittel scannen wollt.

Mein Frust kommt wahrscheinlich einfach daher, dass mich die App seit nahezu zehn Jahren begleitet und ich über die Zeit zusehen musste, wie die Features, die ich am meisten geliebt habe, immer weiter eingeschränkt wurden.

Ich empfehle euch, beide Apps einmal auszuprobieren, da ihr so euren Favoriten am leichtesten finden könnt. Neben CodeCheck und Yuka gibt es noch weitere Barcode-Scanner, teilweise sogar mit Spezialisierungen auf bestimmte Bereiche wie etwa Weine. 

Diese habe ich bisher noch nicht selbst ausprobiert, sie könnten für euch aber ebenfalls einen sehr spannenden Ansatz bieten – probiert am besten selbst aus, was zu euch passt.


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