Am 1. April 2026 ist Artemis 2 gestartet: Vier Astronauten befinden sich auf dem Weg zu einem historischen Mond-Vorbeiflug – und schon sieben Stunden nach dem Start kam eine Meldung, die euch vertraut vorkommen könnte: Outlook funktioniert nicht.
Kommandant Reid Wiseman rief bei der Mission Control in Houston an – ohne das klassische »Wir haben ein Problem« – und bat die Bodenkontrolle, sich per Fernzugriff in sein Gerät einzuwählen, bei dem es sich um ein veraltetes Microsoft Surface Pro Tablet handelt. Die Wahl des Geräts ist Absicht, wie NASA-Experte Jason Hutt erklärt.
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Eine bewusste Entscheidung für alte Hardware
Dass die NASA für die erste bemannte Mondmission seit Apollo 17 ausgerechnet auf ein Surface Pro setzt, das technisch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, sorgte in sozialen Medien schnell für Verwunderung (nachdem sich alle wieder ob des allerseits bekannten Outlook-Problems fertig lustig gemacht haben).
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Jason Hutt, NASA-Experte für Raumfahrtoperationen, lieferte daraufhin auf Bluesky eine ausführliche Erklärung für die Wahl.
Demnach läuft die Entscheidung auf drei Kernpunkte hinaus, die sich auf größere Tests, Kosten und Zuverlässigkeit aufteilen.
- Hardware, die an Bord eines Raumschiffs zum Einsatz kommt, muss demnach vorab aufwändig zertifiziert werden – unter anderem auf Strahlungsresistenz, Vibrationsfestigkeit und Verhalten in Mikrogravitation.
- Dieser Prozess dauert Jahre und kostet erhebliche Mittel. Bereits zertifizierte Hardware einfach weiterzunutzen ist daher aus NASA-Sicht der deutlich wirtschaftlichere Weg.
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Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Artemis 2 hatte mehrere Startverschiebungen hinter sich.
Jede Verzögerung bedeutet, dass ursprünglich geplante Hardware-Upgrades nicht mehr rechtzeitig die Zulassung erhalten hätten – daher war das bereits genehmigte Microsoft Surface Pro die einzig verlässliche Option.
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Was das Surface Pro im All konkret leistet
Laut der NASA wird das Tablet an Bord der Orion-Kapsel für private Familien- und Mediengespräche, Office-Anwendungen, DSLR-Bildspeicherung sowie die Wiedergabe von aufgezeichnetem Foto- und Videomaterial genutzt.
Es handelt sich also nicht um ein Steuerungssystem der Mission, sondern um ein Kommunikations- und Organisationsgerät für die Crew.
Für Wiseman und seine Crew endete der Outlook-Ausfall übrigens ohne weiteren Schluckauf: Die Bodenkontrolle konnte sich per Zugriff in das Microsoft-Tablet einwählen und das Problem beheben.
Der Mond-Vorbeiflug selbst verlief planmäßig, die Artemis-2-Crew ist zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung bereits auf dem Rückweg – mitsamt Surface Pro und zwischenzeitlich kaputtem Outlook.
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