Nvidia hat seinen Bericht für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 vorgelegt und dabei nicht nur Rekordzahlen, sondern auch eine grundlegende Reform seiner Berichtsstruktur verkündet. Grafikkarten erscheinen in den Finanzdaten künftig nicht mehr als separate Kategorie.
Stattdessen ordnet Nvidia seine Erlöse künftig nach zwei Absatzmärkten. Das klingt nach einer internen Buchhaltungsfrage, sendet aber laut Tom's Hardware (erneut) das deutliche Signal: Das Kerngeschäft des Unternehmens ist längst Künstliche Intelligenz.
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Nvidias Quartalszahlen: 81,6 Milliarden US-Dollar, 211 Prozent mehr Gewinn
Nvidias erstes Geschäftsquartal schloss am 28. April 2026 und brachte mal wieder rekordträchtige Zahlen hervor:
- 81,615 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz – das sind 85 Prozent mehr als im Vorjahr und 20 Prozent mehr als im unmittelbaren Vorquartal.
- Der Nettogewinn kletterte dem Unternehmen zufolge auf 58,321 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 211 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Bruttomarge lag bei 74,9 Prozent.
Den mit Abstand größten Anteil am Umsatz trug das Segment »Compute & Networking« mit 74,55 Milliarden US-Dollar bei, was ein neuer Allzeitrekord ist.
Grafik-Hardware brachte im selben Zeitraum 7,065 Milliarden US-Dollar ein, was ebenfalls 85 Prozent mehr als im Vorjahr – allerdings macht dieser Wert weniger als neun Prozent des Gesamtumsatzes aus.
So genau werden wir diese Zahlen aber in Zukunft wohl nicht mehr zu sehen bekommen, zumindest nicht bei GPUs.
Die neue Berichtsstruktur gliedert Nvidias Erlöse nämlich in die zwei Oberkategorien »Data Center« und »Edge Computing«; das Rechenzentrum-Segment zerfällt wiederum in zwei Hälften.
- »Hyperscale« steht für bekannte Großabnehmer wie AWS, Google oder Meta.
- »ACIE« (AI Clouds, Industrial, Enterprise) deckt hingegen breitere Felder wie KI-Rollouts in Unternehmen oder Forschungseinrichtungen ab.
Unter »Edge Computing« bündelt Nvidia indes alles, was näher am Endnutzer liegt. Dazu zählen Heimrechner und Workstations ebenso wie Fahrzeugelektronik oder Robotik. Genau in dieser Sammelkategorien tauchen künftig auch Gaming-Grafikkarten auf, aber eben nicht explizit.
Ein passendes Kuriosum hat der Nvidia-Geschäftsbericht in diesem Kontext zu bieten: Die 7,065 Mrd. US-Dollar Umsatz der Grafik-Hardware sind mehr als das gesamte Edge-Computing-Feld mit 6,369 Mrd. US-Dollar.
Das legt nahe, dass Grafikkarten nicht ausschließlich unter Edge Computing gebucht werden. So wird es für Interessierte schwieriger, den tatsächlichen Zustand des Nvidia-Gaming-Geschäfts nachzuvollziehen – was angesichts des bereits angesagten Schwenks weg von einer Gaming-Firma nicht unbedingt ein Nachteil für Nvidia sein muss.
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