Der Hardwaremarkt diskutiert seit Jahren über die explodierende Nachfrage an Grafikkarten, in den vergangenen Monaten kam auch noch Speicher hinzu – und nun rückt AMD-Chefin Dr. Lisa Su die nächste Komponente in den Fokus.
Beim Commonwealth Magazine Forum in Taipeh prognostizierte Su, dass der CPU-Markt in den nächsten fünf Jahren um mehr als 35 Prozent pro Jahr zulegen werde, was in diesem Segment ein beinahe unerhörtes Tempo wäre.
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Agentische KI als Wachstumstreiber
Der Hintergrund: Bis vor kurzem wuchs der CPU-Markt laut Su lediglich um drei bis vier Prozent jährlich, während das große Investitionskapital in GPU-Infrastruktur floss – Stichwort KI-Training.
Indes habe die zunehmende Verbreitung von KI-Inferenz und sogenannter »Agentic AI« (also KI-Systemen, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen) den Bedarf an CPU-Kapazität unerwartet in die Höhe getrieben.
Su sprach (via Nikkei Asia) dabei offen davon, dass die gesamte Branche diese Entwicklung nicht vorhergesehen habe: »Die Gesamtnachfrage nach CPUs lag deutlich über dem, was irgendjemand von uns vor einem Jahr erwartet hatte«. Entsprechend seien CPU-Lieferkapazitäten derzeit knapp.
Der unerwartete Nachfrageschub lässt sich wie folgt erklären:
- GPUs rechnen sich durch das aufwendige Training von KI-Modellen, CPUs halten danach den laufenden Betrieb am Laufen – in Servern, Notebooks und überall dort, wo Anwendungen tatsächlich ausgeführt werden.
- Je mehr KI-Systeme produktiv im Einsatz sind und je eigenständiger sie agieren, desto stärker steigt die Last auf der CPU-Seite.
Das ist gewissermaßen die Kehrseite des KI-Booms: Was im Rechenzentrum trainiert wurde, muss irgendwo laufen – und das erfordert CPU-Ressourcen in einem Ausmaß, das die Branche offensichtlich unterschätzt hatte.
AMD und TSMC: 10 Milliarden US-Dollar für Taiwans Lieferkette
AMD reagiert dem Bericht zufolge mit hohen Investitionen auf die Nachfragesituation. Su bestätigte, das Unternehmen co-investiere mehr als zehn Milliarden US-Dollar in Ökosystem.
Davon sollen auch AMDs neueste EPYC-Server-CPUs mit dem Codenamen »Venice« profitieren, die sich bereits in der Massenfertigung im 2-Nanometer-Verfahren bei TSMC befinden. Später soll die Produktion auch auf TSMCs Arizona-Werk ausgeweitet werden, sobald entsprechende Kapazitäten dort bereitstehen.
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