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Flexible Displays - Sharp zeigt aufrollbaren 4K-Bildschirm mit 30 Zoll Diagonale

Sharp hat ein aufrollbares Display entwickelt, dass sowohl als Fernseher als auch als Monitor taugen würde und sich in einer Kiste verstecken lässt.

von Manuel Schulz,
13.11.2019 19:46 Uhr

Das flexible Display von Sharp kann komplett in der silbernen Box verstaut werden. (Bild: Sharp) Das flexible Display von Sharp kann komplett in der silbernen Box verstaut werden. (Bild: Sharp)

Falt- und Rollbare Displays werden als zumindest ein Teil der Zukunft der Bildschirmtechnologie gesehen, vor allem da sie sich bei Nichtgebrauch platzsparend und praktisch unsichtbar verstauen lassen. Daher hat nach LG auch Sharp ein aufrollbares Panel aus organischem Material entwickelt, das Bilder anzeigen kann.

Anders als bei faltbaren Smartphones, die aufgrund der Benutzung oft variierende Kräfte von außen überstehen müssen, sorgt der automatische Ausfahrmechanismus bei Sharps Display für gleichmäßigen Druck und eine bessere Haltbarkeit.

Weil im OLED-Display von Sharp rote, grüne und blaue selbstleuchtende Subpixel verwendet werden - statt einer organischen Leuchtschicht plus davor sitzender Farbfilter im LG Pendant - ist das Sharp-Panel energieeffizienter, weil die Farbfilter bei LG zwei Drittel des Lichts schlucken.

Auch die bisher bekannten technischen Daten des Roll-Displays von Sharp scheinen vielversprechend. Das Panel wiegt bei 30 Zoll Größe nur 100 Gramm, ist 0,5 Millimeter dünn und erlaubt einen Rollradius von nur 4 Zentimetern. Sharp selbst zeigte das Display bei einer Vorführung mit Hilfe einer flachen Box, aus der es ausgefahren werden konnte.

Zur Ansteuerung der Pixel nutzt Sharp die IGZO-Technik, die das Elektronikunternehmen in Zusammenarbeit mit dem japanischen NHK entwickelt hat. Schon in 30 Zoll kann das Display mit einer 4K-Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten mit einer Wiederholrate von 60 Hz aufwarten.

Umstieg auf OLED-Bildschirme

Das Know-How für das rollbare Panel beruht zum Teil auf dem Versuch, faltbare OLED-Displays für Smartphones zu produzieren. Nach Einschätzung von koreanischen Marktbeobachtern wurde diese aber bereits im August wieder gestoppt, weil die Konkurrenz aus China und Korea zu stark sei.

Weil es bei größeren OLED-Bildschirmen aber bisher nur wenig Konkurrenz gibt, erhofft sich Sharp scheinbar bei flexiblen Displays für Monitore und Fernseher mehr Erfolg.

Wer den Sharp-Fernseher selbst sehen will, hat aktuell die Chance, aber nur wenn er nach Japan reist. Ein Prototyp des OLED-Bildschirms ist bis zum 15. November auf der japanischen Messe Inter BEE 2019 ausgestellt.

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