So holt ihr das Beste aus eurem Balkonkraftwerk: 7 wertvolle Tipps, mit denen ihr mehr Strom erzeugt

Mit einem Balkonkraftwerk können viele Menschen bereits einen wichtigen Teil ihres täglichen Strombedarfs decken – jedenfalls, wenn sie es richtig anstellen.

Um einen möglichst hohen Ertrag aus Sonnenenergie zu generieren, solltet ihr einige Tipps beherzigen. (Quelle: Pexels.com CC0) Um einen möglichst hohen Ertrag aus Sonnenenergie zu generieren, solltet ihr einige Tipps beherzigen. (Quelle: Pexels.com CC0)

Photovoltaik-Anlagen liegen seit Jahren hoch im Kurs. Während aktuell die Preise stark purzeln, können sich seit dem ersten April 2024 auch Mieter und Kleingartenbesitzer freuen. Die Bundesregierung hat mit dem Solarpaket 1 (wir berichteten) die Voraussetzungen für den Betrieb von Balkonkraftwerken reduziert und vereinfacht damit die Erzeugung von eigenem Strom aus Solarenergie deutlich.

Wichtig: Ihr solltet den Strom unbedingt selbst verbrauchen. Für die Einspeisung in das öffentliche Netz bedarf es zusätzlicher Maßnahmen, sodass sich dies zumindest für Balkonkraftwerke nicht lohnt. Läuft der Zähler rückwärts, macht man sich übrigens strafbar.

Doch wie holt ihr nun am meisten aus eurer kleinen Anlage heraus und spart euch damit einiges an Stromkosten? Ich habe sieben einfache Tipps für euch, die ihr unbedingt beherzigen solltet.

Wenn die Sonne nicht scheint, reduziert sich der Ertrag deutlich. (Quelle: Benjamin Otterstein) Wenn die Sonne nicht scheint, reduziert sich der Ertrag deutlich. (Quelle: Benjamin Otterstein)

1. Ein Platz an der Sonne 

Es klingt zwar banal, aber die Standortwahl ist einer der wichtigsten Punkte, wenn ihr ein Balkonkraftwerk betreiben wollt. Der Standort sollte möglichst viel Sonne abbekommen, um eine lange und hohe Ausbeute zu ermöglichen.

Bereits der Schattenschlag vom Nachbargebäude, einem Baum oder anderen Objekten kann ausreichen, um die Leistung stark zu reduzieren. Bevor ihr also euer Balkonkraftwerk aufstellt, solltet ihr den Platz einen Tag beobachten. Eine erhöhte Position – etwa auf dem flachen Garagendach – kann schon helfen.

2. Auf die Ausrichtung achten

Neben dem Standort kommt es natürlich auch auf die Ausrichtung an. Diese ist besonders von einem Faktor abhängig: Wann benötigt ihr am meisten Energie für den Eigenverbrauch? Seid ihr tagsüber zu Hause, lohnt sich die traditionelle Ausrichtung nach Süden, während für die Abendstunden eher eine Westausrichtung zu empfehlen ist.

3. Der richtige Winkel ist entscheidend

Die Ausrichtung hat nur wenig Wert, wenn der Winkel nicht stimmt. Allerdings arbeiten die Balkonkraftwerke in einem großen Winkelbereich immer noch effizient, wenn die Ausrichtung stimmt. Hängt ihr etwa Solarmodule im 90-Grad-Winkel an euer Balkongeländer, kann es bei perfekter Südausrichtung noch bis zu 70 Prozent des möglichen Ertrags erreichen.

Allgemein ist für ein Balkonkraftwerk ein flacher Winkel zwischen 20 und 40 Grad zu empfehlenswert, um eine möglichst hohe Ausbeute zu erhalten. Der Winkel ist dabei abhängig von eurer geografischen Lage ist. Im Süden ist ein flacherer Winkel (20 Grad) besser, da die Sonne höher steht, während im Norden die Panels eher steiler (40 Grad) sein sollten. Wenn ihr unsicher seid, macht ihr mit 30 Grad allerdings nichts verkehrt, um eine sehr gute Ausbeute zu erhalten. Bei einer Ost- oder Westausrichtung kann ich euch einen größeren Winkel empfehlen, da dort die Sonne tiefer steht.

4. Ein Speicher kann den Ertrag verbessern

Bei euch zu Hause dürft ihr mit einem Balkonkraftwerk nur maximal 800 Watt in euer Heimnetz einspeisen. Allerdings gibt es bereits Systeme, die 1.600 Watt oder gar 2.400 Watt ermöglichen sollen.

Wie ist das möglich und ist das erlaubt? Ja, das ist erlaubt, da eine kleine Lücke genutzt wird. Der überschüssige produzierte Strom geht einfach in einen Speicher, der je nach System und Mikrowechselrichter in den Abendstunden Energie einspeisen kann.

So verschenkt ihr keine Energie und könnt sie nutzen, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Dadurch erhöht sich die Ersparnis im Jahr deutlich und Systeme mit lediglich einem kW-Speicher sind bereits für weniger als 1.000 Euro zu haben.

Abhängig von der Leistung der Panels, deren Anzahl sowie dem Speicher lässt sich die Ersparnis teils mehr als verdoppeln, hat natürlich auch mehr Anschaffungskosten. Langfristig dürfte sich die Investition auf jeden Fall lohnen.

Übrigens: Zusätzliche Solarpanels können sich auch aus einem anderen Grund lohnen: Der Mikrowechselrichter erlaubt zwar nur 800 Watt, aber selten schaffen zwei 400-Watt-Panels tatsächlich die volle Leistung. Um etwa auch in schwachen Monaten die maximale Ausbeute zu erzielen, kann ein drittes oder viertes Panel hilfreich sein.

Der EcoFlow Delta Pro ist ein transportabler Speicher mit 3,6 kWh und lässt sich für viele Anwendungsbereiche einsetzen. (Quelle: Benjamin Otterstein) Der EcoFlow Delta Pro ist ein transportabler Speicher mit 3,6 kWh und lässt sich für viele Anwendungsbereiche einsetzen. (Quelle: Benjamin Otterstein)

5. Wechselrichter aktualisieren

Das Solarpaket 1 ist da und mit ihm die Möglichkeit, 800 Watt anstatt 600 Watt in das eigene Zuhause einspeisen zu können. Viele Unternehmen haben dies bereits kommen sehen und ihre Mikrowechselrichter entsprechend ausgestattet.

Dazu gibt es von den Herstellern bereits Updates, die installiert werden wollen. Vergesst daher nicht, die neuesten Aktualisierungen auf eurem Gerät zu installieren, um von dem Leistungsplus zu profitieren.

6. Freihalten von Verschmutzung

Schmutz, Dreck und Staub – wenn man Geräte im Außenbereich verwendet, bleibt dies natürlich nicht aus. Jedoch beeinflussen diese Faktoren auch die Leistungsfähigkeit eurer Panels. Ich empfehle euch daher, dass ihr sie regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls von Schmutz befreit, um immer die bestmögliche Leistung aus euren Solarpanels zu holen.

Bei allen Solaranlagen ist eine regelmäßige Reinigung zu empfehlen. (Quelle: Pexels.com CC0) Bei allen Solaranlagen ist eine regelmäßige Reinigung zu empfehlen. (Quelle: Pexels.com CC0)

7. Mehrere Stromzähler, mehr Energie

Die Anmeldung von Balkonkraftwerken wurde im Solarpaket 1 sehr vereinfacht. Und daraus lässt sich übrigens ein weiterer Trick ableiten. Denn ihr könnt auch mehrere Balkonkraftwerke bei euch betreiben.

Aber: Es klappt nur ohne Fachfirma und große Anmeldung beim Netzbetreiber, wenn ihr über mehrere Hauptstromzähler verfügt. Pro Stromzähler dürft ihr nämlich weiterhin nur maximal 800 Watt einspeisen.

Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass ihr mehrere Balkonkraftwerke an einem Stromanschluss verwenden könnt (eines je Schaltkreis), wenn die Gesamtleistung von 800 Watt nicht überschritten wird. Habt ihr etwa in Haus und Garten jeweils einen eigenen Stromzähler, dann könnt ihr an jedem ein Balkonkraftwerk mit je 800 Watt anschließen.

Wichtig! Verbindet ihr euer Balkonkraftwerk nicht mit dem Stromnetz, sondern lediglich mit einem Speicher und nehmt den Strom von dort, handelt es sich um eine Insellösung, die nicht anmeldepflichtig ist.

Was sind eure Erfahrungen mit Balkonkraftwerken? Habt ihr eigene Tipps, wie man die Leistung und die Ersparnis maximieren kann? Welche Herausforderungen habt ihr bei der Installation und Nutzung erlebt, und wie habt ihr sie gelöst? Schreibt uns in den Kommentaren und teilt eure Erkenntnisse und Ratschläge mit der Community.

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