Die besten Battlefields - Alle 11 Spiele im Top-Ranking

Welches Battlefield ist eigentlich das beste? Unsere Battlefield-Experten küren die besten Battlefields aller Zeiten. Und nein, Battlefield Heroes landet nicht auf Platz 1.

von GameStar Redaktion, Dimitry Halley,
05.03.2021 15:00 Uhr

Für den PC erschienen 11 Battlefield-Teile - mit schwankendem Erfolg. Für den PC erschienen 11 Battlefield-Teile - mit schwankendem Erfolg.

Wir mimen jetzt mal den Wahrsager: 2021 wird es irgendeine Ankündigung von Battlefield 6 geben. Darauf deuten nicht nur bisherige Gerüchte und Hinweise zu Battlefield 6 hin, sondern auch die gesunde Branchenkenntnis: Seit 2018 hat DICE keinen großen Ableger für EAs wichtigste Shooter-Marke an den Start gebracht. Mit PS5 und Xbox Series X in den Ladenregalen (zumindest theoretisch) ist der Zeitpunkt dieses Jahr perfekt.

Und mit einem neuen Battlefield in der Mache, bietet es sich natürlich genauso zeitnah an, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Denn idealerweise lernt Battlefield 6 aus den Fehlern und Erfolgen all der bisherigen Battlefields. Doch welches war eigentlich das beste? Und wo blieb die Serie weit hinter ihrem Potenzial zurück? Gut, dass ihr euch völlig zufällig genau diese Fragen stellt!

Wir haben unsere Battlefield-Profis der Redaktion in einen (virtuellen) Raum geworfen und heraus kam unser Ranking der unserer Meinung nach besten Battlefields aller Zeiten. Dabei ging es natürlich auch um persönliche Perspektiven und den Zahn der Zeit - die GameStar-Wertungen sind also nicht maßgeblich für die Platzierungen in der Liste.

Und wir beschränken uns auf den PC. Bad Company 1 und Battlefield 1943 bleiben außen vor. Geigt uns wie immer gerne eure eigene Meinung - und falls ihr weitere Rankings zu anderen Serien lesen wollt, findet ihr am Ende des Artikels einen nützlichen Wegweiser.

11. Battlefield Heroes

Battlefield Heroes - Test-Video 4:31 Battlefield Heroes - Test-Video

Release: 25. Juni 2009 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 79

Dimitry Halley: Cartoon-Grafik, kostenlose Shooter-Action, witzige freischaltbare Klamotten - eigentlich brauchte Battlefield Heroes viel von dem auf den Weg, was fast zehn Jahre später Fortnite zu einem Millionenerfolg machen würde. Und tatsächlich spielte sich das Comic-Free2Play-Battlefield auch echt ganz launig. Aber am Ende des Tages konnte die kunterbunte Ballerbude nie so richtig Fahrt aufnehmen.

Vielleicht lag's am falschen Zeitpunkt, am schlechten Free2Play-Image der damaligen Zeit, an fehlenden Mobile- und Crossplay-Möglichkeiten. Oder schlicht daran, dass Battlefield Heroes der Kern von dem fehlte, was Battlefield sonst so großartig macht. Denn ja, auf dem Papier gibt es Conquest-Matches, riesige Arenen mit Fahrzeugen, Soldatenklassen und dem üblichen Schlachtfeld-Chaos. Aber der Third-Person-Shooter war für Battlefield-Fans bestenfalls ein ulkiger Zeitvertreib. Und für alle anderen nicht der Rede wert.

10. Battlefield Hardline

Battlefield Hardline - Test-Video zur Singleplayer-Kampagne 6:09 Battlefield Hardline - Test-Video zur Singleplayer-Kampagne

Release: 29. März 2015 | Plattformen: PC, PS4, Xbox One, PS3, Xbox 360 | GameStar-Wertung: 77

Peter Bathge: Hardline hat ein großes Problem. Nein, ich spreche nicht von der hanebüchenen Story in seiner seelenlosen Singleplayer-Kampagne. Es soll hier auch nicht um die fehlenden Panzer im Multiplayer-Modus geben. Nein, Hardlines Hürde war sein Name: Der Zusatz Battlefield war für dieses von Visceral Games (Dead Space) entwickelte Polizisten-Sequel einfach unpassend.

Als Alternative zum Kriegsszenario entschied man sich für Kämpfe zwischen Cops und Verbrechern - und die Community war damit so überhaupt nicht einverstanden, auch weil der Desaster-Launch von Battlefield 4 bei der Ankündigung von Hardline noch kein Jahr her war.

Ich kann die Aufregung verstehen, denn was Visceral aus dem Szenariowechsel gemacht hat, war ganz schön erbärmlich: Wenn man schon den Bombast eines historischen oder futuristischen Schlachtfelds der anderen Serienteile gegen Infanterie-Gefechte mit Payday-Thematik eintauscht, dann sollte man diese zumindest nicht auf derart einfallslosen und öden Maps inszenieren. Die Spielmodi von Hardline nutzen die Besonderheiten des Settings nicht gut genug aus und das Ergebnis war ein Wischi-Waschi-Shooter, der weder Fisch noch Fleisch war. Und schon gar kein Battlefield.

9. Battlefield 5

Battlefield 5 - Test-Video: Kommt die Magie von Battlefield 1942 zurück? 11:28 Battlefield 5 - Test-Video: Kommt die Magie von Battlefield 1942 zurück?

Release: 20. November 2018 | Plattformen: PC, PS4, Xbox One | GameStar-Wertung: 87

Dimitry Halley: Eigentlich hatte Battlefield 5 so viel Potenzial. Nach Battlefield 1 besann sich DICE wieder auf alte Stärken, setzte auf taktischeres Teamplay und spannendere Abwägungen auf dem Schlachtfeld. Statt in den Schützengräben jeden Feind stumpf per Tastendruck zu markieren, kann ich den Kameraden bloß grobe Positionen durchfunken - außer ich spiele als Scharfschütze, aber dann fehlt dem Team vielleicht ein Medic oder Munitionsexperte. Kommunikation war plötzlich überlebenswichtig.

Ich erinnere mich an so viele fulminante Gefechte, die ich an der Seite meiner Freunde führte, an stundenlange Operationen, in denen wir dem gegnerischen Team immer wieder ins Kreuz fallen, Panzer stehlen, uns im Matsch verbergen oder mit Flugzeugen den Gefechtsverlauf ändern - alles Dinge, für die Fans Battlefield seit Jahr und Tag lieben. Doch Battlefield 5 scheiterte dort, wo DICE seit Jahren scheitert:

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Nach Release fehlte dem Spiel jede Fokussierung. Es erschien ein belangloser Koop-Modus, außerdem ein vielversprechender Battle Royale, der dann aber keinerlei Liebe mehr bekam. Der klassische Battlefield-Multiplayer blieb dafür ewig auf der Strecke und der grandiose Pazifik-DLC kam zu einem Zeitpunkt, als das Spiel seine besten Tage längst hinter sich hatte. Andere versprochene Roadmap-Inhalte fielen komplett hinten runter. Zudem litt das Spiel wie jedes DICE-Spiel unter Balancing-Problemen, Patches kamen zu selten und zu spät. Battlefield 5 ist ein tolles Spiel, aber ein gescheiterter Service. Wirklich schade drum.

8. Battlefield Vietnam

Battlefield Vietnam - Michas erstes Battlefield bei GameStar PLUS-Archiv 8:08 Battlefield Vietnam - Michas erstes Battlefield bei GameStar

Release: 14. März 2004 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 91

Michael Graf: Hach, Battlefield Vietnam, mein erstes Battlefield bei GameStar! Ob ihr's glaubt oder nicht: Ich habe Battlefield 1942 vor meiner Redakteurszeit wie besessen gespielt, und zwar - abseits von LAN-Partys - ganz alleine im Bot-Modus, was mich vermutlich zum unfähigsten Battlefield-Experten aller Zeiten macht. Wer GameStar schon lange kennt, erinnert sich vielleicht an meinen Auftritt im Multiplayer-Video zu BF Vietnam, damals noch als frischgebackener Trainee, der vor allem dadurch in Erscheinung trat, dass er abgeschossen wurde (Danke, Patrick!). Seltsam, mit den Bots war mir das nie passiert.

Da liegt auch schon das Omelette im Bánh mì: Battlefield Vietnam war das letzte Battlefield mit offiziell integrierten Bots auf allen Maps (außer denen, die später nachgereicht wurden). Okay, in Battlefield 2 konnte man Bots noch reinpfriemeln, indem man Spieldateien manipulierte, aber spätestens dann legte sie Dice zu den Feature-Akten. Schade!

Okay, die Kolleginnen und Kollegen sagen, dass Bots mit einem guten Battlefield in etwa so viel zu tun haben wie der Papst mit einem Hawaiihemd (man kann sich beides zusammen vorstellen, aber es wird dadurch nicht besser). Was BF Vietnam tatsächlich ausgezeichnet hat, waren seine asymmetrischen Fraktionen: Während die USA (respektive Südvietnam) mit modernen Panzern, Hubschraubern und Bombern anrückten, setzen die Nordkoreaner auf altrussisches Kriegsgerät und verstärkt auf Infanterie. So trug die US Army mit Helis sogar Panzer durch die Luft, die Vietnamesen indes schlugen sich lieber durch den Dschungel. Das bildete die ungleichen Parteien des Krieges sehr gut ab, auch wenn das Balancing - wie so oft bei Battlefield - nicht ganz aufging. Unter anderem patchte Dice später »Sipi-Löcher« als mobile Spawnpunkte nach, die das Tunnelnetzwerk des Vietcong simulierten.

Diese Unterschiede unterstrichen die Schlachten-Atmosphäre ebenso wie die authentische Musik, die aus den Fahrzeugradios schallte: Es hatte einfach was, mit »Fortunate Son« auf den Ohren im Huey über den Dschungel zu knattern. BF Vietnam wird dadurch nicht zum besten Battlefield. Aber zu einem, das ich in bester Erinnerung behalten werde. Außer vielleicht dieses Multiplayer-Video.

7. Battlefield 2142

Battlefield 2142 - Test-Video PLUS-Archiv 6:22 Battlefield 2142 - Test-Video

Release: 17. Oktober 2006 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 89

Dimitry Halley: Bis heute trauern Fans Battlefield 2142 nach. Und ich verstehe völlig warum: In Sachen Schlachtfeld-Action war das Sci-Fi-Battlefield seiner Zeit voraus - und wäre es ehrlich gesagt auch heute noch. Als Battlefront-2-Spieler lecke ich mir nach so einer genialen Idee wie dem Titan-Modus die Finger! Zwei feindliche Großkampfschiffe, die über einer Bodenkarte schweben und von den Teams geentert und zerstört werden müssen? Großartig!

Battlefront 2 bekommt das im Capital-Supremacy-Modus nur mit Ladezeiten und separaten Maps modelliert. In Battlefield 2142 wechselte der Kampf stufenlos vom Boden die Trägerschiffe. Als Science-Fiction-Soldat erobere ich am Boden in klassischer Battlefield-Manier Punkte, wodurch wiederum Orbitalkanonen aktiviert werden, die den Schild der Trägerschiffe wegballern. Sind die dann offline, kann mein Squad in die Trägerschiffe rein, sie von innen zerstören - oder wir kämpfen weiter am Boden und lassen die Orbitalkanonen den Job erledigen.

Dieser Wechsel aus Luft- und Bodenkrieg schlug damals genau in die Battlefield-Kerbe: Es entstanden unzählige unvergessliche Multiplayer-Geschichten von erbittert gehaltenen Trägerschiff-Korridoren, strategisch smarten Eroberungsaktionen und, und, und. Battlefield 2142 hat die Battlefield-Formel buchstäblich in eine neue Dimension katapultiert. Schade, dass es nie einen Nachfolger gab.

6. Battlefield 1

Battlefield 1 - Test-Video: Ein Multiplayer-Megahit 10:11 Battlefield 1 - Test-Video: Ein Multiplayer-Megahit

Release: 21. Oktober 2016 | Plattformen: PC, PS4, Xbox One | GameStar-Wertung: 90

Phil Elsner: Ich erinnere mich noch genau an das Gefühl, als im Mai 2016 zum ersten Mal der Reveal-Trailer zu Battlefield 1 lief: Dramatische Szenen in Schützengräben, Dogfights zwischen Doppeldecker-Flugzeugen, Soldaten reiten auf Pferden neben Panzern her - alles untermalt mit einer Coverversion von "Seven Nation Army". Es war Gänsehaut pur.

Und ganz genau diese Gänsehaut löste Battlefield 1 nicht nur als Trailer, sondern auch als Spiel aus. Das lag nicht zuletzt an dem damals neuen Spielmodus Grand Operations, der erstmals das Vorwärts-Momentum von Rush mit dem klassischen Ringen um Flaggenpunkte aus Conquest verband und in seiner Inszenierung Maßstäbe setzte.

In jedem Operations-Match spürte ich die Euphorie, wenn ein feindlicher Sektor fiel und mein Team unter lautem Pfeifen und Gebrüll auf das nächste Missionsziel zu stürmte. Ich spürte die Panik, wenn die Gegner Verstärkung durch einen Behemoth erhielten und ein gewaltiger Zeppelin den Himmel verdunkelte. Wäre dies ein reines Atmosphäre-Ranking, stünde Battlefield 1 ganz weit oben auf dem Siegertreppchen.

Ausgebremst wurde Battlefield 1 von seiner kurzen und bestenfalls durchschnittlichen Story-Kampagne, dem vernachlässigtem Vehikel-Gameplay zugunsten von Infanterie und nicht zuletzt vom Premium-Modell: Die vier DLCs kosteten so viel wie das Hauptspiel selbst und versteckten wichtige Fraktionen und Schauplätze des Ersten Weltkriegs wie Russland oder Frankreich hinter einer Paywall.

5. Battlefield 4

Battlefield 4 - Test-Video zum Multiplayer-Modus 11:43 Battlefield 4 - Test-Video zum Multiplayer-Modus

Release: 31. Oktober 2013 | Plattformen: PC, PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One | GameStar-Wertung: 82

Dennis Zirkler: Battlefield 4? Ist das nicht genau so wie Battlefield 3? Nicht ganz, aber fast. Klar, am eigentlichen Gameplay hat sich nur relativ wenig geändert und viele UI-Elemente sind immer noch genau da, wo sie auch schon im Vorgänger waren. Alles war halt ein bisschen hübscher.

Trotzdem gab's mit der sogenannten "Levolution" ein Feature, das damals für reihenweise offene Münder gesorgt hat. Die Karten veränderten sich im Laufe einer Partie - mal automatisch, mal durch Spielerhand. Auf der Map "Siege on Shanghai" konnte man etwa die Säulen am Fuße eines Wolkenkratzers sprengen, damit das Gebäude auf beeindruckende Weise in sich zusammenstürzt. Danach war der beliebte Scharfschützen-Hotspot für den Rest der Runde Geschichte und außerdem veränderten Staub und Trümmer die Begebenheiten der Straßenschlachten.

Wenn ich heutzutage mal wieder Lust auf diese chaotischen "Only in Battlefield"-Momente habe, greife ich also am liebsten zu Battlefield 4 - auch wenn der dritte Serienteil die deutlich besseren Maps zu bieten hatte.

4. Battlefield 1942

Battlefield 1942 - Hall of Fame zum ersten Battlefield PLUS-Archiv 6:56 Battlefield 1942 - Hall of Fame zum ersten Battlefield

Release: 10. September 2002 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 88

Martin Deppe: Panische Schreie aus dem Büro drei Türen weiter. "Zurück! Zurück, verdammt! Das Ding kannst Du nicht umfahren!" "Ja wie, zurück? Was muss ich denn drücken???" Fasziniert beobachte ich von meinem Hügel aus das Geschehen unter mir: Da tanzt ein japanischer Panzer rund um den unkaputtbaren Flaggenmast. An Bord ist das PR-Team von CDV, die Qualifikationen der Besatzung reichen von "ehemaliger Fallschirmjäger" bis "hat noch nie einen Shooter angefasst." Und das merkt man: Während der Ex-Falli taktische Befehle bellt, stemmt sich die ambitionierte, aber überforderte Fahrerin tapfer gegen den Mast. Bis meine Bazooka und ich das Elend beenden.

Battlefield 1942 erobert uns im Herbst 2002 im Sturm. Damals bin ich Producer bei CDV, zusammen mit den Development-Kollegen spielen wir die Demo-Map Wake Island rauf und runter. Schließlich trägt CDV nicht umsonst den internen Spitznamen "Tits & Tanks" (wegen Lula, Blitzkrieg und Codename: Panzers). Irgendwann hat das begeisterte Gegröle aus unserem Büro auch die anderen Abteilungen angesteckt, darunter eben besagter Kanonenfutter-PR-Trupp. Das Coole an Battlefield 1942 ist nämlich, dass die Einstiegshürde so steil wie eine Bordsteinkante ist (solange man sich nicht mit einem Flaggenmast anlegt). Eben leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern.

Und es ist echt interessant, den verschiedenen Spielertypen zuzuschauen: Das Flieger-Ass "Andi Arbeit" aus der Loka-Abteilung zerbombt Panzer im präzisen Sturzflug - gefolgt von Triumphgeheul, gegen das jede Stuka-Sirene neidisch erblasst. Oder Stoppelhopser "Claire Grube", der dauernd irgendwo campt - bis sich alle 16 Gegner gemeinsam auf die Jagd nach ihm machen und er nie wieder auf der Lauer liegt. Es sind solche Szenen, die ich nie vergessen werde. Darum bleibt Battlefield 1942 auch mein persönlicher Favorit.

3. Battlefield: Bad Company 2

Battlefield: Bad Company 2 - Test-Video zur Solo-Kampagne 5:53 Battlefield: Bad Company 2 - Test-Video zur Solo-Kampagne

Release: 4. März 2010 | Plattformen: PC, PS3, Xbox 360 | GameStar-Wertung: 90

Fabiano Uslenghi: Ich habe Bad Company und Bad Company 2 eine Menge zu verdanken. Ohne diese Spiele hätte ich nämlich wohl nie zur Battlefield-Reihe gefunden. Das Spiel erschien in einer Zeit, als ich öfter den Controller meiner PS3 in den Händen hatte als die Maus meines PCs. Und genau das machte mich wohl auch so anfällig für Bad Company. Immerhin wurde der erste Teil ausschließlich für die Konsolen entwickelt. Und es hätte keinen besseren Teil geben können, um meine Aufmerksamkeit von Call of Duty wegzulocken.

Ich bin schließlich kein geborener Shooter-Spieler. Ich kann nicht gut zielen und mir fehlt der Ehrgeiz im Mehrspieler. Call of Duty spielte ich deshalb auch nur für seine Kampagne. Battlefield interessierte mich nicht. In Bad Company und Bad Company 2 wurde ich mit dem Versprechen einer mitreißenden Story gelockt - und blieb trotzdem für den Multiplayer. Eine Errungenschaft, an der CoD jahrelang gescheitert war. Dabei ist es doch so einfach. Ich musste nur dabei zusehen, wie ein Panzer ein putziges Bauernhäuschen in einen Geröllhaufen verwandelte.

Die zerstörbare Umgebung war ein Gamechanger. Im Multiplayer von CoD fehlte mir einfach diese Schlachtfeld-Dramatik. Mitreißende, fast schon verstörende Kriegsgeschichten, die sich im Laufe eines Gefechtes vor mir abspielen. Die entstehen eben besser, wenn im Verlauf einer Schlacht ein komplettes Dorf dem Erdboden gleich gemacht wird. Das zerstörerische Potential eines Krieges derart demonstriert zu bekommen, machte mich schlicht sprachlos. Nirgendwo war ich sicher. Das ist aus Battlefield heute nicht mehr wegzudenken, war damals aber eine Revolution.

2. Battlefield 2

Die Battlefield-Historie - Teil 3: Battlefield 2 mit Addons 5:22 Die Battlefield-Historie - Teil 3: Battlefield 2 mit Addons

Release: 21. Juni 2005 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 93

Dennis Zirkler: Riesige Maps, 64 Spieler gleichzeitig, Flugzeuge, Panzer … Battlefield 2 war schon der Hammer, oder? Klar, das alles gab es auch bereits in Battlefield 1942. Doch so richtig warum geworden bin ich damit nie, auch wenn die Multiplayer-Demo auf der Karte Wake Island damals schon ziemlich beeindruckt hat.

Meine Liebe zu Battlefield erwachte aber erst mit dem zweiten Teil. Nicht nur gab es ein modernes Setting, in dem sich Amerikaner, Chinesen und Soldaten des mittleren Ostens in ein gigantisches Kräftemessen begaben, sondern auch viele sinnvolle Neuerungen für Teamspieler: Als Kommandant durfte jeweils ein Spieler pro Team seinen Kameraden Befehle erteilen, mit dem UAV Feinde aufdecken und diese anschließend mit einem Artillerieschlag hochjagen.

Außerdem gab es erstmals Squads und den Quick Chat, was ein viel besseres Teamplay ermöglichte. Also theoretisch. Auf öffentlichen Servern mündete das ganze oft in einen endlosen Spam aus Voice Lines wie "ENEMY FORCES SPOTTED". Wenn ich so zurückdenke, waren vielleicht doch nicht die lauten Metal-Konzerte Schuld an meinem Tinnitus.

Trotzdem vermisse ich gelegentlich noch die Battlefield-2-Momente: Damals erschienen die Fahrzeuge ja noch in der Basis der Gegner. Als Spec-Ops-Soldat konnte man sich klammheimlich zum feindlichen Flugplatz schleichen, den Transporthelikopter mit C4 sabotieren und die vollgepackte Maschine dann sprengen, sobald sie in der Luft stieg. Sowas vergisst man einfach nicht.

1. Battlefield 3

Battlefield 3 - Test-Video zum Multiplayer-Modus 15:50 Battlefield 3 - Test-Video zum Multiplayer-Modus

Release: 27. Oktober 2011 | Plattformen: PC | GameStar-Wertung: 94

Fabiano Uslenghi: Battlefield 3 bleibt meiner Meinung nach bis heute die Battlefield-Krönung. Und zwar zum Teil auch aus ganz und gar persönlichen Gründen. Denn während ich Bad Company 2 noch die meiste Zeit über allein an meiner Konsole zockte, stiegen bei Battlefield 3 plötzlich eine Menge meiner Freunde ein. Ich war nicht länger der einsame Wolf, der sich als Sniper auf dem Dachboden eines russischen Bauernhauses verschanzte. Jetzt hatte ich ein echtes Squad und wechselte vernünftiger Weise auch wieder auf den PC! Aber offenbar bin ich nicht der Einzige, für den BF3 nach ganz vorne gehört.

Dabei hatte Battlefield 3 mit seiner damals noch neuartigen Origin-Pflicht und dem in einen Browser ausgelagerten Battlelog gar keinen so guten Stand bei Release. Doch verdammt - was jucken einen Storebindung und Browserclients, wenn das Spiel dahinter so grandios ausfällt! Battlefield 3 hat eigentlich nichts revolutionär neu gemacht, aber dafür die Errungenschaften aus den Jahren zuvor minutiös ausgewertet, neu arrangiert und daraus ein nahezu perfektes Battlefield-Erlebnis destilliert.

Hier kam endlich alles zusammen. Die gewaltigen 64-Spieler Schlachten waren zurück und dieses Mal konnten Spieler endlich auch wieder hinter dem Steuer eines Jets Platz nehmen. Gleichzeitig blieb die Zerstörung aus Bad Company erhalten, wurde aber gezielter eingesetzt. Battlefield 3 konnte alles. Riesige Schlachten mit Fahrzeugen auf gewaltigen Karten und taktische Scharmützel auf engem Raum. Es hat schon einen Grund, warum Metro in BF4 und BF5 nachgereicht wurde. BF3 hat mit seinen thematischen DLCs sogar seinen Service noch auf die Kette bekommen. Was für Zeiten.

Wo soll ich weiterlesen?

Wir küren natürlich nicht nur das beste Battlefield, sondern ranken auch in anderen berühmten Spieleserien die unserer Meinung nach besten Vertreter:

Ihr habt noch Ideen, Wünsche, Anregungen, welche Serien wir uns anschauen sollen? Dann ab in die Kommentare damit!

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