Beats Solo 4 im Test: Ordentliche Kopfhörer – aber von Apple erwarte ich mehr

Die neue Generation ist ein gutes Upgrade zur alten, doch leider nicht mehr.

Pflicht-Upgrade oder kommt da noch die Kür hinzu? Pflicht-Upgrade oder kommt da noch die Kür hinzu?

Ich trage Ohrringe. Berechtigterweise fragt ihr euch, wieso das wichtig ist. Weil ich einst überzeugt davon war, dass On-Ears deswegen immer unbequem sein würden.

Die Beats Solo 3 haben mich 2016 vom Gegenteil überzeugt. In entsprechend guter Erinnerung habe ich die Kopfhörer. Und entsprechend gespannt war ich auf die neueste Iteration.

Nun habe ich die Beats Solo 4 getestet. 

Keine Frage: Das sind gute Kopfhörer – aber eben nicht mehr. Und nach knapp acht Jahren hätte ich mir einen deutlich größeren Sprung von der vierten Generation gewünscht.

Transparenzhinweis: Beats hat mir die Solo 4 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Beats hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Beats Solo 4
Beats Solo 4
Die Beats Solo 4 sprechen vor allem Fans der Marke an. Das Design ist angenehm schlicht, die Verarbeitung gewohnt hoch.

Es lohnt sich, die Kopfhörer auf Probe anzuprobieren, denn der Sitz ist relativ eng. Besonders für Brillenträger könnte das auf Dauer unangenehm werden.

Die Akkulaufzeit ist mit etwa 45 Stunden beachtlich und auch die Option zum Anschließen per Klinke ist super (Kabel im Lieferumfang enthalten). Leider fehlen den On-Ears sonst viele Komfortfunktionen wie ANC oder Transparenzmodus.

Klang spielt der Solo 4 luftig auf und bietet einen ordentlichen Sound. Allerdings fehlt die letzte Konsequenz in den Details. Der Bass ist überraschend im Zaum, was nicht jedem schmecken dürfte. Einen EQ gibt es in der App leider nicht.
  • Schlichtes, aber ansprechendes Design
  • Gute Verarbeitung
  • 3,5-mm-Klinkenbuchse vorhanden
  • Starke Akkulaufzeit mit 45 Stunden
  • Schirmt gut ab (passives Noise Cancelling)
  • Ordentlicher Klang
  • Für iOS- und Android-Nutzer fast gleichwertig nutzbar
  • Sitz recht eng
  • Kein 3D-Audio und Headtracking für Android-User
  • Keine Komfortfunktionen wie ANC
  • Kaum Personalisierung möglich
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Beats Solo 4: Optik und Verarbeitung

Bereits beim Auspacken wurde ich überrascht: Die Kopfhörer kommen in einem kleinen Daunenturnbeutel. Schick, aber abgesehen vom Transportschutz auch irgendwie unnötig.

Ja, das ist ein Daunenturnbeutel für Kopfhörer. Ja, das ist ein Daunenturnbeutel für Kopfhörer.

Ich habe die On-Ears aus ihrem Pappgefängnis befreit und siehe da: Eine hübsche Tasche ist auch im Lieferumfang enthalten (genauso wie bei den Solo 3 seinerzeit).

In der Tasche versteckt: sowohl ein Klinken- als auch ein USB-C-Kabel. Und ganz ehrlich: Den Kabelanschluss für die On-Ears finde ich nett. Über die Strippe gehen eben doch weniger Musikinhalte verloren. Die Buchse an der Ohrmuschel tut nicht weh; haben ist besser als brauchen.

Solo 3 & 4 im Vergleich Solo 3 in Rot, Solo 4 in Blau mit ihren jeweiligen Taschen.

Lieferumfang Im Beutel verstecken sich ein USB-C- und ein 3,5-mm-Klinkenkabel.

Anschlüsse 3,5-mm-Klinke ist genau so an Bord wie ein USB-C-Anschluss zum Laden.

Optisch lehnen sich die Beats Solo 4 nah an den Vorgänger an – und das ist gut so. Das schlichte Design passt überall hin, bei den drei verfügbaren Farben ist für jeden etwas dabei:

  • Schieferblau
  • Mattschwarz
  • Wolkenrose

Die Polster sind ein wenig dünner als beim Solo 3. Das ist in meinen Augen erstmal weder gut noch schlecht, da es bei mir nicht den Komfort beeinflusst hat. Dafür ist der Sitz relativ eng, daher sollten Interessenten Folgendes beachten:

  • Die Solo 4 schließen gut ab. Das hilft gegen Außengeräusche (aktives Noise-Cancelling haben die On-Ears nicht), ist aber nicht jedermanns Geschmack.
  • Brillenträger könnten Probleme bekommen. Die Hörer drücken die Ohren an, das kann in Kombination mit Brillenbügeln auf Dauer unangenehm werden.

Der enge Sitz bedeutet aber auch: Die Solo 4 eignen sich für Sport. Sie sind zwar nicht dediziert spritzwassergeschützt, fallen aber auch nicht so leicht vom Kopf.

Der Rahmen der Solo 4 ist ebenfalls größer. Ich selbst habe nicht unbedingt einen kleinen Kopf, aber größerstellen musste ich die Kopfhörer auch nicht (außer mit Kappe). Bedenkt das bei einem möglichen Kauf. Wie gewohnt lässt sich das Gerät zusammenklappen.

Wie man sieht, ist der Rahmen des blauen Kopfhörers größer. Wie man sieht, ist der Rahmen des blauen Kopfhörers größer.

Leider ging ein Feature verloren. Der Vorgänger war stufenlos größenverstellbar, die Solo 4 besitzen viele kleine Stufen. Freilich kein Beinbruch, aber ich finde es schade.

Angenehm: Die Ohrmuscheln sitzen auf einem 360-Grad-Gelenk, sodass der Sitz besser angepasst werden kann. Bedienung am Kopfhörer selbst funktioniert intuitiv.

Beats Solo 4: Features und App

Ein Wort zur Beats-App: Die stellt sicher, dass Android-Nutzer fast denselben Funktionsumfang wie iPhone-Nutzer bekommen. Viel könnt ihr allerdings weder hüben noch drüben einstellen. Die wichtigsten Funktionen sind:

  • Anrufsteuerung anpassen
  • 3D-Audio personalisieren (nur iOS)
  • In »Wo ist?« anzeigen lassen (wenn ihr die Kopfhörer mal verlegt haben solltet); bei Android entsprechend unter »Find My Device«

Auf dem iPhone kann man Einstellungen am Beats Solo 4 direkt in den Systemoptionen vornehmen. Auf dem iPhone kann man Einstellungen am Beats Solo 4 direkt in den Systemoptionen vornehmen.

Die Akkulaufzeit ist stark. Beats gibt an, auf bis zu 50 Laufzeit mit einer Ladung zu kommen. Ich schaffe rund 45 Stunden, aber das ist immer noch ein Brett. Für die Laufzeit gibt es allerdings einen Grund.

Die Beats Solo 4 besitzen kein ANC. Das kostet nämlich zusätzlich Energie. Generell vermisse ich Komfortfunktionen wie einen Transparenzmodus oder Abschalten durch Zusammenklappen, wie es bei Beats Solo Pro der Fall ist.

Warum es die Features nicht gibt? Keine Ahnung.

Beats Solo 4: So klingt der On-Ear

Die Solo 4 bestechen optisch vor allem durch ihre Schlichtheit. Die Solo 4 bestechen optisch vor allem durch ihre Schlichtheit.

Beats führt an, die Akustik verbessert und Verzerrungen minimiert zu haben. Hört man das?

Ja, im direkten Vergleich schon. Die Beats 4 klingen ein Eckchen besser als die dritte Generation. Das kann ich aber auch nur sagen, weil ich die Solo 3 hier liegen habe und vergleichen kann.

Aber wie gut ist der Klang wirklich?

Kurz und gut: Er ist solide. Nicht mehr und nicht weniger. Der Sound spielt luftig auf, erreicht aber recht schnell seine Grenzen. Wie zeigt sich das? Mitten schwimmen bei vielen Instrumenten dezent und büßen an Klarheit ein.

Zu hören ist das bei »Satch Boogie« von Joe Satriani. Sobald Joe mit der E-Gitarre loslegt, übertönt er für meinen Geschmack zu viel von den anderen Instrumenten.

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Um Details in Tests herauszuhören, nutze ich mittlerweile gerne die Power-Ballade »Heaven’s Falling Down« der japanischen Künstlerin Sana. 

Der Gesang steht im Vordergrund, es gibt dominante elektrische Gitarren, auch ein Synthesizer kommt mal zum Einsatz, aber hinter all dem verbirgt sich ein seichtes Klavierspiel – und genau jenes verschlucken die Beats 4, wenn zu viele Mitten zusammenkommen.

Der Gesang klingt auch ein wenig belegt. Das sagt mir: Hier geht Brillanz in den Details verloren. Das passt ins Bild der Klangbühne, die nicht so breit erscheint.

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Der Bass ist überraschend zurückhaltend. Viele Kopfhörer prunken mit ordentlich Tieftönen auf, weil das gerne gemocht wird. Bei den Solo 4 war ich fast ein wenig irritiert, dass der Bass nicht so im Vordergrund steht. Schade, dass es keinen Equalizer gibt, um da ein wenig nachjustieren zu können.

Mit »Technical Difficulties« von Racer X hatte der On-Ear gemäß dem Titel keine Probleme.

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Unterm Strich geht der Klang in Ordnung. Für mein Dafürhalten wäre da soundtechnisch noch mehr drin gewesen, vor allem für einen Preis von 230 Euro.

Man kann mit den Solo 4 viel Spaß haben. Es sind gute On-Ear-Kopfhörer, die passablen Sound bieten. Audiophile Nutzer, wie ich, werden jedoch nicht restlos überzeugt werden.

Wissenswertes zum Test
Technische Daten
  • Typ: On-Ear
  • Bluetooth-Standard: 5.3
  • Akkulaufzeit: ca. 45 Stunden
  • Audio-Codecs: SBC, AAC
  • Wandler: 40 mm
  • Gewicht: 217 g
  • Lieferumfang: Tasche, USB-C-Kabel, 3,5-mm-Klinkenkabel
Preis und Verfügbarkeit

Preis: 229,95
Verfügbarkeit: ab jetzt

Solltet ihr euch die Beats Solo 4 kaufen?

Gerade bei diesen Kopfhörern ist es schwierig zu sagen, weil wir alle unterschiedliche Bedürfnisse haben. On-Ear ist nicht jedermanns Geschmack, manche wollen mehr Komfortfunktionen, andere brauchen sie nicht.

Die Beats Solo 5 lohnen sich, wenn:

  • ihr einen strammen Sitz bevorzugt
  • die Option auf Klinke haben wollt
  • der Klang nicht die erste Geige spielt

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Mögliche Alternativen zu den Beats Solo 4:

Ein Wort zum Schluss: Ich bin vor Jahren von den Solo 3 auf die Apple AirPods 2 Pro umgestiegen, hauptsächlich, weil ich nichts auf den Ohren haben möchte. Als wirklich passable On-Ear-Kopfhörer kann ich die Beats Solo 4 dennoch empfehlen. Von einem Produkt aus dem Hause Apple erwarte ich dennoch mehr Komfortfunktionen und mehr vom Klang, was in die gewohnt sehr gute Qualität des Herstellers einzahlen würde.

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