Sonos Play im Test: So schön ist noch niemand übers Ziel hinausgeflogen

Die neuen Sonos Play haben mir gezeigt, wie komplex das Testen von Lautsprechern ist. Kommt mit auf eine Reise.

Die Legende ist wahr: Speaker können auch zu gut für das sein, was sie sein wollen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Die Legende ist wahr: Speaker können auch zu gut für das sein, was sie sein wollen. (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Lautsprecher sind nicht gleich Lautsprecher, auch wenn es sie wie Sand am Meer gibt. Diesen Fakt habe ich einmal mehr mit den Sonos Play erlebt, die es mir nicht leicht gemacht haben, die Endnote zu bestimmen.

Das sind nämlich bockstarke Boxen, ohne Wenn und Aber. Im Test war mein Problem allerdings: für wen und vor allem welches Szenario sind sie geeignet? Das lest ihr am Ende des Artikels. Bis ich zu diesem Ergebnis kam, hat es mich aber einiges an Schweiß gekostet.

Transparenzhinweis: Sonos hat mir die Play für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.  

Sonos Play
Sonos Play
Beim Auspacken wird schon sofort klar: Die Sonos Play sind richtige Edelspeaker. Die Optik ist auf das Nötigste reduziert und die Haptik ein Genuss – auch wenn die Bedienknöpfe ein Eckchen leichter zu drücken sein könnten. Hinzu kommt ein Gewicht von 1,3 kg, das fühlt sich einfach wertig an.

Klanglich gibt es wenig zu beanstanden. Die Mitten sind etwas dominant, die Höhen ein Mü zu spitz, aber gerade im Zusammenspiel mit der Sonos Beam fällt das kaum ins Gewicht, weil der Sound sich auf eine breitere Bühne verteilt.

Wie von Sonos gewohnt, sind die Verbindungsmöglichkeiten mannigfaltig. Multiroom ist gesetzt, WLAN, Bluetooth, AirPlay. Einfach mitnehmen und bespielen ist kinderleicht – und genau hier versteckt sich die Krux.

So hochwertig und gut die Sonos Play auch sind, als reine Bluetooth-Boxen sind sie zu krass. Als reine Rear-Speaker ebenfalls. Klar, im Verbund in einem richtigen Surroundsystem hauen sie rein, aber das limitiert ihren Einsatz zu sehr.
  • Astreines Design
  • Volle Flexibilität durch viele Anbindungsmöglichkeiten
  • Warmer Klang
  • In Kombination mit der Sonos Beam im Heimkino ein Genuss
  • Starke Akkulaufzeit
  • Als BT-Speaker zu potent und schwer
  • Als reine Rear-Speaker zu potent
  • Teuer
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Sonos Play: Design und Funktionen

Dass man beim Auspacken bereits verzückt wird, ist heutzutage fast schon normal. Bei den Sonos Play geschehen, die man regelrecht aus der Packung schälen muss. An der Stelle garantiere ich, dass wohl jeder von beeindruckt wäre, wenn er oder sie den ersten Speaker in die Hand nimmt.

  • Die Box ist fast komplett von einem gemaserten Grill überzogen.
  • Ober- und Unterseite bestehen aus einem matten Gummi-Finish, genau wie ein großer Teil der Rückseite.
  • Die Bedienknöpfe an der Oberseite sind ins Chassis eingelassen.
  • Mit 1,3 kg liegt ein Speaker allein richtig gut in der Hand; das Gewicht trägt zur Wertigkeit bei. Allerdings erschwert das wortwörtlich auch das spontane »mal eben mitnehmen«.

Im Lieferumfang enthalten ist auch jeweils eine passende Station. Das dient vor allem zum Laden der Play (was auch per USB-C funktioniert).

Ich empfinde das als eine clevere Lösung. Wer sich die Sonos Play kauft, wird sie vermutlich hauptsächlich als stationäre Speaker verwenden, aber so kann man sie sich einfach schnappen und mitnehmen.

In dem Zusammenhang sei erwähnt: Die Akkulaufzeit ist mächtig. 24 Stunden sind drin und das kann ich verifizieren.

Eingerichtet sind die Speaker ruckzuck. Das geht über die Sonos-App, die mittlerweile – zumindest bei mir – tadellos funktioniert. Darüber gruppiert man auch sämtliche Sonos-Speaker und kann sich so sein Setup basteln (vorausgesetzt, man besitzt mehrere). Hier finden sich alle erwartbaren Verbindungsmöglichkeiten:

  • Multiroom
  • Bluetooth
  • WLAN
  • Apple AirPlay 2

Eines muss man Sonos lassen: Sie haben sichergestellt, dass die Handhabung der Sonos Play so leicht vonstattengeht wie nur möglich. Diese Flexibilität habe ich bisher bei Speaker noch nicht erlebt.

Sonos Play: Klang

Hier gibt es keine Überraschungen: So wenig wie ich an Design und Funktionen auszusetzen habe, so wenig kann ich über den Klang schimpfen.

Die Sonos Play tönen, vor allem als Stereo-Paar, warm und regelrecht volltönern. Daran hat ganz sicher auch der schwere Korpus seinen Anteil.

Gerade schwere Orchestralmusik profitiert von der stolz geschwellten Brust der Boxen. Ein gängiges Beispiel, bei denen die Lautsprecher glänzen, ist folgender Banger:

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Gerade für die übliche Pop- und Rockmusik machen die Speaker eine starke Figur. Tatsächlich sind es die Details, wo sie dann ins Straucheln geraten.

  • Bei einer breiten Bühne, etwa dem Live-Auftritt der Eagles mit Hotel California, fehlt die letzte Brillanz.
  • Bei Adeles Hello fällt dann auf, das bei einem stimmstarken, getragenen Song die Mitte zu prominent sind und die Sängerin die seichten Instrumente übertüncht.
  • Im Stresstest mit Turbokiller von Carpenter Brut gibt’s Abzüge in der B-Note, weil da die Ausgewogenheit fehlt. Fairerweise ist aber auch sakrisch schwer, diese Prüfung zu meiner Zufriedenheit zu bestehen.
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Aber wie sieht es im Heimkino aus? Wie zu erwarten, machen die Sonos Play auch hier einen starken Eindruck. Getestet habe ich die mit einer Sonos Beam (den Test zur Soundbar hatten wir bereits).

Und auch hier: saustarke Qualität. Durch den Korpus gehen die Tieftöne richtig gut rein, Umgebungsgeräusche in lärmigen Szenen haben richtig Körper und Actionszenen drücken schon bei diesem kleinen Setup richtig gut.

Weil die Dialoge sich auf die Soundbar verlagern, werden die ebenfalls gut hervorgehoben, was gerade im Verbund für die gute Aufteilung und Abmischung spricht.

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Sonos Play: Warum ich mich mit der Bewertung schwer tue

Normalerweise würden jetzt die technischen Daten sowie eine Empfehlung folgen. Das nachfolgende Programm verschiebt sich allerdings um ein paar Minuten.

Es gibt auch hier zwei Wahrheiten:

  • Die Sonos Play sind hervorragend für den mobilen Einsatz.
  • Die Sonos Play sind hervorragend für den stationären Einsatz.

Ich hadere deshalb, weil sie für beide Szenarien schlichtweg weg überperformen. 

Sonos wollte mit dem Play ein Bindeglied zwischen dem Move (einem »echten« Home-Speaker) und dem Roam (einem »echten« portablen Speaker) schaffen. Das haben sie geschafft, doch der Preis macht da einen Strich durch die Rechnung.

  • Für unterwegs sind die Play zum einen mit 1,3 kg zu schwer und ehrlich gesagt auch zu gut. Wenn ich auf der Gartenparty oder auf der Wiese Beschallung will, brauche ich keinen 350-Euro-Speaker.
  • Fürs Heimkino sind die Play als reine Satelliten zu gut. Um Aktivlautsprecher zu ersetzen, sind sie freilich nicht geeignet, was sie in eine seltsame Nische zwischen den beiden fallen lässt.

Starke Lautsprecher zu bewerten, die nirgends so wirklich ihren Platz haben, ist unfassbar schwierig gewesen.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Die Sonos Play standen mehrere Wochen bei mir zuhause und haben wahlweise mit der Sonos Beam oder alleine aufgespielt

Spezifikationen
  • Abmessungen (H × B × T): 192,3 x 112,5 x 76,7 mm 
  • Gewicht: 1,3 kg
  • Akku: 24 Stunden
  • Schutzklasse: IP67
  • Konnektivität: WLAN 6, Bluetooth 5.3, AirPlay 2 
  • Besonderheiten: Ladestation, Raumeinmessung via Trueplay
Preis und Verfügbarkeit

Die Sonos Play gibt es im Handel zu kaufen. Sie kosten UVP 349 Euro, auf der Straße bekommt ihr sie mit etwas Glück 10 Euro günstiger.

Die Sonos Play sind für euch, wenn …

  • … ihr schicke Speaker sucht, die daheim als auch draußen für große Augen sorgen.
  • … ihr eure Heimkino-Setup erweitern wollt und Boxen zwischen Aktiv und Rear sucht.
  • … ihr bereits Sonos Speaker zuhause habt, hochwertiger Lautsprecher für euer Multiroom-Konzept möchtet.

Möglicher Alternativen zu den Sonos Play:

  • Sonos Era 100: Optisch wie haptisch stoßen die Speaker aus demselben Haus ins selbe Horn. Sie besitzen zwar kein Akku, bedienen aber sonst alles, was auch die Play auf dem Kasten haben – und berappen dabei 150 Euro weniger.
  • JBL Authentics 200 (zur Produktseite): Optisch hat dieser Speaker mehr Charakter, das muss man mögen, hakt abseits dessen aber mit breiter Konnektivität so ziemlich alles ab. Beim Preis müsst ihr ein bisschen auf Schnäppchenjagd gehen, aber die Box ist schon ab rund 230 Euro zu haben.

Abschließend möchte ich nochmal betonen, dass die Sonos Play in Form und Funktion wirklich potente Lautsprecher sind. Ich habe die Boxen während des Schreibens dieses Tests neben mir stehen gehabt und immer wieder drüber gestrichen. Auch das Probehören habe ich genossen.

Daher fällt es mir auch so schwer, eine Empfehlung auszusprechen. So schön wie Sonos mit den Play ist in meinen Augen kaum jemand übers Ziel hinausgeschossen. Wenn es da draußen eine Zielgruppe gibt, die schöne Speaker zu schätzen weiß und bereit ist, dafür den Preis zu zahlen, dann sind die Play auf jeden Fall für euch.

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