Wer ein neues Handy kaufen will, stößt schnell auf die Premium-Modelle der Hersteller, die nicht selten 1.000 Euro und mehr kosten – klar, das sind schließlich die Aushängeschilder von Samsung, Apple und Co. und sie werden am stärksten beworben.
Allerdings lohnen sich solche Premium-Smartphones häufig gar nicht. Nicht jeder braucht die maximale Leistung, die beste Kamera oder alle technischen Raffinessen der Oberklasse. Und: Nicht jeder kann oder will so viel Geld für ein Handy ausgeben.
Nach nunmehr fast 20 Handy-Tests in diesem Jahr habe ich eines festgestellt: Bereits für weniger als die Hälfte gibt es empfehlenswerte Geräte, an denen man lange Freude haben kann.
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BLINDTEST: Dieses Smartphone macht die besten Fotos!
Ich zeige euch drei Geräte in der Preisklasse bis 400 Euro, die viel zu bieten haben und dabei bezahlbar bleiben. Alle Modelle wurden von mir oder meinen Kollegen getestet, sodass wir sie euch guten Gewissens empfehlen können.
Darauf solltet ihr beim Kauf eines Smartphones bis 400 Euro meiner Meinung nach achten:
- Mindestens acht Gigabyte Arbeitsspeicher für flüssiges Multitasking und zukunftssichere Performance
- Helles OLED-Display (mindestens 1.000 Nits) mit 120 Hertz für eine gute Ablesbarkeit im Freien und flüssige Darstellung
Poco F7 Pro
Das Poco F7 Pro bietet in seiner Preisklasse eine nahezu konkurrenzlose Leistung.
Der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 ist der Top-Chipsatz aus dem letzten Jahr, der zusammen mit zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher auch anspruchsvolle Mobile Games wie »Genshin Impact« in hoher Grafik flüssig darstellen kann.
Die Akkukapazität liegt bei 6.000 Milliamperestunden, zudem lässt sich das Smartphone mit bis zu 90 Watt aufladen – ein leerer Akku ist somit schnell wieder voll.
Die Akkulaufzeit lag in meinem Akku-Benchmark bei über 18 Stunden – in meinem Testzeitraum musste das Handy meist erst nach zwei Tagen wieder an die Steckdose.
Das 6,67-Zoll-AMOLED-Display löst mit 2K auf und erreicht 1.800 Nits Spitzenhelligkeit – ein sehr guter Wert. Die 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung liefert gute Fotos, der Ultraweitwinkel fällt jedoch qualitativ ab.
Das F7 Pro erhält sechs Jahre Sicherheitspatches und vier große Android-Updates.
Das Poco F7 kostet bei großen Händlern noch etwa 460 Euro. Allerdings bekommt ihr es bei kleineren Shops schon ab 380 Euro.
- Sehr gute Performance
- Lange Akkulaufzeit und 90-Watt-Schnellladen
- 2K-OLED-Display mit hoher Helligkeit und 120 Hertz
- IP68-Wasserschutz
- Kein eSIM-Support
- Wireless Charging fehlt
- Ultraweitwinkel-Kamera schwach
Nothing Phone (3a) Pro
Das Nothing Phone (3a) Pro ist inzwischen für knapp 400 Euro erhältlich. Es fällt vor allem durch sein außergewöhnliches Design auf – mit seinem Glyph-Interface (den leuchtenden LEDs auf der Rückseite) sticht es deutlich aus der Masse heraus.
Technisch bietet das 5G-Handy mit dem Snapdragon 7s Gen 3 und zwölf Gigabyte Arbeitsspeicher eine solide Leistung. Das 6,77 Zoll große AMOLED-Display ist mit 1.300 Nits ausreichend hell und unterstützt 120 Hertz für flüssiges Scrollen.
Ein Highlight des Phone (3a) Pro ist das Kamerasystem. Anders als viele Konkurrenten bietet das Phone (3a) Pro eine Dreifachkamera mit 50-Megapixel-Linse, 50-Megapixel-Telezoom (3x optisch) und Acht-Megapixel-Ultraweitwinkel. Ein optischer Zoom ist in dieser Preisklasse noch selten.
Das Nothing Phone (3a) Pro erhält drei große Android-Updates sowie sechs Jahre Sicherheitspatches. Im Gegensatz zu manchem Konkurrenten gibt es allerdings nur IP64-Schutz (staub- und spritzwassergeschützt, dafür werden eSIMs unterstützt.
- Wertige Verarbeitung mit Glasrückseite
- Helles OLED-Display
- Lange Akkulaufzeit
- Gutes Kamerasystem mit Telezoom
- eSIM-Support
- Nur Spritzwasserschutz (IP64)
- Neue KI-Seitentaste ist suboptimal
- KI-Features aktuell noch mit wenig Mehrwert
Google Pixel 9a
Das Pixel 9a gibt es aktuell ab 399 Euro bei kleineren Shops, große Händler verlangen ab rund 420 Euro. Das Handy bringt viele Funktionen der teureren Geschwistermodelle mit.
Es nutzt denselben Tensor G4-Prozessor und bringt fast alle KI-Funktionen mit. Zusammen mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher bietet es eine gute Leistung zum Surfen, Streamen, Social Media und Co.
Das 6,3-Zoll-Display ist kompakt und erreicht eine hohe Spitzenhelligkeit von 1.800 Nits. Der 5.100-mAh-Akku liefert im Benchmark eine Akkulaufzeit von fast 18 Stunden. Damit hält es bei moderater Nutzung anderthalb bis zwei Tage durch.
Google verspricht sieben Jahre Updates – länger als jeder andere Hersteller in dieser Preisklasse. Die 48-Megapixel-Hauptkamera liefert, wie von Google gewohnt, gute Ergebnisse, sowohl bei Tageslicht als auch in den Abendstunden.
- Sieben Jahre Updates (OS und Sicherheit)
- KI-Funktionen vom Flaggschiff
- Gute Kamera
- IP68-Wasserschutz
- Lange Akkulaufzeit trotz kompakter Größe
- Kein optischer Zoom
- Recht dicke Displayränder
- Schnellladen nur mit 23 Watt
Drei Alternativen
Neben meinen drei Hauptempfehlungen gibt es noch weitere interessante Optionen, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis versprechen:
- Samsung Galaxy A56 5G: Das A56 5G ist Samsungs Mittelklasse-Flaggschiff und bietet ein ausgewogenes Gesamtpaket für inzwischen nur noch rund 290 Euro. Der 6,7-Zoll-Bildschirm erreicht 1.200 Nits Spitzenhelligkeit und ist damit auch bei Sonnenschein problemlos ablesbar. Samsung setzt auf den Exynos 1580-Prozessor, der in Kombination mit acht Gigabyte Arbeitsspeicher für eine solide Leistung sorgt.
- Poco F7: Das F7 ist ab 300 Euro erhältlich und unterscheidet sich vom F7 Pro vor allem in folgenden Punkten: Es besitzt einen etwas größeren 6,83-Zoll-Bildschirm (statt 6,67 Zoll) sowie einen größeren 6.500-Milliamperestunden-Akku (statt 6.000 mAh). Das Display löst etwas niedriger auf und die Helligkeit liegt bei 1.700 statt 1.800 Nits. Die Performance ist nahezu gleich.
- Nothing Phone (3a): Das Phone (3a) ist ab 310 Euro erhältlich und unterscheidet sich vom (3a) Pro hauptsächlich bei der Kamera: Es bietet nur einen zweifach optischen Zoom (statt dreifach) und der Telezoom hat keine optische Bildstabilisierung. Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln auf (statt 50 Megapixel). Zudem fehlt der eSIM-Support, den das Pro-Modell bietet. Die restliche Ausstattung ist identisch.
Fazit
Im Preisbereich bis 400 Euro bekommt ihr vieles, was noch vor einigen Jahren der Premium-Klasse vorbehalten war:
- Glasrückseite und Metallrahmen
- gute Leistung
- helle und hochaufgelöste OLED-Bildschirme mit 120 Hertz
- ordentliche Kamerasysteme mit optischer Bildstabilisierung
Gegenüber der Top-Liga gibt es aber dennoch Abstriche:
- Teilweise müsst ihr auf eSIM-Support oder Wireless-Charging verzichten.
- Die allerbesten Kamerasysteme mit mehrfachem optischen Zoom und bester Low-Light-Qualität sind den Flaggschiffen vorbehalten.
- Absolute Top-Performance mit den neuesten Chipsätzen gibt es nur in der der Premium-Klasse.
Aber: Nicht jeder braucht das alles wirklich im Alltag.
Das Poco F7 Pro ist die Performance-Empfehlung mit fast schon einer Flaggschiff-Leistung, das Google Pixel 9a punktet mit sehr guter Kamera sowie dem längsten Update-Support und das Nothing Phone (3a) Pro überzeugt durch sein einzigartiges Design und einer Dreifachkamera mit Telezoom.






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