»Die Bildschirm-Entwicklung geht in die falsche Richtung«: Haben die Hersteller entscheidendes Potenzial bislang verkannt?

Besonders breite Gaming-Monitore haben sich längst etabliert, aber sollten die Hersteller vielleicht lieber in eine andere Richtung denken?

Würde Monitoren ein Trend zur Höhe gut tun? Diese Aussage stellt ein aktueller Foren-Thread bei uns in den Raum. Würde Monitoren ein Trend zur Höhe gut tun? Diese Aussage stellt ein aktueller Foren-Thread bei uns in den Raum.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich das erste Mal vor einem Monitor im besonders breiten 32:9-Format saß. Ich fand es schlicht beeindruckend und liebe dieses Seitenverhältnis bis heute, sowohl beim Arbeiten als auch beim Spielen.

Doch sollten Monitore sich möglicherweise mehr auf die Höhe statt auf die Breite konzentrieren? Genau diesen Punkt spricht aktuell unser Community-Mitglied bischiOo im GameStar-Forum an:

Aktuell scheint es nur noch einen Trend zu geben: breiter, noch breiter, maximal breit. Dabei wird so getan, als würde allein horizontale Fläche automatisch mehr Immersion bedeuten. Aus meiner Sicht ist das schlicht falsch [...]. Für mich entsteht Immersion vor allem durch Höhe, nicht durch extreme Seitenbreite. Mehr vertikaler Bildinhalt vermittelt Präsenz, Tiefe und räumliches Gefühl – während zusätzliche Breite oft nur peripheres „Beiwerk“ ist.

Ein interessanter Blickwinkel, den ich mit diesem Artikel in Form einer passenden Umfrage aufgreife.

Video starten 55:48 Gaming-Monitore: Führt an OLED kein Weg mehr vorbei?

Brauchen wir höhere Monitore?

Bei PC-Bildschirmen und Fernsehern ist seit langer Zeit das 16:9-Format etabliert. Entsprechende Auflösungen kennen viele von euch sicher im Schlaf, beispielsweise 1920x1080 (Full HD) oder 3840x2160 (4K).

Die Breite des rechteckigen Bildes (16) ist hier klar größer als die Höhe (9). Entsprechende Modelle dominieren den Markt weiterhin klar, trotz wachsender Beliebtheit von Formaten wie 21:9 und 32:9.

Vergleichen wir 16:9 mit anderen bekannten Seitenverhältnissen, aber auf einen gemeinsamen Nenner gebracht in Bezug auf die Höhe, sieht die Gegenüberstellung folgendermaßen aus:

Übliche Seitenverhältnisse im Vergleich, wenn sie jeweils die gleiche Höhe besitzen. Aus 5:4 wird hier also 11,25:9 und so weiter. Zur Vereinfachung stehen in der Übersicht aber die etablierten Angaben für die entsprechenden Verhältnisse. Übliche Seitenverhältnisse im Vergleich, wenn sie jeweils die gleiche Höhe besitzen. Aus 5:4 wird hier also 11,25:9 und so weiter. Zur Vereinfachung stehen in der Übersicht aber die etablierten Angaben für die entsprechenden Verhältnisse.

Für die tatsächliche Größe auf dem Schreibtisch ist letztlich die Bildschirmdiagonale in Zoll entscheidend, die sich durch die jeweilige Breite und Höhe des Displays ergibt.

Wenn es höher sein soll: 16:9 vs. 5:4 und 21:9 vs. 3:2

Um zu veranschaulichen, wie höhere Displays aussehen könnten, vergleiche ich im Folgenden zwei bekannte und etablierte TFT-Größen mit möglichen Pendants dieser Art, die deutlich höher ausfallen, jeweils bei gleicher Breite.

So messe ich bei einem 4K-Monitor aus meinem Testsystem mit seinem 16:9-Verhältnis bei einer Bild-Diagonale von 27 Zoll eine Breite von 64 Zentimetern und eine Höhe von 38 Zentimetern.

Auf einen 5:4-Monitor (beziehungsweise 11,25:9-Monitor) mit identischer Breite übertragen läge die Höhe dagegen bei 51,2 Zentimetern und die Bilddiagonale bei 31,1 Zoll. Im direkten Vergleich sieht das folgendermaßen aus:

Um das etwas greifbarer zu machen, seht ihr unten eine Gegenüberstellung zwischen einem echten 16:9-Monitor (Asus ROG Strix OLED XG27AQWMG) und einem per Bildbearbeitung entsprechend auf 5:4 vergrößerten Modell:

Echter 16:9-TFT Theoretischer 5:4-TFT Echter 16:9-TFT Theoretischer 5:4-TFT

Ein weiteres Gedankenspiel habe ich bei einem 21:9-Monitor durchgeführt (MSI Optix MAG401QR), in diesem Fall umgewandelt in das 3:2-Verhältnis und erneut bei identischer Breite im Vergleich zur Vorlage:

Echter 21:9-TFT Theoretischer 3:2-TFT Echter 21:9-TFT Theoretischer 3:2-TFT

Beides könnte in der Praxis zu viel des Guten in der Höhe sein, auch mit Blick auf den Sehbereich des menschlichen Auges und die Pixelmenge (beziehungsweise die Anforderungen an die Hardware beim Spielen). Zumindest, wenn die Pixeldichte nicht zu stark leiden soll.

Spontan hätte ich aber große Lust darauf, mal vor solchen Monitoren zu sitzen.

Eine Frage der Rentabilität

Bei der Fertigung spielt für die Hersteller nicht nur eine Rolle, wie gut ein bestimmtes Format im Handel ankommt, sondern auch, wie leicht es sich mit bereits etablierten Fertigungsprozessen umsetzen lässt.

Letztlich dominieren wenige Panel-Hersteller wie LG und Samsung sowie bestimmte Seitenverhältnisse den Markt und es ist in meinen Augen sehr unwahrscheinlich, dass sich daran in absehbarer Zukunft nennenswert etwas ändern wird.

Interessant mit Blick auf Displayformate ist auch der Ansatz, Bildschirme nach Bedarf in eine bestimmte Richtung vergrößern zu können, den wir bei Notebooks bereits jetzt schon sehen. Mehr dazu erfahrt ihr in den folgenden Artikeln:

Wie steht ihr zum Seitenverhältnis von Monitoren? Würde es dem Markt durchaus guttun, wenn mehr Displays eher in die Höhe statt in die Breite gehen würden? Oder decken die aktuell im Handel vorhandenen Varianten die in der Praxis wirklich sinnvollen Bereiche bereits ab? Und welchen Monitor nutzt ihr momentan? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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